08/09/2026
Stellungnahme zur anstehenden Tarifrunde im Gebäudereiniger-Handwerk:
Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten jeden Tag unverzichtbare Arbeit. Sie sorgen für Sauberkeit, Hygiene und Werterhalt in Schulen, Kindertagesstätten, Krankenhäusern, Betrieben, Verwaltungen und vielen weiteren Einrichtungen. Diese Leistung verdient Anerkennung – und selbstverständlich gehört dazu auch eine angemessene Bezahlung.
Gleichzeitig gehört zu einer verantwortungsvollen Tarifpolitik aber auch der Blick auf die wirtschaftliche Realität unserer Betriebe.
Die von der IG BAU bislang erhobene Forderung von zwei Euro mehr pro Stunde klingt zunächst nach einem überschaubaren Betrag. In der beschäftigungsstärksten Lohngruppe 1 würde sie jedoch eine Erhöhung von 15 auf 17 Euro und damit von mehr als 13 Prozent innerhalb nur eines Jahres bedeuten. Das ist eine Größenordnung, die man in der öffentlichen Diskussion klar benennen muss.
Gerade unsere Branche kann solche Kostensteigerungen nicht einfach auffangen.. Gebäudereinigungsunternehmen sind äußerst personalintensiv. Steigende Tariflöhne wirken sich deshalb unmittelbar und erheblich auf die Kosten der Betriebe aus. Gleichzeitig erleben wir, dass Kunden – insbesondere aus Industrie, Büro und Verwaltung – Leistungen reduzieren und Ausschreibungen unter erheblichem Preisdruck stehen.
Die wirtschaftliche Situation in Deutschland bleibt angespannt. Auch die Stimmung innerhalb unserer Branche hat sich deutlich eingetrübt. Hinzu kommen steigende Lohnnebenkosten und zusätzliche Belastungen für die Unternehmen.
Wir brauchen deshalb einen Tarifabschluss mit Augenmaß, der die berechtigten Interessen unserer Beschäftigten ebenso berücksichtigt wie die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Betriebe.
Hélène Staiber
Hier gehts zum Artikel der Rheinpfalz vom 08.09.2026
Für saubere Büros, Kitas und Klassenzimmer: Wer Frankenthal in Schuss halte, solle auch mehr verdienen, fordert die IG Bau Rheinhessen-Vorderpfalz in einer Pressemeldung.