Der großzügige Neubau der Kellerei hebt sich mit klaren Linien vom üppigen Grün rundum ab. Ein einladender Ort, um die Vielfalt der Weine vom Eisacktal, Überetsch und Unterland zu erkunden. Aus Branzoll stammend, pendelte Klaus Lentsch einige Jahre zwischen den heimatlichen Weinbergen im Unterland und seiner erklärten neuen Liebe, dem Eisacktal, hin und her. Hier hat er ab 2008 auf einem alten Hof
, der in wenig gutem Zustand war, aber über Lagen mit tollen alten Rebstöcken verfügte, vier Weine „aus dem Boden gestampft“, wie er es formuliert. Zu einem neuen Daheim wurde der Hemberghof in Atzwang allerdings nicht. Vor zwei Jahren ergab sich endlich die Möglichkeit, in St. Pauls in wunderschöner Lage mitten in den Weinbergen die Fläche eines geschlossenen Hofes zu erwerben, wo Kellerei und Wohnhaus gebaut wurden. Mit diesem Hof kommen Goldmuskateller und Weißburgunder mit ins Sortiment. Die Auseinandersetzung mit den Eisacktaler Reben war sehr spannend für Klaus Lentsch: Er konzentrierte sich auf die Sorten Grüner Veltliner, Gewürztraminer und Blauburgunder. Dabei wurde Letzterer für den Winzer entgegen der festen Vorstellungen im Kopf zur größten Überraschung: Der Bachgart besticht durch eine gut ausreifende Frucht, ist viel würziger als vom Unterland gewohnt, besitzt mehr Mineralität, ist feinfruchtiger und knackiger. Die Steillagen von 80% erfordern ausschließliche Handarbeit – ein Arbeitsstil, der sich nach Meinung des Winzers auszahlt. Diese Sorgfalt lässt Klaus Lentsch auch in St. Pauls walten, wo die Weine runder und harmonischer geraten. Aus Branzoll wird es künftig einen Lagrein geben.