Elif.Coaching

Elif.Coaching Elif Elik-Gülen, BA, MA

04/06/2026

Als ich vor Kurzem wieder auf diesem Schulhof stand, musste ich an sie denken.

An das Mädchen, mit dem ich früher durch die Pausen spaziert bin. An einem dieser Tage wurde ich von einem Hund in die Wade gebissen.

Meine Großeltern versorgten die Wunde mit Hausmitteln. Heute würde man vermutlich sofort ins Krankenhaus fahren, an Infektionen oder Tollwut denken.

Die Wunde ist längst verheilt.
Doch die Erinnerung ist geblieben.

Damals lebte ich bei meinen Großeltern in der Türkei. Meine Eltern waren nicht bei mir.

Als Kind versteht man vieles nicht.

Man lernt, sich anzupassen. Man macht weiter. Man vermisst und funktioniert gleichzeitig.

Und vielleicht erinnere ich mich deshalb noch so gut an sie. Sie wusste wahrscheinlich nicht, welche Bedeutung sie für mich hatte.

Für sie waren es vielleicht einfach Spaziergänge über den Schulhof.

Für mich waren es Momente von Nähe, Freundschaft und Normalität in einer Zeit, die alles andere als normal war.

Heute lebt sie nicht mehr.

Und während ich dort stand, wurde mir bewusst, wie viele Menschen unsere Geschichte mitprägen, ohne es jemals zu erfahren.

Manche bleiben nur für einen Abschnitt unseres Lebens. Doch sie hinterlassen etwas in uns.

Nicht durch große Gesten. Sondern einfach dadurch, dass sie da waren.

Und manchmal genügt genau das, damit sich ein Kind für einen Moment weniger allein fühlt.

03/06/2026

Vor ein paar Tagen stand ich auf dem Schulhof, auf dem ich als Kind in der Türkei eingeschult wurde. Damals lebte ich bei meinen Großeltern.

Während ich durch die vertrauten Gänge ging, kamen Erinnerungen zurück, von denen ich gar nicht wusste, dass sie noch so lebendig sind.

Erinnerungen an ein kleines Mädchen, das früh lernen musste, mit Sehnsucht umzugehen. Das sich angepasst hat. Das stark war.

Nicht, weil es stark sein wollte.

Sondern weil es keine andere Wahl hatte.

Heute bin ich längst wieder zurück in Wien.

Doch etwas von diesem Schulbesuch ist geblieben.

Die Erkenntnis, dass viele Erfahrungen aus unserer Kindheit nicht einfach verschwinden.

Sie begleiten uns.

In unseren Beziehungen.

In unseren Ängsten.

In unserem Wunsch, gesehen, geliebt und dazuzugehören.

Vielleicht berührt mich meine Arbeit deshalb so sehr.

Weil hinter vielen Herausforderungen erwachsener Menschen oft ein Kind steht, das damals einfach nur versucht hat, zurechtzukommen.

Und manchmal beginnt die innere Versöhnung genau dort, wo wir den Mut haben, diesem Kind wieder zu begegnen.

22/05/2026

Im weiteren Gespräch erzählte sie mir, dass sie sich oft übergangen fühlt. Nicht ernst genommen. Dass sie ihre Meinung zurückhält und lieber versucht, es allen recht zu machen.

Und dann wurde ihr etwas bewusst.

Als Kind hatte Zurückreden einen Preis.

Konflikte bedeuteten nicht Diskussion, sondern Angst. Harte Konsequenzen. Körperliche Gewalt. Strenge. Und immer wieder Sätze, die sich eingebrannt haben:

„Du bist nicht wichtig.“
„Du bist nichts wert.“
„Die anderen sind wichtiger.“

Also wurde sie leise.

Nicht weil sie schwach war.
Sondern weil Schweigen damals Sicherheit bedeutete.

Heute ist sie erwachsen. Aber ihr Nervensystem schützt sie noch immer mit derselben Strategie.

Nur dass das, was früher Schutz war, heute dazu führt, dass sie sich selbst zurücknimmt.

Und genau dort beginnt oft Veränderung:
Wenn man erkennt, dass das eigene Verhalten einmal einen guten Grund hatte.

21/05/2026

Eine Klientin hat mir nach unserer Zusammenarbeit erzählt, dass die Gedanken an einen früheren sexuellen Übergriff sie nicht mehr dauerhaft begleiten wie zuvor.

Sie beschreibt sich heute als ruhiger und entspannter.

Was mich daran berührt: Nicht das Vergessen. Nicht das Wegmachen. Sondern dass wieder mehr Raum für Alltag, Sicherheit und Selbstbestimmung entstanden ist.

Jeder Prozess ist individuell, aber manchmal beginnt Veränderung dort, wo man sich erlaubt, Belastendes nicht mehr allein tragen zu müssen.

Wenn du das Gefühl kennst, ständig innerlich angespannt zu sein: Veränderung beginnt oft mit dem ersten Gespräch.

