13/08/2026
„Früher war alles besser.“
Ein Satz, den ich in meinen Workshops regelmäßig höre.
Aber war früher wirklich alles besser?
Aus psychologischer Sicht lässt sich das objektiv kaum behaupten.
Vielmehr handelt es sich häufig um eine subjektive Wahrnehmung. Unser Gehirn speichert Erinnerungen nämlich nicht wie eine Kamera. Mit der Zeit verblassen belastende Erlebnisse, während schöne Momente stärker in Erinnerung bleiben. Die Psychologie spricht hier vom Rosy-Retrospection-Effekt.
Dazu kommt: Die Vergangenheit kennen wir bereits. Sie ist abgeschlossen. Wir wissen, wie die Geschichte ausgegangen ist.
Die Gegenwart hingegen ist geprägt von Veränderung, Komplexität und Unsicherheit.
Künstliche Intelligenz, neue Technologien und eine sich wandelnde Arbeitswelt.
Gerade in solchen Zeiten sehnen wir uns nach Orientierung. Das Vertraute fühlt sich dann oft besser an - auch wenn es objektiv gar nicht besser war.
Deshalb dürfen wir vorsichtig sein, mit dieser Verallgemeinerung.
Denn unsere Erinnerungen sind wertvoll, aber sie sind nicht immer objektiv.
Vielleicht war früher nicht alles besser, sondern einfach vertrauter.
Wie siehst du das?