01/10/2026
„Wir waren ein Unternehmen, das Teppiche herstellte. Jetzt sind wir ein Unternehmen, das CO2-negative Materialien herstellt. Wir verkaufen nur zufällig Teppiche.” (Jay Gould, ehem. CEO von Interface)
Den Startschuss für diesen radikalen Wandel gab die Frage eines Kunden im Jahr 1994:
„Was tut Interface für die Umwelt?” 🌍
Die ehrliche Antwort lautete: Wenig.
Gründer Ray Anderson liest kurz danach Paul Hawkens ,The Ecology of Commerce’. Und erkennt, dass das erdölbasierte Geschäftsmodell seines Unternehmens mit einer lebenswerten Zukunft nicht vereinbar ist. Es folgt Mission Zero: Bis 2020 keine negative Umweltwirkung mehr. 🔄 Der Markt belohnt das zunächst nicht, denn die Kosten steigen, der Mitbewerb macht weiter wie bisher, und Interface verliert Marktanteile.
Aber Interface knickt nicht ein, ganz im Gegenteil: Mit Aquafil entsteht eine Lieferkette für recyceltes Nylon aus alten Fischernetzen, gesammelt von Küstengemeinden in den Philippinen. Das Programm „Suppliers to Zero” zwingt LieferantInnen, mitzuziehen. 📦
Der Effekt bis 2010:
🏭 CO₂-Ausstoß: -82%
🚰 Wasserverbrauch: -75%
♻️ Abfall: -66%
Im Jahr 2017 reicht dann auch die Mission Zero nicht mehr! Interface kündigt „Climate Take Back” an: Das Unternehmen will bis 2040 mehr an die Atmosphäre zurück geben, als es entnimmt.
Was uns dabei beschäftigt:
🌱 Ab wann ist ein Ziel groß genug, um wirklich etwas zu verändern?
🔍 Wie hält eine Organisation den Kurs, wenn der Markt noch nicht bereit ist?
🤝 Und was braucht es intern, damit Nachhaltigkeit vom Projekt zur Unternehmensidentität wird?
Diese Fragen stehen im Zentrum unseres Workshops „Nachhaltigkeit in Organisationen verankern" am 11. & 12. Februar in Wien. Alle Details & Anmeldung via: https://www.dwarfsandgiants.org/events-live-webinare/nachhaltigkeit-in-organisationen-verankern
Quelle Screenshot (Stand Sept. 2026): www.interface.com/EU/de-DE/sustainability/sustainability-overview.html