30/04/2026
ANALYSE: Deutschland ein Hochsteuerland oder Raubstaat ?
Laut Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) liegt die Steuer- und Abgabenquote für Singles ohne Kinder bei 47,9 %. Damit steht Deutschland im OECD-Vergleich auf Platz 2. Fast die Hälfte des erarbeiteten Einkommens geht also an den Staat.
Besonders belastend ist dabei der sogenannte Mittelstandsbauch:
Der Spitzensteuersatz greift früh, sodass auch Facharbeiter, Angestellte, Selbständige und Unternehmer mit guten, aber nicht extrem hohen Einkommen stark belastet werden. Hinzu kommt ein zweites großes Problem: Deutschland ist nicht nur bei Steuern und Abgaben teuer, sondern auch bei Energie. Laut INSM liegt der Haushaltsstrompreis bei 38,5 Cent je Kilowattstunde. Das ist der höchste Wert in Europa.
Steuern und Abgaben machen dabei rund ein Drittel des Haushaltsstrompreises aus. Für private Haushalte bedeutet das höhere Lebenshaltungskosten. Für Unternehmen bedeutet es höhere Produktionskosten.
Dadurch verliert der Standort Deutschland im internationalen Wettbewerb weiter an Attraktivität. Auch die Wirtschaftsdaten zeigen, wie ernst die Lage ist. Seit 2019 ist Deutschland laut INSM im Schnitt nur um 0,32 % pro Jahr gewachsen. Das ist zu wenig, um Wohlstand, stabile Sozialsysteme und Investitionen dauerhaft zu sichern.
Gleichzeitig erreichte die Zahl der Insolvenzen im Jahr 2025 mit 24.064 Fällen den höchsten Stand seit zehn Jahren. Rein rechnerisch entspricht das einer neuen Insolvenz alle 22 Minuten. Insolvenzen bedeuten nicht nur unternehmerische Verluste, sondern auch Arbeitsplatzrisiken, weniger Steuereinnahmen und weniger Investitionen.
Der Druck auf den Standort zeigt sich auch am Arbeitsmarkt und bei der Bürokratie. Seit 2019 gingen in der Metall- und Elektroindustrie rund 300.000 Arbeitsplätze verloren.
Gleichzeitig beziffert die INSM den gesamtwirtschaftlichen Schaden durch Bürokratie unter Berufung auf das Ifo-Institut auf rund 146 Milliarden Euro pro Jahr.
Auch das Gesundheitssystem steht unter Druck: Deutschland gibt laut INSM 5.414 Euro pro Kopf und Jahr aus und hat damit das teuerste Gesundheitssystem Europas. Trotzdem wird für 2026 ein Defizit von 56 Milliarden Euro prognostiziert.
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