Schulleitungsakademie

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Schulleitungsakademie Die Schulleitungsakademie ist die digitale Plattform für Schulleiterinnen und Schulleiter aus der DACH-Region.

Sie bietet eine Community mit Live-Events und Forum sowie Onlinekurse für Schulleitungen.

22/10/2026

Eine massive Unterrichtsstörung braucht eine klare Reaktion. Sie braucht aber auch eine Erklärung.
Ist das Kind überfordert? Unterfordert? Gibt es einen Konflikt? Will es vor anderen sein Gesicht wahren? Das lässt sich nicht aus der Störung allein ablesen.
Deshalb empfehle ich ein Gespräch unter vier Augen nach dem Unterricht: «So geht es nicht weiter. Ich möchte verstehen, was los ist, und mit dir eine Lösung finden.»

Ich habe in der Online-Zeitung Watson gelesen, dass Dänemark körperliches Eingreifen bei erheblichen Unterrichtsstörungen erlauben will.

Den Wunsch, körperlich durchzugreifen, kann ich in einer belastenden Situation nachvollziehen. Ich halte es dennoch für kontraproduktiv: Es kann Konflikte verschärfen und körperliche Gewalt als akzeptable Konfliktlösung erscheinen lassen.
Zuhören und Grenzen setzen gehören für mich zusammen. Das Ziel ist eine Vereinbarung, mit der alle Beteiligten besser weiterkommen.
Welche Frage hat dir schon geholfen, ein störendes Kind besser zu verstehen?

22/10/2026

Ich habe Sitzungen geleitet, in denen alles ruhig und harmonisch wirkte, weil niemand offen widersprach. Nach aussen sah das nach schnellem Konsens aus, innerlich blieb bei einigen aber das Gefühl zurück, ihre Bedenken hätten keinen Platz.

Wenn das zur Gewohnheit wird, lernen Lehrpersonen, ihre Einwände lieber im kleinen Kreis zu teilen, statt im Plenum. Die Botschaft dahinter ist deutlich: Wer in der Konferenz Zweifel anspricht, gilt schnell als schwierig, also schweigt man.

1. Plane bei strittigen Themen bewusst ein paar Minuten ein, in denen du sagst: «Ich will jetzt zuerst die kritischen Stimmen hören.»
2. Schreibe die Einwände sichtbar mit, frage nach konkreten Situationen und prüfe gemeinsam, ob sie den Entscheid oder nur die Umsetzung betreffen.
3. Entscheidet danach klar, was gilt und was ihr in einer vereinbarten Rückschau noch einmal aufgreift, damit niemand das Gefuehl hat, es sei zu spaet fuer Bedenken.

So erlebt das Team, dass Gegenstimmen Teil des Prozesses sind und nicht als persönlicher Angriff gelesen werden müssen. Schweigen verliert seine Rolle als vermeintliches Einverständnis, und du schaffst einen Rahmen, in dem echte Zustimmung wachsen kann statt nur höfliches Nicken.

22/10/2026

Ich finde es fatal, wenn Lehrpersonen bei offensichtlichem Mobbing noch moderieren wollen, als ginge es um einen Streit über einen Ball. Das betroffene Kind hört dann vor allem: „Mein Schmerz ist Verhandlungssache.“

1. Lege mit deinem Team klare Kriterien fest, ab wann ihr von Mobbing sprecht – zum Beispiel Wiederholung, Absicht, Machtungleichgewicht – und halte schriftlich fest, dass ab dieser Schwelle nicht mehr „vermittelt“, sondern geführt wird.
2. Vereinbart ein einheitliches Vorgehen: sofortiges Stoppen des Verhaltens, Schutz des betroffenen Kindes, getrennte Gespräche, dokumentierte Abmachungen und zeitnaher Einbezug der Eltern auf beiden Seiten.
3. Mach im Schulhaus deutlich, dass Mobbing kein „Fehler wie jeder andere“ ist, sondern ein schwerer Verstoss gegen eure gemeinsame Kultur, und dass Kinder darauf zählen dürfen, dass Erwachsene hier nicht neutral bleiben.

