20/03/2026
In den letzten Monaten komme ich immer wieder in ähnliche Situationen mit Klient:innen:
Der Moment, in dem mein Gegenüber erkennt, dass Hoffnung nicht nur trägt – sondern manchmal auch festhält.
Und dass Loslassen nicht Kapitulation bedeutet, sondern Freiheit für Veränderung.
Viele der Menschen, die ich derzeit begleite, arbeiten in Organisationen, die unter öffentlicher Beobachtung stehen und durch schwierige Zeiten gehen. Die vorherrschenden Gefühle sind oft dieselben: Enttäuschung über eine Organisation, an die man so sehr geglaubt hat, Scham und oft die Frage, ob man etwas hätte früher sehen müssen. Und Wut, die oft kein Ventil findet.
Eine Freundin hat vor kurzem einen Blog gefunden, der das gut zusammenfasst:
"Moral injury in the workplace is deep psychological, emotional, and spiritual distress resulting from actions—or inaction—that transgress deeply held moral beliefs and values. It occurs when employees are forced to violate their ethics, witness unethical behavior, or feel betrayed by leaders, leading to profound guilt, shame, and burnout."
Alles völlig normale Reaktionen auf Situationen, die alles andere als normal sind.
Am Anfang einer Supervision sage ich deshalb oft: „Es ist in Ordnung, dass es dir so geht. Das ist eine normale Reaktion auf eine abnormale Situation.“
Und das kann der Moment sein, in dem jemand zum ersten Mal wieder durchatmet – oder die Faust ballt und einmal richtig auf den Tisch oder in ein Polster hauen kann.
Danach entsteht mit der Zeit Raum: für Ruhe, für Sortieren, für neue Perspektiven.
Eine Klientin meinte letztens: „Ich bin so erleichtert, dass ich da nicht alleine durch muss.“
Ich fühle mich nie so sinnvoll wie in diesen Momenten.
Wenn du gerade viel trägst, unter Druck stehst oder Orientierung suchst:
Ich biete Einzelsupervision an – online, in Graz oder nach Vereinbarung in Wien.
Ein 20‑minütiges Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich.