09/08/2026
NSU Max 250 Eigenbau-Racer 1955
Wieder wurden im Internet Teile einer NSU Rennmaschine aus den 50ern angeboten. Die Fotos zeigten Fahr-gestell mit Laufrädern, und einem leeren Motorgehäuse – vor allem aber waren es die vordere Bremse und der Drehzahlmesser, der die Aufmerksamkeit der Manetsgrubers auf sich lenkte – und den Grund lieferte, den Kauf abzuschließen. Mit der Ware bekamen sie vom Verkäufer aus Bayern auch eine Telefonnummer mit-geliefert: die des Vorbesitzers. Die Vorwahl war Christopher unbekannt, aber er merkte bald: er ist mit seinem Anruf in Irland gelandet! Und zwar beim Sohn desjenigen, der im Jahr 1957 diesen Renner aufgebaut und nachweislich bis 1965 eingesetzt hat: Jim Sharp. Sharp hatte sich, um seine Rennambitionen zu verwirklichen, eine gebrauchte NSU Max gekauft, eine straßenzugelassene Serienmaschine. Er hat die Maschine tiefer gelegt – dazu den Lenkkopf gekürzt – eine andere Schwinge und Stoßdämpfer eingebaut, ein kleineres Vorderrad (von einer Norton Manx) verwendet, hat den Öltank in den Rahmen verlegt und alles weggelassen, was zum Rennfahrern nicht unbedingt notwendig war. Sein Racer auf Max Basis ist um einiges leichter als eine echte Sportmax! Weil er auch den Motor fachkundig getunt hat, hat e sich damit eine wirklich schlagkräftige Waffe für Rennen in Irland und in Großbritannien geschaffen! Sharp trat bei jedem Rennen in mehreren Klassen antrat. Zur RS Max schaffte er sich eine Norton Manx an, zu deren Vorbesitzern zB ein gewisser Mike Hailwood zählte. Die selbstgebaute RS wollte er durch eine echte Sportmax ersetzen, auch die hatte prominente Vorbesitzer aufzuweisen: zB Tommy Robb oder der spätere Trial-Weltmeister Sammy Miller. Weil sein Eigenbau aber so gut lief hat er die beiden NSU’s abwechselnd eingesetzt, je nach Tagesverfassung – und konnte mit ihr noch einige Erfolge erringen: wie zB den Sieg beim Nordwest 200 oder noch 1962 beim Tandragee 100 (heute besser bekannt als „Around A Pound“). Im Fahrwerk der RS hatte er inzwischen den Ersatzmotor der Supermax verbaut (eine Supermax wurde damals an Privatfahrer immer mit zwei Motoren geliefert), daher die Power. Nach Karriereende verkaufte er alle seine Maschinen, bloß den Eigenbaurenner behielt er – allerdings ohne Motor, den hatte ihm der Käufer seiner echten Sportmax abgeluchst. Nach seinem Tod verkaufte sein Sohn die Reste nach Deutschland, von dort kamen sie dann eben zu den Manetsgrubern, die den Renner zwischenzeitlich nach einem Foto, das sie von Sharps Sohn erhalten hatten, möglichst dem Original entsprechend wieder aufgebaut.