Susanne Vietz: Generationenübersetzerin

Susanne Vietz: Generationenübersetzerin Für mehr Verständnis zwischen den Generationen. Entwicklungspsychologie für deinen Ausbildungs- und Führungsalltag. Psychologischer Coach | Trainerin

Was passiert, wenn Jugendliche drei Wochen lang auf ihr Smartphone verzichten?Beim großen ORF-„Dok1“-Handyexperiment hab...
15/06/2026

Was passiert, wenn Jugendliche drei Wochen lang auf ihr Smartphone verzichten?

Beim großen ORF-„Dok1“-Handyexperiment haben mehr als 72.000 Kinder und Jugendliche genau das ausprobiert.

Und die Ergebnisse sind spannend: Schlafprobleme gingen zurück, das psychische Wohlbefinden stieg und depressive Symptome nahmen ab.

Für mich ist das keine Einladung zum einfachen Satz: „Na bitte, Handy weg und alles ist gelöst.“

So einfach ist es nicht - leider!

Aber es ist ein ziemlich deutlicher Hinweis darauf, wie stark digitale Dauerreize junge Menschen beeinflussen.

Gerade in der Entwicklungspsychologie wissen wir:
Jugendliche befinden sich in einer Phase, in der Selbststeuerung, Impulskontrolle, Emotionsregulation und Identitätsentwicklung noch mitten im Aufbau sind.

Das Gehirn ist in dieser Zeit keine fertige Steuerzentrale.
Es ist eine Großbaustelle mit viel Potenzial, aber auch mit vielen offenen Baustellen.

Genau dort trifft das Smartphone auf ein System, das noch lernt:
Wie halte ich Langeweile aus?
Wie reguliere ich Stress?
Wie bleibe ich bei einer Aufgabe?
Wie gehe ich mit sozialem Vergleich um?
Wie spüre ich überhaupt, was ich brauche?

Wenn junge Menschen ständig erreichbar, abgelenkt und bewertet sind, hat das Auswirkungen.

Ihr System reagiert auf Reize, für die es oft noch keine stabilen Strategien hat.

Für die Lehrlingsausbildung heißt das für mich:
Wir müssen nicht gegen das Handy kämpfen. Wir müssen über Aufmerksamkeit, Selbststeuerung und gesunde Grenzen sprechen.

Junge Menschen brauchen nicht (nur) Regeln. Sie brauchen Erwachsene, die ihnen helfen, ihr eigenes Verhalten besser zu verstehen.

Vielleicht zeigt uns dieses Experiment vor allem eines:
Viele Jugendliche können sehr wohl verzichten, reflektieren und neue Erfahrungen machen!

Umso älter ich werde, umso mehr wird mir bewusst, was du für einen unfassbar guten „Job“ gemacht hast.Du hast es geschaf...
10/05/2026

Umso älter ich werde, umso mehr wird mir bewusst, was du für einen unfassbar guten „Job“ gemacht hast.

Du hast es geschafft, uns (ich spreche da jetzt einfach mal für meine Schwestern mit - ok Girls? 😘) Wurzeln zu geben. Ein starkes Urvertrauen ins Leben, in uns selbst und in andere Menschen.

Gleichzeitig hast du dafür gesorgt, dass wir unsere Flügel ausbreiten dürfen. Dass jede von uns dorthin fliegen kann, wo sie sich angekommen fühlt. Dorthin, wo sie das machen kann, was sie wirklich möchte.

Danke, dass du noch immer die Person bist, die ich als Erste anrufe, wenn ich einen tollen Auftrag gewinne. Wenn ich am Weg zu einer Keynote bin und etwas aufgeregt bin. Wenn ich gerade nicht weiß, wo mir der Kopf steht.

DANKE, dass ich bei dir immer ein Zuhause habe. Einen Ort, an dem ich einfach sein kann, wie ich bin.

Dafür bin ich dir unendlich dankbar! 💙

Und wer sich fragt, woher ich das habe, dass ich gern gschaftig bin und ein echtes Interesse für meine Mitmenschen habe:
Ich sag nur eins: I got it from my Mama. 😘

Pubertier im ArbeitsdschungelNicht nur der Titel, sondern auch der Vortrag auf der ART of Recruiting hat Spaß gemacht! 🚀...
04/05/2026

Pubertier im Arbeitsdschungel

Nicht nur der Titel, sondern auch der Vortrag auf der ART of Recruiting hat Spaß gemacht! 🚀

Gemeinsam mit Vittoria Bottaro durfte ich darüber sprechen, warum Lehrlingsausbildung manchmal so herausfordernd ist und warum das nicht automatisch bedeutet, dass junge Menschen „nicht wollen“.

Oft passiert im Arbeitsalltag sehr schnell eine Bewertung. Ein Lehrling reagiert genervt, arbeitet ungenau, wirkt unmotiviert oder zieht sich zurück und schon entstehen Gedanken wie: „Der hat keine Lust“ oder „Die Jugend von heute ist einfach schwierig.“

Ganz so einfach ist es aber meistens nicht.

Die Pubertät bzw. die Adoleszenz ist keine Ausrede für jedes Verhalten - aber sie ist ein wichtiger Kontext, wenn wir junge Menschen besser verstehen und gut begleiten wollen. In dieser Phase passiert unglaublich viel: Im Kopf, im Körper, in Beziehungen, in der eigenen Identität und natürlich auch im Umgang mit Erwartungen.

Genau das zeigt sich dann auch im Betrieb!

Mir ist wichtig, dass wir in der Lehrlingsausbildung nicht alles schönreden. Es braucht Klarheit, Verbindlichkeit und Grenzen. Aber es braucht eben auch Erwachsene, die bereit sind, hinter das Verhalten zu schauen und sich zu fragen, was da gerade eigentlich los sein könnte.

Genau darum ging es in unserem Vortrag. Um mehr Verständnis, um entwicklungspsychologische Einordnung und um ganz konkrete Situationen aus dem Ausbildungsalltag.

Danke an das Team der ART of Recruiting (Andrea Starzer, Dorine Bärenthaler BSSc BA, Thomas Ritter) für die Bühne und an Vittoria für den gemeinsamen Vortrag.
Es war schön zu sehen, wie viel Interesse und Offenheit für dieses Thema da war.

Denn ja, Lehrlingsausbildung ist manchmal ein kleiner Arbeitsdschungel. Aber sie lohnt sich, sehr sogar!

Was macht das Generationenthema noch greifbarer als eine Generationenübersetzerin?Richtig:Eine Generationenübersetzerin ...
24/04/2026

Was macht das Generationenthema noch greifbarer als eine Generationenübersetzerin?

Richtig:
Eine Generationenübersetzerin und ein Kollege, der ein paar Jahre älter ist, einer anderen Generation angehört und die Dinge manchmal anders sieht. 😉

Gemeinsam mit Markus Fabbris durfte ich die Keynote beim diesjährigen Get-Connect Event von Valantic halten.

Unser Motto: „We listen and we don’t judge - Warum echtes Verständnis über Zusammenarbeit und Erfolg entscheidet.“

In unserer Keynote haben wir mit viel Humor auf die Unterschiede zwischen Generationen geschaut. Aber nicht nur auf die Unterschiede selbst, sondern auch darauf, warum sie entstehen und wie wir im Arbeitsalltag besser damit umgehen können.

Denn am Ende geht es nicht darum, wer recht hat - sondern darum, einander besser zu verstehen.

Mein Fazit aus unserer Keynote:
Nimm dich selbst nicht zu wichtig und deine Wirklichkeit ist nicht automatisch die Wirklichkeit der anderen.

Danke, liebe Ines Eschbacher, dass wir dabei sein durften.
Und danke, Markus, für diese geniale gemeinsame Keynote.

Hoffentlich auf viele weitere. 🙌

📷: © valantic Austria

Ich mag die Lehrlingsausbildungsbubble!Und seit dem FOKUS LEHRE SUMMIT ehrlich gesagt noch ein bisschen mehr!Diese Tour ...
20/04/2026

Ich mag die Lehrlingsausbildungsbubble!
Und seit dem FOKUS LEHRE SUMMIT ehrlich gesagt noch ein bisschen mehr!

Diese Tour durch Linz, Salzburg, Innsbruck und die Steiermark hat mir wieder einmal gezeigt, wie viele Menschen es gibt, die für Lehrlingsausbildung wirklich brennen.

Menschen, die nicht einfach ausbilden, weil es halt irgendwer machen muss.
Sondern Menschen,. die sich Gedanken machen,. die etwas weiterbringen wollen,. die junge Menschen nicht nur fachlich gut ausbilden, sondern auch menschlich gut begleiten möchten.

Was mich besonders gefreut hat: Das Interesse an Entwicklungspsychologie!

Ich finde, genau da merkt man, dass sich in der Lehrlingsausbildung gerade viel bewegt. Dass wir wegkommen von reinem „so haben wir das immer gemacht“ und mehr hinschauen:
Was brauchen junge Menschen heute eigentlich wirklich?
Wie können wir sie gut begleiten?
Was braucht es, damit Ausbildung nicht nur funktioniert, sondern wirklich Wirkung hat?