20/05/2026

Sie haben gesagt:

„Ich fühle mich leichter.“
„Ich hätte nicht gedacht, dass ich heute darüber sprechen kann.“
„Du hast mich noch nie ohne ein Lächeln nach Hause geschickt.“

Und eine Klientin sagte etwas, das geblieben ist:

„Ich habe so viel ausprobiert.
Therapien. Meditation. Yoga.
Ich dachte, nichts hilft mir.
Ich war überzeugt – nur Hypnose kann mir helfen.
Und Alhamdulillah… ich habe erlebt, wie es sich anfühlt.“

Manchmal ist Veränderung nicht laut.

Manchmal merkt man sie daran,
dass dein Körper plötzlich nicht mehr kämpfen muss.
Dass Worte kommen.
Dass Druck weicher wird.
Dass du nach Hause gehst und zum ersten Mal seit Langem nicht nur funktionierst.

Und nein, es geht nicht darum, dass jemand dich „repariert“.

Sondern darum, dass du endlich Zugang zu etwas in dir bekommst, das schon die ganze Zeit da war.

🤍 Danke an jede Frau, die mir ihr Vertrauen schenkt.

19/05/2026

Gleiche Gedanken.
Gleiche Reaktionen.
Gleiche Schuldgefühle.
Gleiche Menschen.

Und wundern sich, warum sich nichts verändert.

Eine neue Haltestelle beginnt nicht außen. Sondern mit einer anderen Entscheidung innen.

Viele Frauen kämpfen nicht nur mit körperlichen Schmerzen, sondern auch mit dem, was ihr Nervensystem über Jahre gespeic...
15/05/2026

Viele Frauen kämpfen nicht nur mit körperlichen Schmerzen, sondern auch mit dem, was ihr Nervensystem über Jahre gespeichert hat.

Diese Geschichte hat mich tief berührt.

Unsere Arbeit ersetzt keine medizinische Behandlung. Aber wenn sich innere Sicherheit verändert, verändert sich oft auch das körperliche Erleben.

Körper und Psyche arbeiten nicht getrennt voneinander.

11/05/2026

Wenn du nichts gegen Grenzüberschreitungen sagst, wirkt dein Schweigen irgendwann wie Erlaubnis.

Menschen testen Grenzen nicht einmal.
Sie testen sie immer wieder.

Und jedes Mal, wenn du:

* etwas hinnimmst, das dich verletzt
* dich selbst kleinmachst
* Respektlosigkeit relativierst
* nicht klar widersprichst

lernt dein Gegenüber: „Ich kann das mit ihr machen.“

Nicht weil du es aussprichst.
Sondern weil du es duldest.

Viele glauben, Grenzen setzen passiert erst im großen Streit. Dabei entstehen fehlende Grenzen in den kleinen Momenten:

* im erzwungenen Lächeln
* im runtergeschluckten Nein
* im Schweigen trotz Schmerz

Der Körper spürt längst den Verrat,
während der Mund noch versucht, Frieden zu halten.

Und irgendwann erlauben sich Menschen alles, weil du ihnen nie gezeigt hast, wo Schluss ist.

Für manche sind es Blumen, Umarmungen und Dankbarkeit.Für andere ist es ein Tag, an dem alte Wunden wieder laut werden.N...
10/05/2026

Für manche sind es Blumen, Umarmungen und Dankbarkeit.

Für andere ist es ein Tag, an dem alte Wunden wieder laut werden.

Nicht jede Frau denkt bei „Mama“ an Wärme.

Manche denken an Druck.
An Schuld.
An dieses Gefühl, nie ganz richtig gewesen zu sein.

Es gibt Töchter, die von ihren Müttern verlassen wurden. Bei Großeltern aufgewachsen sind.
Oder Mütter hatten, die körperlich da waren, aber emotional nie wirklich erreichbar.

Und manche wurden groß mit Sätzen wie:

„Du warst ungeplant.“
„Ich wollte eigentlich einen Sohn.“
„Wegen euch konnte ich nie leben.“
„Ich hab mich für euch geopfert.“

Sätze, die manchmal nur einmal gesagt wurden, aber ein Leben lang bleiben.

Das Schwierige ist:
Viele dieser Frauen hatten kein „schlimmes Zuhause“.

Keine sichtbaren Wunden.
Nur emotionale Kälte.
Druck.
Schweigen.
Bedingte Liebe.

Und genau deshalb zweifeln viele bis heute an ihrem Schmerz.

Vielleicht ist das der unbequemste Teil an Muttertag:

Dass manche ihre Mutter lieben und trotzdem unter ihr gelitten haben.

Beides kann gleichzeitig wahr sein.

Und auch manche Mütter leiden heute still.

Weil sie irgendwann verstehen, dass sie ihre Kinder mit ihren eigenen Wunden erzogen haben.

Vielleicht beginnt Veränderung genau dort, wo Wahrheit endlich ausgesprochen werden darf.

Ohne Schuld.
Ohne Scham.
Ohne alles schönzureden.

Denn manche Frauen entscheiden sich irgendwann,
dass der Schmerz mit ihnen endet.

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