14/06/2026
PUCH MC 50 Europacup 1967/‘69
Ein Exponat im Johann Puch-Museum Graz (siehe HIER) sticht besonders hervor. Nicht nur, weil es erhöht auf einem Podest steht, sondern weil es blitzt und glänzt – ein Schmuckstück. Dabei ist der ursprüngliche Verwendungszweck der MC 50 so gar nicht auf Chrom und Glanz ausgerichtet: wie eine Tafel erklärt, handel es sich bei dem Moped – eine Leihgabe von Franz Tantscher – um die siegreiche Europacupmaschine von Heribert Dietrich, der damit auch 1969 noch einmal den zweiten Platz einfahren konnte. Weitere Daten auf der Tafel: Zweitaktmotor Typ 311, 49ccm, 11,5 PS bei 11.000 U/Min, 7-Gang Getriebe, 80 Kg Eigengewicht. Nur zwei solcher Extrem-Mopeds sind gebaut worden.
Schon im Jahr davor hatte Puch sich mit seinem Werksteam ausgezeichnet: bei der Alpenfahrt brachte die Mannschaft 3 Klassensiege, 2 Edelweiß, 5 Gold- und 2 Silbermedaillen mit nach Graz. Besonders in der kleinen, der Schnapsglasklasse zeichneten sich die Herren Sommerauer, Dietrich, Köberl und Stuhlberger aus – das war gut für‘s Alltagsgeschäft, die Erfolge ließen sich ja werbetechnisch wunderbar verwerten.
Mehr noch als die Alpenfahrt war es aber die Six Days Trophy, weil die internationaler war – Puch’s Augenmerk lag ja auch stark am Export. Und sandte deshalb 1967 gleich eine starke Abteilung, als mit einem Europapokal ein neues Format entstand (das ab dem Jahr darauf als Gelände-Europameisterschaft und seit 1990 als Enduro-Weltmeisterschaft geführt wurde). Hier zählte nicht die Tagesverfassung, auch Pannenpech wirkte sich nicht so vernichtend aus: der Meister wurde nach Punkten aus sechs Läufen erhoben, zu der auch die Österreichische Alpenfahrt zählte. Ein bisschen Heimfahrt also auch für das Puch-Team, den Heribert Dietrich gleich zum Gewinn des Pokals in der Schnapsglasklasse nutzte. 1968 waren die kleinen Klassen fest in Zündapp Hand, 175 und 250 gehörten der ostdeutschen MZ, 350 und darüber den Jawas aus der damaligen CSSR. Puch hatte sich in den Klassen 50, 100, 125 und 175ccm beteiligt, bei den Achtellitern konnten die Grazer sich über den Titel freuen: Rolf Witthöft hatte ihn errungen, verteidigte ihn auch im Jahr darauf (und auch in den folgenden Jahren bis 1973 und noch einmal 1975, allerding immer für Zündapp). 1969 krallte sich auch Walter Leitgeb den EM-Titel bei den 175ern, und Dietrich verpasste ihn bei den 50ern eben nur ganz knapp. Daamit endete aber Puchs Erfolgsgeschichte, ab 1975 trat der Konkurrent KTM aus Mattighofen ins Rampenlicht.