Genau solche Tage mag ich. Weil man spürt: Da sind viele, die nicht einfach nur mitschwimmen, sondern wirklich etwas verändern wollen.
Und ja - ich mag es einfach, wenn Menschen für dieselbe Sache brennen.

Danke an Lukas Untersberger und Michael Weinberger für diese starke Plattform!
Danke auch an meine Keynote-Kolleg:innen (Matthias Strolz, Bastien Huber, Fabian Chisté) für den Austausch, das Miteinander und die gemeinsamen Impulse.

Ich nehme viel mit! Vor allem aber das gute Gefühl, dass in der Lehrlingsausbildung richtig viel in Bewegung ist.

Das wird herausfordernd..Manchmal begegnet uns ein junger Mensch in der Ausbildung und wir merken sofort: Das wird herau...
19/03/2026

Das wird herausfordernd..

Manchmal begegnet uns ein junger Mensch in der Ausbildung und wir merken sofort: Das wird herausfordernd!

Da sitzt jemand vor dir, der genervt reagiert, der mit verschränkten Armen dasitzt, ständig die Augen verdreht und offenbar überhaupt keine Lust hat.
Vielleicht hast du dir in dem Moment gedacht: „Wenn das die Zukunft der Arbeitswelt ist … na super.“

Was auf den ersten Blick nach Widerstand aussieht, ist oft etwas ganz anderes: Schutz.

Aus entwicklungspsychologischer Sicht sagt dieses Verhalten nicht automatisch: „Ich will nicht.“ Viel häufiger steckt dahinter ein: „Ich kann gerade nicht“, „Ich trau mich nicht“, „Ich fühle mich überfordert“ oder „Ich weiß nicht, wie ich mich hier richtig verhalten soll.“

Widerstand ist oft ein Schutzpanzer. Ein Versuch, sich selbst vor Überforderung, Scham oder dem Gefühl zu schützen, nicht gut genug zu sein. Das macht es nicht leichter im Alltag, aber vielleicht ein Stück verständlicher.

Und genau da liegt der Unterschied: Der erste Impuls wäre vielleicht, zu sagen: „Das muss man halt aushalten können. Die sollen sich zusammenreißen.“
Aber Hand aufs Herz: Wir sind nicht in der Ausbildung, um Abhärtung zu trainieren. Wir sind da, um Entwicklung zu ermöglichen.

Und Entwicklung beginnt immer mit Beziehung. Mit Vertrauen. Mit dem ehrlichen Versuch, den anderen wirklich zu verstehen.

Für mich ist dabei ein Satz zentral geworden: Verhalten ist Information.

Wenn ein junger Mensch sich querstellt, hilft es oft mehr, nach den Gründen zu fragen als nach der Strafe. Also nicht: „Was nervt mich gerade?“, sondern: „Was braucht dieser Mensch gerade wirklich?“

Genau da beginnt Ausbildung, die mehr ist als reine Wissensvermittlung.

Unser Gehirn macht das, was wir ihm zeigen.Die Frage ist: Was zeigen wir ihm?Viele Herausforderungen entstehen nicht, we...
03/03/2026

Unser Gehirn macht das, was wir ihm zeigen.
Die Frage ist: Was zeigen wir ihm?

Viele Herausforderungen entstehen nicht, weil Menschen etwas nicht können.
Sondern weil ihre Aufmerksamkeit permanent auf dem falschen Punkt liegt.

Dr. Gunther Schmidt spricht hier von einer Aufmerksamkeitsumfokussierung - also der Fähigkeit, den eigenen Fokus bewusst von etwas weg und auf etwas anderes hin zu lenken.

Unser Gehirn folgt nämlich ziemlich konsequent dem, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten.

Wenn ein Lehrling hauptsächlich Rückmeldungen bekommt wie „Das hast du falsch gemacht“ oder „Darauf musst du mehr achten“, dann richtet sich sein innerer Fokus automatisch auf Fehler, Unsicherheit und das Gefühl, nicht zu genügen. Das Ergebnis ist oft nicht bessere Leistung, sondern Druck, Rückzug oder Rechtfertigung.

Wenn wir hingegen beginnen zu fragen „Was hat heute schon besser funktioniert als gestern?“ oder „Wo bist du gerade einen Schritt weitergekommen?“, verschiebt sich der Fokus plötzlich auf Entwicklung, Fortschritt und Selbstwirksamkeit.

Das Spannende daran ist: Menschen verändern ihr Verhalten erstaunlich oft nicht durch neue Fähigkeiten, sondern durch einen neuen Blickwinkel auf sich selbst.

Das gilt für Lehrlinge genauso wie für Ausbilder:innen, Führungskräfte und - wenn wir ehrlich sind - auch für uns selbst im Alltag.

Aufmerksamkeit wirkt wie ein Scheinwerfer. Das, worauf wir leuchten, wird größer, relevanter und emotional bedeutsamer.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur: Was läuft gerade falsch?
Sondern auch: Worauf richte ich gerade meine Aufmerksamkeit - bei anderen und bei mir selbst?

Wir warten oft auf Sicherheit ..dabei entsteht sie erst unterwegs!Beim Skifahren dachte ich mir heute wieder, wie ähnlic...
20/02/2026

Wir warten oft auf Sicherheit ..

dabei entsteht sie erst unterwegs!

Beim Skifahren dachte ich mir heute wieder, wie ähnlich sich Lernen und Entwicklung eigentlich sind - egal ob auf der Piste oder im Job.

Man kann noch so viel Theorie kennen, Videos anschauen oder Erklärungen hören. Wirklich verstehen beginnt erst in dem Moment, in dem man ins Tun kommt.
Wenn man losfährt. Wenn die Bedingungen nicht optimal sind oder es einfach richtig gut läuft. Jedenfalls wenn man merkt: Es funktioniert oder auch noch nicht ganz.
(So bei mir heute beim Abseitsfahren! 🙃)

Sicherheit entsteht nicht, bevor wir etwas machen. Sicherheit entsteht währenddessen - im Tun!

Genau das erlebe ich auch in meiner Arbeit mit Menschen. Ob Lehrlinge, Ausbilder:innen oder Führungskräfte - niemand wird souverän, weil er alles erklärt bekommt. Menschen entwickeln Vertrauen in sich selbst, weil sie Erfahrungen machen dürfen. Weil sie ausprobieren und dadurch merkte: Ich kann das!

Manchmal braucht es dafür einfach einen guten Rahmen und jemanden, der sagt: Probier es - du schaffst das!

Entwicklung passiert selten im Stillstand. Sie entsteht in Bewegung.

Würdest du Metzger:in werden, wenn du Veganer:in bist?Würdest du Krankenpfleger:in werden, wenn du kein Blut sehen kanns...
05/02/2026

Würdest du Metzger:in werden, wenn du Veganer:in bist?
Würdest du Krankenpfleger:in werden, wenn du kein Blut sehen kannst?
Würdest du Berufskletterer werden, wenn du Höhenangst hast?
Würdest du im Zoo arbeiten, wenn du keine Tiere magst?

WARUM gibt es dann Menschen die Lehrlingsausbilder:in werden, obwohl sie keine Jugendlichen mögen?

Als Lehrlingsausbilder:in ist man die erste Führungskraft von jungen Menschen. Die erste Führungskraft prägt unser Bild über die Arbeitswelt enorm.
Genau so wie unsere Eltern unser Bild über die Welt prägen.

Großbaustelle Gehirn 🧠„Vor drei Monaten hat der Lehrling das schon selber gemacht und heute kann er es plötzlich nicht m...
29/01/2026

Großbaustelle Gehirn 🧠

„Vor drei Monaten hat der Lehrling das schon selber gemacht und heute kann er es plötzlich nicht mehr.“
„Jetzt habe ich das dem Lehrling eh (langsam) gezeigt und er versteht es nicht.“

Warum ist das manchmal bei Lehrlingen bzw. generell bei Jugendlichen so?

Die Antwort ist ganz einfach: Die Entwicklung des Gehirns bei Jugendlichen erinnert an eine Großbaustelle. 🤯

Man kann sich das so vorstellen:
Einzelne Bauabschnitte müssen erst die richtige Form bekommen, damit sie sich dann in das Bauwerk einfügen können. Dabei gibt es keinen Bauplan, den einzelnen Bauabschnitte werden unterschiedlich schnell fertig.
Umso weiter fortgeschritten das Bauwerk ist, desto mehr Rechenleistung gibt es.

Das heißt: Die Lehrlinge bekommen erst im Laufe ihrer Lehrzeit die Geschwindigkeit der Hirn- und Denkprozesse wie ihre erwachsenen Ausbilder:innen.

Das Tempo das wir als Ausbilder:innen vorgeben, ist somit nicht das Tempo der Lehrlinge. 🙅‍♀️

Hier ein kleiner Denkanstoß:
Wie gut funktioniert dein Internetbrower, wenn du 5.210 Seiten gleichzeitig offen hast?
Wie schnell ist dein Smartphone noch, wenn du im Hintergrund 394 Apps geöffnet hast?

Mit den richtigen Methoden ist es trotz der „Großbaustelle“ möglich, dass Lehrlinge nachhaltig lernen können. 💫

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