05/08/2025
Zu den Presseberichten unsere Stellungnahme
Montag, 04.08.2025 „Dramatische Rettung auf dem Harkortsee“ und
Dienstag, 05.08.2025 „ Warum die Rettung fast zu spät kam“
Am Sonntag, 03.08. erlebte ein 83-jähriger Segler auf dem Harkortsee den Alptraum jeden Wassersportlers: Eine Kenterung. Revieransässige Segler wissen um die Tücken der Windverhältnisse dieses Ruhrstausees. Thermische Winde aus dem Ardeygebirge stoßen regelmäßig ab dem frühen Mittag mit der vorherrschenden Windrichtung zusammen. Diese Windverwirbelungen waren insbesondere dem gekenterten Segler hinlänglich bekannt, ist er doch mit einer Erfahrung von nahezu einem halben Jahrhundert auf dem Harkortsee im Grunde mit allen Harkortseewassern gewaschen. Bisweilen indes hat auch der erfahrenste Segler gegen die Launen der Natur oder des Windes keine Chance: Eine starke Fallböe brachte das Boot innerhalb von Sekunden zum kentern.
Zwei Tatsachen haben im Zusammenspiel bei diesem Unglück für einen guten Ausgang Sorge getragen: Die Notfallkette zwischen Polizei, Feuerwehr, DLRG, Yachtclub Harkortsee und Yachtschule.Ruhr hat sehr schnell funktioniert und der Segelsenior hat aufgrund seiner Erfahrung in dieser Notsituation alles richtig gemacht.
Oberste Priorität hat es bei Seeunfällen, das Boot nicht zu verlassen. Auch wenn das „rettende Ufer“ noch so nah erscheint ist das gekenterte Boot immer die beste Anlaufstelle für Retter. Auch wenn der August sommerliche Temperaturen verspricht, ist das Wasser in der Regel in NRW-Breitengraden kälter als erwartet. Dadurch besteht die akute Gefahr der Auskühllung des Körpers. Um dies zu verhindern sollten die Arme möglichst nahe an den Körper gelegt werden, die Knie leicht angezogen und möglichst bewegungslos verbleiben. Jede Bewegung pumpt das erwärmte, körpernahe Wasser nach außen und beschleunigt die vorzeitige Unterkühlung. Keinesfalls darf man, um sich warm zu machen, mit den Armen rudern oder Wassertreten oder gar Schwimmen! (siehe auch:
https://www.rk-marine-kiel.de/lexikon/sicherheit-auf-see/unterkuehlung/ #:~:text=Durch starke Unterkühlung droht einem,die notwendige Körpertemperatur zu erhalten.
Schlussendlich ist das einfachste Mittel, eine Rettungsweste zu tragen. „Wir versuchen in unserer Ausbildung den Kursteilnehmern die Wichtigkeit dieser seemännischen Sorgfaltspflichten näher zu bringen. Dass unser Segelkamerad mit seiner Erfahrung diese beherzigt hat, hat mit Sicherheit zu diesem glimpflichen Ablauf des Unglücks geführt!“ ist Sascha Hillgeris von der Yachtschule.Ruhr erleichtert.
Eines war dem gekenterten Segler noch wichtig: „Ich freue mich, dass auf dem Harkortsee im Falle eines Falles so schnell Hilfe geleistet wird. Danke an die vielen Freiwilligen, die für Sicherheit auf unserem See Sorge tragen!“
Sein Boot indes hat der Segelsenior bereits am Montag wieder von den Kenterspuren befreit.
Da wünschen alle Beteiligten: „Allzeit gute Fahrt!“