16/06/2026
Die anstehende Tarifrunde in der Gebäudereinigung wird in einer Zeit geführt, die sowohl für Beschäftigte als auch für Unternehmen große Herausforderungen mit sich bringt.
Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter spüren die steigenden Lebenshaltungskosten ebenso wie die Belastungen durch höhere Abgaben. Deshalb ist es verständlich und legitim, dass die Gewerkschaft für Lohnsteigerungen eintritt. Gute Arbeit verdient eine faire Bezahlung.
Gleichzeitig stehen auch die Betriebe vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Neben den bereits gestiegenen Kosten müssen sich Unternehmen auf weitere Belastungen einstellen. Die politischen Diskussionen über höhere Beiträge zur Renten- und Krankenversicherung sowie die zusätzlichen Kosten im Bereich der Pflegeversicherung werden die Lohnnebenkosten weiter erhöhen. Diese Entwicklungen treffen insbesondere unsere personalintensive Branche unmittelbar.
Gerade deshalb ist es wichtig, dass die bevorstehenden Tarifverhandlungen mit Augenmaß und Verantwortungsbewusstsein geführt werden. Unser gemeinsames Ziel sollte es sein, die Kaufkraft der Beschäftigten zu stärken, ohne dabei die wirtschaftliche Stabilität und Zukunftsfähigkeit der Unternehmen zu gefährden. Denn nur wirtschaftlich gesunde Betriebe können langfristig sichere Arbeitsplätze bieten, ausbilden und investieren.
Als Innungsobermeisterin wünsche ich mir für die anstehenden Gespräche einen konstruktiven Dialog, der die Interessen beider Seiten berücksichtigt. Die Gebäudereinigung braucht faire Lösungen, die den Menschen in unserer Branche gerecht werden und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe erhalten.
Nur wenn wir die Herausforderungen gemeinsam und partnerschaftlich angehen, können wir die Zukunft unseres Handwerks nachhaltig gestalten.