07/10/2020
Wir schreiben Ihnen direkt aus dem Herzen der Stadt, dem NIKOLAIVIERTEL
Abseits von den großen Einkaufszentren, seit Jahren von Baustellen umringt, (U-Bahn, Schloß und Molkenmarkt) kämpfen gerade, von der großen Politik unbemerkt und alleingelassen, über 100 Unternehmen um Ihre Existenz. Allein auf unserem Quadratkilometer stehen rund 700 Jobs auf dem Spiel – und damit Familien, Existenzen und Zukunftspläne.
WIE stellt sich unser Senat die Zukunft vor ?
Hier fällt nicht einfach Geld vom Baum, es muss erwirtschaftet werden.
Warum stellen sich hoch und sicher bezahlte Gewerkschafter hin, um einen verkaufsoffenen Sonntag zu kippen, wo doch zur Einheitsfeier ein kleiner Hauch von Leben wieder durch die Stadt wehte…
30 Restaurants und Cafés, 40 Einzelhändler und 10 Kulturbetriebe, und auch diverse Dienstleistungsunternehmen – wir leben vom LEBEN in dieser Stadt.
Nun kann man dem Nikolaiviertel wirklich nicht nachsagen, es wäre eine Partymeile, ganz im Gegenteil. Eher ein versteckter Ort im Trubel der Großstadt, welcher nicht nur vom Tourismus lebt, sondern auch von sozialem Leben mit unseren Berlinern.
Und wenn schon Corona, dann bitte doch nicht auch noch solche RUFSCHÄDIGUNG der Stadt und Ihrer Gewerbetreibenden.
Zu jeder sich bietenden Gelegenheit skandieren Michael Müller („Gastronomen halten sich nicht an die Regeln“) und Dilek Kalayci, dass unser Berlin nicht funktioniert und am allerbesten komplett dichtgemacht werden muss.
Zu aller Überdruß springt auch noch schnell der mediensüchtige Bezirksbürgermeister vor die Kamera und erklärt Mitte zum Krisengebiet oder zur verkehrsfreien Zone.
Wir geben Alles, um JEDER noch so realitätsfernen Verordnung gerecht zu werden.
Warum werden wir dann mit den Wenigen, die sich nicht an die Regeln halten in Sippenhaft genommen ?
Glauben Sie wirklich, eine Sperrstunde und ein Alkoholverbot bringen etwas?
Dann wird im Supermarkt eingekauft und sich hinter die private Türe zurückgezogen.
Unser Brot- und Butter-Geschäft sind kleine Gästegruppen. Wir reden nicht nur von Reisebussen, vielmehr von Omas Geburtstag mit den beiden Nachbarpärchen oder den Kollegen zum Abendessen.
Dieses wurde erst durch die 6-Personen Regel seit wenigen Wochen erlaubt, nun soll auch dieser klitzekleine Hoffnungsschimmer wieder eingeschränkt werden.
Wir geben uns Mühe, durch Hygienekonzepte den geeigneten Rahmen zu schaffen, dass alle gut durch die Pandemie kommen.
Gebt doch den Menschen das Gefühl, dass Sie bei uns sicher und willkommen sind.
Am Ende landen wir sonst bei illegalen, unbelüfteten Kellerparties und nach alledem bei vielen verlorenen Existenzen und Lebensentwürfen.
Liebe Politik, Lasst Berlin und seine Gastgeber und Kultur nicht sterben!
30% der Berliner Wertschöpfung stecken in Kultur, Tourismus, Gastronomie, denn Ihr, die Politiker, Gewerkschafter, Lobbyisten und im Öffentlichen Dienst – Ihr erwirtschaftet kein Geld….
In Vertretung für alle Gewerbetreibenden des NIKOLAIVIERTELS
Zwei eingeborene Berliner mit Liebe zu dieser Stadt:
Annett Greiner-Bäuerle – Geschäftsführende Inhaberin des Brauhaus GEORGBRAEU - eröffnet 1992 und hatte „vorCorona“ 42 Mitarbeiter. Kämpft mit und für die verbliebenen 35.
Bastian Greiner-Bäuerle – Inhaber einer Messe- und Veranstaltungsagentur und Betreiber der
„Feuerzangenbowle im Nikolaiviertel“ – hatte im Januar 9 Mitarbeiter – nun nach 22 Jahren allein.