06/10/2024
Mailand: Zwischen Domplatz und Pubertät
Mailand, die Stadt der Mode und des Designs, hat mich in den letzten Tagen ganz schön auf Trab gehalten – und das nicht nur wegen der vielen Sehenswürdigkeiten, sondern vor allem wegen meiner jugendlichen Begleitung.
Am Domplatz stand ich da, umringt von Teenagern, die mehr am Handy als am Dom interessiert waren. Aber als wir dann endlich in einer der vielen Eisdielen landeten, war die Stimmung gerettet. In diesem Moment habe ich mir geschworen: Nie wieder werde ich mich über die Tücken der Pubertät beschweren.
Als HR-Manager bin ich es gewohnt, komplexe Probleme zu lösen und schwierige Gespräche zu führen. Der Umgang mit Teenagern ist eine ganz eigene Herausforderung. Man muss diplomatisch sein, geduldig und manchmal auch ein bisschen komisch.
In Mailand habe ich gelernt, dass auch ein Personalchef mal wieder zum Teenager mutieren muss – zumindest ein bisschen.
Im Castello Sforzesco habe ich mich gefühlt wie ein Geschichtslehrer, der verzweifelt versucht, seine Schüler für die Vergangenheit zu begeistern. Aber als ich ihnen erzählt habe, dass es hier früher Folterkammern gab, waren sie plötzlich ganz Ohr.
Manchmal braucht es eben nur den richtigen Ansatz.
Als ich meinen Kindern die berühmte Mailänder Galleria Vittorio Emanuele II zeigen wollte, haben sie mich gefragt, ob es hier auch kostenlose WLAN-Hotspots gibt. In diesem Moment habe ich gemerkt, wie schnell sich die Welt verändert."
Zurück im Büro werde ich meine neuen Erkenntnisse gleich umsetzen. Ich werde versuchen, die Zusammenarbeit in meinem Team noch offener und kreativer zu gestalten. Denn auch in einem Unternehmen ist es wichtig, dass sich jeder einbringen kann und seine eigenen Ideen entwickeln darf.
Ein Mitarbeitergespräch mit einem Teenager ist wie ein Modewettbewerb: Man muss die richtigen Worte finden, um die Jury zu überzeugen.
Mailand hat mich gelehrt, dass es nicht nur um Hierarchien und Prozesse geht, sondern auch um gegenseitigen Respekt und Wertschätzung. Und das gilt nicht nur für meine Mitarbeiter, sondern auch für meine Kinder.
Mailand hat mir gezeigt: Auch ein HR-Manager ist nur ein Mensch, der gerne Eis isst, Burgen bewundert und manchmal einfach mal den Teenager in sich rauslässt."
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