08/06/2026
Wenn du ChatGPT, Claude & Co sagst, dass du eine Frau bist, bekommst andere andere Antworten als ein Mann, trotz identischer Qualifikation. Und das ist leider nicht von Vorteil für dich.
KI-Modelle wie ChatGPT wurden mit Daten trainiert, die jahrzehntelang eine männlich dominierte westliche Welt beschrieben haben. Diese Verzerrungen (Bias) stecken in Milliarden von Webseiten, Büchern, Jobanzeigen und Artikeln.
Identische Qualifikation, identische Frage, nur das Geschlecht geändert. Frauen bekommen häufiger:
- niedrigere Gehalts- oder Stundensatzempfehlungen
- weniger detaillierte Optionen in Karriere- und Verhandlungsfragen
- mehr Stereotype bei Themen wie Beziehung, Care-Arbeit, Auftreten
- bei Gesundheitsfragen: weicher formulierte Beschreibungen ihrer Symptome
Drei Workarounds:
- kein Geschlecht in den Custom Instructions hinterlegen und Memory- Funktion aus
- prüfe, was sich ChatGPT über dich zusammenhalluziniert hat => radikal bereinigen
- im Prompt explizit darauf hinweisen, dass der Output gender-unabhängig sein soll
– Gegenfrage stellen: „Wäre deine Empfehlung anders, wenn ich männlich wäre?"
– Gerade bei Themen mit Konsequenzen (zB Geld, Gesundheit, Karriere) immer mehrere Quelle gegenprüfen.
Der Bias (= Verzerrung) verschwindet damit nicht. Du musst wissen, wie du damit umgehen musst.
Test es selbst: stell ChatGPT eine Frage zu deiner nächsten Gehaltsverhandlung, einem Karriereschritt oder einem gesundheitlichen Symptom, einmal mit dem Hinweis „ich bin Frau", einmal "ich bin ein Mann". Vergleiche die beiden Antworten. Du wirst nicht amused sein. 🙄🙄🙄
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In meinen "KI, aber richtig" Kursen lernst du in 4h, wie du ChatGPT & Co korrekt aufsetzt und Geschlechtsfalle umgehst.
Quellen zu diversen Studien im ersten Kommentar.