09/10/2026
🇦🇹🇩🇪🇨🇭
Wenn Menschen das System ausgleichen
Manche Organisationen funktionieren erstaunlich gut, bis die Menschen aufhören, das System persönlich auszugleichen.
Oft komme ich in Organisationen, in denen im Inneren alles funktioniert bis es zum Erstaunen aller eben nicht mehr reicht eingefahrene Pfade zu kennen, Abkürzung über KollegInnen zu nutzen oder informelle Wege zu gehen. Bisher wurden Probleme so gelöst, die Kunden waren immer zufrieden.
Von außen sieht das nach einer funktionierenden Organisation aus, bis sich etwas verändert.
Menschen gehen. Führung wechselt. Teams werden neu zusammengesetzt. Das rasche Wachstum erhöht die Komplexität. Neue Technologien verändern Abläufe oder Rollen und plötzlich zeigt sich:
Das System funktioniert nicht mehr?
Es kommt zu Krisen und Konflikten. Die langjährige MitarbeiterInnen merken früh, wo es kritisch wird und verändern ihr Verhalten, oft leise, unbewusst. Gerade Geschäftsführer sind aber oft sehr erstaunt. „Plötzlich geht nichts mehr und intern beschäftigen wir uns nur noch mit uns selbst.“
Verantwortung wird nicht mehr übernommen, Menschen sichern sich ab. Entscheidungen werden nicht mehr dort getroffen, wo das Wissen liegt, sondern werden nach oben delegiert.
Genau hier beginnt für mich System- und Kultursubstanz: Relevant ist weniger, ob eine Organisation im Normalbetrieb funktioniert, sondern was davon erhalten bleibt, wenn sich die Bedingungen verändern, ob Leistung erhalten bleibt, oder Produktivität einbricht. Denn ein System, das nur funktioniert, weil einzelne Menschen ständig kompensieren, kann leistungsfähig wirken. Aber tragfähig ist es nicht!
Und der Markt wartet nicht, bis Du dich wieder neu sortierst.
Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht?