15/01/2026
Ein zutiefst Life-Craftendes Buch und ein Satz, der mich tief beeindruckt hat:
„Mir geht’s gut, wenn nicht heute, dann morgen.“
Er stammt von Erika Freeman, einer der prägenden Psychotherapeutinnen des 20. Jahrhunderts: Psychoanalytikerin, Emigrantin, Überlebende von antisemitischer Verfolgung. Eine Frau, die sich ihr Leben lang mit Leid, Hoffnung und innerer Freiheit auseinandergesetzt hat.
Dirk Stermann greift dieses Zitat als Buchtitel auf und entwickelt daraus keine klassische Biografie, sondern ein literarisches Porträt. In Gesprächen, Szenen und Reflexionen wird Erika Freemans Denken, ihr Humor und ihre leise unaufgeregte Lebensklugheit erfahrbar.
Ihre Haltung zu Hoffnung, innerer Freiheit und Zuversicht ist nicht theoretisch. Sie ist existenziell erprobt. Wenn Erika Freeman sagt:
„Mir geht’s gut, wenn nicht heute, dann morgen“, dann ist das kein Trostsatz aus privilegierter Distanz, sondern eine überlebenskluge innere Entscheidung.
Was kann dieser Satz heute für uns bedeuten? Ich habe ihn einige Tage bei mir wirken lassen und vielfältige Assoziationen entdeckt:
- Erlaubnis zur Unvollkommenheit.
- Zeit als Verbündete.
- Zustände als Momentaufnahmen.
- Würde statt Pathos.
- Kein Durchhalte-Appell, sondern ein ruhiges: Ich bleibe in Beziehung mit mir und dem Leben.
Und mehr noch: Er führt zu Selbstfreundschaft statt Selbstoptimierung.
Hier spricht keine innere Antreiberstimme, sondern eine wohlwollende Begleiterin. Eine Haltung, die sagt: Ich bin mir selbst zugewandt, auch dann, wenn es gerade nicht rund läuft.
Erika Freeman wusste: Resilienz entsteht nicht aus Dauer-Positivität, dafür hatte ihr Leben wahrlich keinen Anlass.
Sie entsteht aus der inneren Gewissheit, dass Zustände vorübergehen und Entwicklung selbst unter schwierigen Bedingungen möglich bleibt.
Für Positive Leadership beschreibt dieser Satz Führung von innen heraus: nicht immer stabil und souverän, sondern menschlich, lernend und in Beziehung mit sich selbst.
Zuversicht entsteht hier nicht aus Kontrolle, sondern aus Vertrauen in Entwicklung.
„Mir geht’s gut, wenn nicht heute, dann morgen.“
Dieser Satz lädt nicht zur Eile ein, sondern zu Selbstnachsicht und innerem Vertrauen. Er erlaubt, dass es heute schwer sein darf, ohne dass das Morgen verloren geht. Gerade in Zeiten, in denen viele funktionieren müssen, erinnert er daran, dass Sinn, Stabilität und Wirksamkeit nicht aus Druck, sondern aus innerer Verbundenheit entstehen.
• Welche Haltung bringe ich heute mir selbst gegenüber mit?
• Was würde (Selbst-)Führung aus Vertrauen heute bedeuten?
Und noch etwas:
Auch das Morgen arbeitet schon für uns.
Mit viel Liebe und Zuversicht in das Leben
Manola
bloomingUP Your Life 🌻