21/07/2026
🇪🇺 Am 31. Juli endet die Frist: Österreich muss das europäische Recht auf Reparatur umsetzen.
Noch vor wenigen Jahren galt Österreich als europäisches Vorzeigeland der Reparaturpolitik. Der Reparaturbonus wurde international als Best-Practice-Beispiel gefeiert, Delegationen aus ganz Europa informierten sich über das österreichische Modell.
Heute droht ausgerechnet Österreich den Anschluss zu verlieren.
Mit der Richtlinie 2024/1799 will die EU Reparaturen endlich stärken. Hersteller sollen für bestimmte Produkte auch außerhalb der Gewährleistung reparieren müssen. Verbraucher erhalten mehr Transparenz über Reparaturen, und die Mitgliedstaaten sind verpflichtet, Maßnahmen zu setzen, damit Reparieren einfacher und attraktiver wird – ausdrücklich auch durch finanzielle Anreize.
Doch ausgerechnet Österreich macht derzeit das Gegenteil.
❌ Die bundesweite Reparaturförderung wurde gestrichen.
Während Europa Reparaturen fördern will, verteuert Österreich sie. Während die EU Hürden abbauen will, errichtet die Bundesregierung neue. Ein "Recht auf Reparatur", das sich viele Menschen schlicht nicht leisten können, bleibt ein Recht auf dem Papier.
Dabei ist längst klar: Reparieren spart Ressourcen, vermeidet Elektroschrott, stärkt regionale Wertschöpfung und entlastet Konsument.
Wir fordern die Bundesregierung auf,
🔧 die EU-Richtlinie nicht nur formal, sondern ambitioniert umzusetzen,
💶 die Reparaturförderung wieder einzuführen,
🏪 unabhängige Reparaturbetriebe nachhaltig zu stärken und
♻️ Reparatur endlich als zentralen Baustein einer echten Kreislaufwirtschaft zu behandeln.
Wer beim Recht auf Reparatur nur Gesetze beschließt, aber gleichzeitig die Reparaturförderung streicht, betreibt Symbolpolitik statt Kreislaufwirtschaft. Österreich sollte wieder Vorreiter sein – nicht Nachzügler.