25/04/2023
«Nichts ist stärker als eine Idee, deren Zeit gekommen ist».
Was hat es für mich bedeutet mein erstes Buch zu schreiben? Es ist nun bereits drei Monate her, dass ich mein erstes Buch «Via Gebennensis – Mein Jakobsweg» veröffentlicht habe. Seither ist eine Menge geschehen.
Ich habe zahlreiche Rückmeldungen erhalten, welche mich berührt und äusserst motiviert haben. Eine Frage wiederrum die mir am meisten gestellt wurde, war die, wie lange ich denn an diesem Buch mit rund 170 Seiten geschrieben habe. Meine Antwort erstaunt dann die meisten. Es waren insgesamt zehn Tage. Beziehungsweise acht Tage und zwei davon benötigte ich für die Korrekturen wie Anpassung der Grammatik, Rechtschreibung, Kommafehler usw. Wieso es «plötzlich» so schnell ging? Ich denke, die Zeit dazu war einfach gekommen.
Was meine ich mit «plötzlich»? Angefangen mit dem Buch hatte ich vor ein paar Jahren bereits. Doch irgendwie kam ich damals einfach nicht in die Gänge. Die Inspiration fehlte, mir fielen keine guten Bezeichnungen für die Titel ein, ich verlor mich ständig in Gedanken, über jeden Satz, den ich schreiben wollte, hatte ich Zweifel und so weiter und so fort.
Doch dieses Mal im Januar 2023 war alles komplett anders. Ich beschloss die Software, speziell entwickelt für Buchautoren, zu installieren und legte einfach los. Ich fing völlig unverkrampft an mit dem Schreiben und es ging praktisch von allein. Ich musste mich eher selbst bremsen, da ich merkte, dass meine Gedanken meine Finger beim Eintippen überholten. Ich schrieb den ganzen Tag durch (manchmal auch die Nacht) und machte nur mal Pausen, um etwas zu essen oder um zwischendurch einen Kaffee zu holen.
Im Nachhinein denke ich, dass mir das Schreiben dermaßen leichtfiel, da es sich um meine Erlebnisse handelte, welche ich «nur» abzurufen hatte, im Gegensatz zu einem wissenschaftlichen Buch, bei welchem ich einiges hätte recherchieren müssen. So also hatte ich die Fotos von meinem Jakobsweg vor mir und den Outdoor-Reiseführer von damals und schrieb eine Seite nach der anderen. Nach den ersten Kapitel bemerkte ich auf einmal etwas völlig Unerwartetes, aber gleichzeitig wunderbares. Ich hatte das Gefühl, ich würde mich nochmals auf dem Weg in Frankreich befinden und das damals Erlebte nochmals spüren. So intensiv und eindrücklich waren die Erlebnisse von damals.
Plötzlich konnte ich mich, praktisch wortwörtlich, an die unzähligen tiefgründigen und authentischen Gespräche erinnern. Wenn ich meine Augen schloss, sah ich die Menschen von damals, die wunderschönen Landschaften und beeindruckenden Bauten klar vor mir. Also habe ich die Via Gebennensis quasi zweimal beschreiten dürfen. Damals 2015 zu Fuss und 2023 beim schreiben des Buches nochmals.
Was habe ich alles gelernt durch dieses Buch? Nun, da gibt es einiges und das würde den Rahmen für diesen kurzen Beitrag doch sprengen. Allerdings möchte ich doch zwei Dinge herausnehmen, welche mir in diesem Zusammenhang sehr wichtig sind. Ich habe (wieder) gelernt auf meine innere Stimme, oder wenn man so will, meine Intuition zu hören. Irgendetwas im Januar sagte mir einfach, dass jetzt die richtige Zeit dazu gekommen war. Der Zeitpunkt stimmte, die Umstände wie auch meine Motivation, schlicht alles. Also habe ich dieses Vorhaben priorisiert und alles andere Unnötige und Belastende mal auf die Seite geschoben und losgelassen. Im Nachhinein betrachtet, die absolut richtige Entscheidung.
Der Zweite, ebenfalls sehr wichtige Punkt, ist die Dankbarkeit. Ich weiss schon gar nicht mehr, wie oft ich dieses Wort in meinem Buch erwähnt hatte, aber ich bin mir sicher, es war noch zu wenig. Ich bin schlicht und ergreifend einfach so tief dankbar, dass ich diesen Weg überhaupt machen durfte. Ich danke Gott jeden Tag dafür und es ist einer meiner grössten Wünsche den Jakobsweg demnächst wieder fortsetzen zu dürfen bis hin dann nach Santiago de Compostela.
Ich bin dankbar, dass ich auf diesem Weg für mich die wesentlichen Dinge im Leben von alldem unnützen und belastenden Kram habe trennen dürfen. Ich sehe meine Lebensaufgabe klar vor mir und habe meine Talente und Stärken erkennen dürfen, welche ich auch als Coach für meine Mitmenschen einsetzen darf und sie dadurch auf deren Lebensweg unterstützen kann.
PS: Das Zitat zu Beginn des Artikels stammt übrigens von Victor Hugo – ein weiser Mann🤓
Das Buch ist unter anderem erhältlich bei: www.mein-wunschjob.ch. Das ebook beispielsweise im Weltbild Verlag oder Orel Füssli.