Dann hängen die Köpfe nicht länger, während wir „ausgleichen“ wollen, sondern sie bekommen den Schutz und die Klarheit, die sie brauchen, um sich wieder zu heben. Folge mir, wenn du klare Linien für den Umgang mit Mobbing und Cyber-Mobbing etablieren willst.

22/10/2026

Auf dem Tisch der Steuergruppe stapeln sich Konzepte, Evaluationsberichte und bunte Projektmappen. Jede Mappe steht für eine gute Idee, doch im Alltag kommen neue Aufträge dazu, ohne dass alte verschwinden. Als Schulleitung sollst du all das tragen, Menschen führen und gleichzeitig erklären, warum trotz Dauerreform niemand etwas loslässt.

1. In der Steuergruppe beginnt ihr mit einer Liste aller Aufgaben und fragt zu jeder, ob sie Lernen oder nur Image bedient.
2. Ihr haltet fest, welche Aufgaben gesetzlich nötig sind und welche ihr freiwillig übernommen habt, und verhandelt die freiwilligen konsequent neu.
3. Ihr vereinbart, dass neue Projekte nur starten, wenn ihr gleichzeitig benennt, was dafür pausiert oder ganz aus dem Programm geht.

So erlebt euer Team, dass Entschlacken kein heimliches Weglassen ist, sondern ein gemeinsamer Entscheid für Qualität und Gesundheit. Welche Aufgabe würde bei euch als erste von diesem Tisch verschwinden, wenn ihr ehrlich nach Wirkung und Belastung entscheidet?

Folge mir, wenn du mehr Impulse zu Schulentwicklung und Schulführung willst. Und klicke auf „Gefällt mir“, wenn ihr der Belastung der Lehrpersonen und Kinder Beachtung schenkt.

22/10/2026

Ich habe als Schulleiter immer wieder erlebt, wie übergriffige Elternbegegnungen zur Belastungsprobe für einzelne Lehrpersonen wurden – und wie schnell wir dann über «mehr Deeskalations-Trainings» gesprochen haben, statt über unseren fehlenden Rahmen. Fortbildungen helfen, aber sie ersetzen kein klares Vorgehen, wenn es ernst wird.

Ohne gemeinsamen Rahmen passiert das Gleiche immer wieder: Die erfahrene Lehrperson hält zu lange allein durch, die junge Lehrperson ruft zu spät um Unterstützung, und du wirst jeweils erst dann dazugerufen, wenn die Fronten schon verhärtet sind. Im Team wächst leise der Eindruck, dass jeder Sturm eine private Angelegenheit ist.

Ein anderer Weg beginnt mit ein paar einfachen, aber verbindlichen Entscheidungen: Ihr legt fest, ab welcher Eskalationsstufe Gespräche grundsätzlich zu zweit geführt werden, wie Einladungen formuliert sind, welche Informationen vorab bei dir landen und wie ihr nach dem Gespräch innerlich «nachsorgt». Damit wissen alle, worauf sie zählen können.

Wichtig ist auch die Rückendeckung im Fall der Fälle: Du machst transparent, dass Lehrpersonen Gespräche beenden dürfen, wenn persönliche Grenzen überschritten werden, und dass du solche Entscheide trägst, statt sie im Nachhinein zu relativieren. Genau dort entsteht die Sicherheit, die keine Fortbildung ersetzen kann.

So wird aus dem Gefühl, allein im Sturm zu stehen, eine Erfahrung von gemeinsamem Handeln in einem klaren Rahmen – für Lehrpersonen, für Eltern und letztlich für das Kind in der Mitte. Klicke auf «Gefällt mir», wenn ihr an eurer Schule einen solchen Rahmen vereinbart habt.

22/10/2026

In meiner Zeit als Schulleiter habe ich erlebt, wie aus ein paar unauffälligen Fehlzeiten plötzlich ein verfestigtes schulvermeidendes Verhalten werden kann. Gefährlich wird es dort, wo alle hoffen, dass es von selbst wieder besser wird und niemand den ersten Schritt macht.

