27/08/2026
„Herr Blank, was halten Sie eigentlich von dem neuen Vanguard FTSE Global All Cap?“
Die Frage hat mir vor ein paar Tagen ein Kunde gestellt.
Meine Antwort war ziemlich einfach: Der ETF ist top.
Über 7.000 Unternehmen, Industrie- und Schwellenländer, Small Caps mit dabei und das Ganze für 0,07 % laufende Kosten im Jahr. Viel breiter und günstiger kann man den weltweiten Aktienmarkt kaum abbilden.
Aber: Ein ETF ist am Ende nur ein Werkzeug.
Ob darin nun 5.000 oder über 7.000 Unternehmen stecken, halte ich für weniger entscheidend, als es zunächst klingt. Die rund 2.000 zusätzlichen Unternehmen sind überwiegend sehr klein und haben entsprechend wenig Gewicht im Portfolio.
Auch über 0,07 % statt 0,17 % Kosten kann man lange diskutieren. Bei 10.000 € Anlage sprechen wir über gerade einmal 10 € im Jahr.
In meinen Kundengesprächen interessieren mich deshalb andere Fragen viel mehr:
Wie viel meines Vermögens sollte überhaupt in Aktien investiert sein?
Wie viel Risiko passt zu mir?
Was mache ich, wenn die Börse 30 oder 40 % fällt?
Wie strukturiere ich mein gesamtes Vermögen?
Und ein Punkt wird beim Thema ETF besonders gerne vergessen: Wie bekomme ich das Geld später wieder sinnvoll aus dem Depot heraus?
Gerade in der Ruhestandsplanung ist die Entnahmephase mindestens genauso wichtig wie der Vermögensaufbau.
Welche Anlagen verkaufe ich wann? Wie viel Liquidität halte ich vor? Wie gehe ich mit schlechten Börsenjahren um? Und wie gestalte ich meine Entnahmen steuerlich sinnvoll?
Deshalb bleibe ich bei meiner Antwort:
Der Vanguard FTSE Global All Cap ist ein richtig gutes Werkzeug.
Aber der beste Hammer bringt wenig, wenn man nicht weiß, was man damit bauen möchte.
Nicht der einzelne ETF entscheidet über den langfristigen Anlageerfolg, sondern die Strategie dahinter, die richtige Entnahmestrategie und vor allem das Verhalten des Anlegers.