16/08/2026
Wenn Eltern wieder beweisen müssen, was ihr Kind braucht, läuft etwas falsch.
Der Entwurf zur Reform der Kinder- und Jugendhilfe sieht vor, dass gemeinsame Unterstützungsangebote in Kitas und Schulen zum Regelfall werden. Reicht das nicht aus, sollen Eltern den individuellen Bedarf nachweisen.
Und wir fragen uns:
Wie viel sollen Familien eigentlich noch tragen?
Viele Eltern verbringen ohnehin unzählige Stunden mit Anträgen, Gesprächen, Bescheinigungen und dem ständigen Erklären, warum ihr Kind genau diese Unterstützung braucht.
Nicht, weil sie mehr wollen.
Sondern weil ihr Kind etwas anderes braucht.
Wir erleben täglich, wie unterschiedlich Kinder mit hohem Unterstützungsbedarf sind. Gleiche Voraussetzungen auf dem Papier bedeuten nicht gleiche Bedürfnisse im Alltag.
Darum darf individuelle Unterstützung kein Ausnahmefall sein, den Eltern erst beweisen müssen.
Nicht das Angebot darf bestimmen, welche Hilfe ein Kind bekommt.
Sondern der tatsächliche Bedarf des Kindes.
Das ist keine reine Strukturfrage.
Es geht um Teilhabe, Lebensqualität und das Recht jedes Kindes auf die Unterstützung, die es braucht.
Auch der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Jürgen Dusel, warnt: Statt Bürokratie abzubauen, droht zusätzliche Belastung für Familien.
Und genau das darf nicht passieren.
Eltern von Kindern mit Behinderungen tragen bereits sehr viel. Sie brauchen keine weiteren Hürden, keine zusätzliche Beweislast und keine Kraft, die in Bürokratie verloren geht.
Sie brauchen Strukturen, die zuhören.
Die ihnen glauben.
Und die verstehen, dass Bedarf nicht dort endet, wo ein Angebot beginnt.
Wir wünschen uns eine Reform, die das berücksichtigt.
Damit Eltern ihre Kraft nicht darauf verwenden müssen, immer wieder zu beweisen, was ihr Kind braucht.
Sondern sie dort einsetzen können, wo sie hingehört: bei ihrem Kind. 💛