1. Eine mögliche Frage im Leitungsteam lautet, ob ihr eine klare Grenze habt, ab wann wiederkehrende Absenzen systematisch angeschaut werden, etwa mit einer einfachen 3-6-Regel. Wo solche Schwellen fehlen, rutschen viele Fälle durch, bis sie schwierig zu bearbeiten sind.
2. Im Gespräch mit Lehrpersonen kann hilfreich sein, nicht nur über unentschuldigte, sondern auch über gehäuft entschuldigte Absenzen zu sprechen. Gerade hinter offiziell „korrekten“ Abmeldungen verbergen sich manchmal Ängste, Belastungen oder Konflikte, die im Unterricht niemand anspricht.
3. Eine weitere Frage ist, wen ihr wie früh an den Tisch holt: Bleibt das Thema lange bei Klassenlehrperson und Eltern hängen, oder gibt es eine Kultur, Schulsozialarbeit, Schulpsychologie oder andere Fachstellen früh einzubeziehen? Je breiter der Blick, desto eher findet ihr tragfähige Wege zurück in den Schulalltag.

So wird Schulabsentismus weniger zum schleichenden Problem im Hintergrund und mehr zu einem Thema, das ihr gemeinsam, strukturiert und mit Blick auf das Kind angeht. Und eure Schule bleibt ein Ort, an den Kinder gerne und möglichst regelmässig zurückkehren können.

Klicke auf «Gefällt mir», wenn ihr an eurer Schule ein abgesprochenes Vorgehen bei wiederkehrenden Absenzen von Schülerinnen und Schülern habt.

22/10/2026

Ich erlebe in vielen Schulen: Auf dem Papier führst du, im Alltag laufen die wichtigen Ströme durch unsichtbare Kanäle. Solange diese Leitungen unter der Oberfläche bleiben, steuern sie eure Kultur stärker als jedes Organigramm.

1. Zeichne dein inoffizielles Netz: Wer wird immer gefragt, wenn es um Stimmung, Widerstand oder Zustimmung geht – unabhängig von Funktion oder Titel?
2. Beobachte, wo Entscheidungen wirklich entstehen: In welchem Raum, bei welchen Personen, zu welcher Zeit werden Themen „vorgekocht“, bevor sie offiziell in der Sitzung landen?
3. Hol das Netz ins Boot: Sprich mit diesen Schlüsselpersonen bewusst über deine Vorhaben, gib ihnen Verantwortung und mache transparent, dass ihre Rolle gesehen und gebraucht wird.

So wird aus verdeckten Leitungen kein Risiko mehr für Kurzschlüsse, sondern ein bewusst genutztes System, das deine Schulführung trägt.

Schreib die Zahl 1, 2 oder 3 in die Kommentare – an welchem Punkt willst du mit deinem Team als Erstes ansetzen? Und klicke auf «Gefällt mir», wenn du als Schulleitung auch auf die informelle Führung an eurer Schule achtest.

21/10/2026

Ich sehe Schulleitungen, die perfekt verwalten, aber kaum Raum lassen, dass Schule als Ganzes dazulernt. Auf dem Papier ist alles korrekt, im Alltag hängen viele Köpfe – bei Lehrpersonen wie bei Kindern.

1. In lernenden Schulen bespricht das Führungsteam nicht nur Traktanden, sondern immer auch eine Lernfrage: „Was probieren wir gerade aus, und was nehmen wir daraus mit – auch wenn es noch nicht perfekt ist?“
2. Sie machen Lernen sichtbar, indem sie kleine Erkenntnisse und Erfolge teilen, zum Beispiel in kurzen „Lernfenstern“ an Teamsitzungen, wo Lehrpersonen ihre Erfahrungen mit neuen Formaten, Tools oder Ritualen einbringen.
3. Sie verstehen Fehler und Spannungen als Signale des Systems und fragen: „Was will uns diese Panne über unsere Strukturen oder Kultur sagen?“ statt nur Schuldige oder neue Formulare zu suchen.

Dann krallt sich Führung nicht mehr wie trockenes Efeu an alten Verwaltungswänden fest, sondern verwandelt Schule in ein grünes, wachsendes Geflecht, das Menschen hält und bewegt. Folge mir, wenn du deine Schule Schritt für Schritt in Richtung lernende Organisation entwickeln willst.

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Hirzbrunnenallee 7
Basel
4058

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