28/08/2017
Schreiben ist Silber, reden ist Gold!
Vor mehr als 10 Jahren wurde dieser Artikel veröffentlicht. Meine seinerzeit geübte Kritik an schriftlicher Kommunikation lässt sich auch auf modernere Medien a-la WhatsApp & Co. ausweiten. Hier der Artikel:
Richtige Kommunikation im Unternehmen schafft Vertrauen.
Der Wirtschafts- und Unternehmensberater Robert Jong hat in einer breiten Studie einen Zusammenhang zwischen der Art der Kommunikation und dem Vertrauensniveau innerhalb eines Unternehmens nachgewiesen.
Seiner Erfahrung nach ist Vertrauen ein wichtiger Produktionsfaktor, es hat positiven Einfluss auf die Eigenverantwortung und fördert Innovationen. Vertrauensvolle Beziehungen zu Kollegen und zu Geschäftspartnern ersparen Formalitäten und damit viel Zeit und Geld. Insgesamt kann Vertrauen teure Kontrollmechanismen ersetzen, Freiräume werden frei, die für produktivere Tätigkeiten genutzt werden können. Für Jong Gründe genug, um sich dem Thema Vertrauen intensiv zu widmen und zu erforschen.
In einer großangelegten Befragung unter Mitarbeitern, hat er verschiedene Dimensionen des Vertrauens erfasst und bewertet. Diese hat er mit der Art und Weise, wie in dem Unternehmen kommuniziert wird, verglichen. Die Ergebnisse sind eindeutig: „Vertrauen entsteht dann, wenn der jeweils andere ein hohes Maß an Offenheit, Ehrlichkeit, Kompetenz und Verlässlichkeit an den Tag legt“, so Jong.
Aber auch das Kommunikationsmittel spielt eine wesentliche Rolle. „Wer in erster Linie schriftlich kommuniziert, schafft tendenziell Misstrauen. Wer sich im persönlichen Gespräch mit seinen Geschäftspartnern und Mitarbeitern übt, schafft Vertrauen.“
Besonders kritisch ist der Einsatz elektronischer Medien, vor allem das e-Mail. So einfach handhabbar es auch ist, es ist jenes Medium das am ehesten Misstrauen stiftet. Der Grund hierfür liegt in der niedrigen Informationsdichte. Während das persönliche Gespräch viele nonverbale Komponenten enthält (Stimmlage, Gestik, Mimik), fehlen diese bei der elektronischen Informationsvermittlung zur Gänze. Anstatt zu mailen, sollte viel öfter zum guten alten Telefon gegriffen werden, so Jong. Auch dieses enthalte eine nonverbale Komponente, nämlich die Sprachmelodie. Und es liegt in der Auswirkung auf die Vertrauensbildung gleich hinter dem persönlichen Gespräch.