25/07/2026
„Wer seine Lastspitzen nicht in den Griff bekommt, wird zahlen“
Die geplante Neuordnung der Netzentgelte könnte den Fokus von der verbrauchten Energie auf die gleichzeitig benötigte Leistung verlagern. Albert Zarfl von Sonepar Österreich warnt im Gespräch mit dem i-Magazin, dass künftig vor allem Lastspitzen entscheidend werden könnten. Betroffen wären insbesondere Gewerbe, Landwirtschaft, Hotellerie und Privathaushalte.
Werden mehrere große Verbraucher – etwa Ladestation, Wärmepumpe oder Klimaanlage – gleichzeitig betrieben, können hohe Leistungsspitzen entstehen. Während Industriebetriebe diese bereits mit Energiemanagement begrenzen, fehlen kleineren Betrieben und Haushalten oft vernetzte Systeme. Photovoltaik, Speicher und Ladeinfrastruktur arbeiten häufig nebeneinander statt gemeinsam.
Zarfl sieht deshalb intelligentes Lastmanagement als Schlüssel. Speicher allein reichen nicht aus – erst das Zusammenspiel mit Photovoltaik, Wärmepumpe, Ladeeinrichtungen und einer intelligenten Steuerung reduziert Lastspitzen. Voraussetzung sind eine Analyse der Lastprofile, offene Schnittstellen und eine sorgfältige Planung.
Nach seinen Modellrechnungen könnten leistungsbezogene Netzentgelte je nach Anwendung deutlich steigen. Ein günstiger Energie- oder Zeittarif schützt dabei nicht automatisch vor höheren Netzkosten, wenn gleichzeitig hohe Leistungen abgerufen werden.
Für das Elektrohandwerk bedeutet das einen Wandel: Elektriker werden zunehmend zu Systemintegratoren, die Energiesysteme planen, vernetzen und programmieren. Zarfl empfiehlt Betrieben und Haushalten, bereits jetzt Lastprofile zu analysieren und steuerbare Verbraucher zu identifizieren, um auf mögliche Änderungen ab 2027 vorbereitet zu sein.
Elektrotechnik Wörz Gmbh