28/03/2025
Kann ein*e Facilitator*in wirklich neutral sein?
Was tun, wenn Themen aufkommen, die eine*n selbst triggern könnten?
Ich hatte in den letzten Tagen einen schönen, ehrlichen, dynamischen, triggernden und tiefgehenden Team Workshop facilitiert.
Es war kein Teambuilding, sondern eine Prüfung für den Zusammenhalt und die Zukunft.
Dabei kamen auch einige zwischenmenschliche, aber auch systemische Themen aufs Deck.
Themen die ausgesprochen werden mussten, die nicht alle geklärt werden konnten, aber die heilsam sind.
Darunter auch Themen, die in meinem Inneren was ausgelöst haben, mir gezeigt haben, dass ich nicht neutral bin, sondern befangen.
Also wie geht man*frau damit um?
Ich habe am Morgen des 2. Check-ins meine Befangenheit zum Thema gemacht, gleich als Erster. Dem Team gezeigt, wo ich stehe, dass ich mein Bestes gebe, allparteilich zu sein und ihnen einen Mechanismus angeboten, mir spielerisch mit ner Nerf Gun zu zeigen, sollte ich Grenzen überschreiten.
Was hat‘s gebracht? Vertrauen in den Prozess, Vertrauen in die Person und die Einladung selbst offen und positionen-beziehend zu sein.
Wir konnten Themen besprechen, Energien abladen und konstruktiv einen Zusammenarbeitskodex entwickeln der es in sich hat.
War es einfach für mich? Definitiv nicht, aber das ist es nie.
Gibts Neutralität? Ich glaube nicht, gibt es nie, sofern man*frau nicht Gleichgültig in solche Prozesse geht.
Aber es gibt Mut und Offenheit, Vertrauen und Wertschätzung. Radikale Ehrlichkeit.
Darum liebe ich meinen Beruf, weil er immer herausfordernd ist und immer neue Lernfelder anbietet.
Wie geht ihr damit um, wenn ihr getriggert werdet?