02/09/2026
Vom Heim zum Lebensraum: Care-Räume werden zu einer der grossen Gestaltungsaufgaben der nächsten Jahre.
Am 26. August durften wir im Rahmen von Drinks & Learn by Meer AG bei der tilia Stiftung für Langzeitpflege am Standort Ittigen ein Fachgespräch führen, das eindrücklich gezeigt hat: Die Schweiz steht in der Alterspflege vor gewaltigen demografischen, infrastrukturellen und personellen Herausforderungen.
Ab 2030 erreichen die geburtenstarken Jahrgänge zunehmend ein Alter, in dem Langzeitpflege nötig wird. Bis 2040 werden deutlich mehr Pflegeplätze benötigt. Gleichzeitig stammen viele bestehende Alters- und Pflegezentren aus einer Zeit, in der das Bild des Alters ein anderes war als heute.
Umso wichtiger wird die Frage:
Wie müssen Räume gestaltet sein, in denen Menschen älter werden, Unterstützung brauchen und trotzdem selbstbestimmt und würdevoll leben wollen?
Gemeinsam mit Prof. Dr. François Höpflinger, Soziologe und Alters- und Generationenforscher, Felix Bohn, Architekt ETH, Ergotherapeut HF und Fachberater für alters- und demenzgerechtes Bauen, Erich Zaugg, Bereichsleiter Technischer Dienst & Garten der tilia Stiftung, sowie Daniel Meer diskutierte Mike Jungi von Meer genau diese Frage.
Ein zentrales Resümee: Care-Räume dürfen nicht nur funktionieren. Sie müssen Orientierung geben, Sicherheit vermitteln, Alltag ermöglichen und Würde bewahren. Besonders deutlich wurde dies beim Thema Demenz. Wenn ein grosser Teil der Heimbewohner:innen demenzielle Symptome erfährt, werden Licht, Akustik, Materialien, Farben, Möblierung und räumliche Orientierung zu entscheidenden Faktoren für Lebensqualität.
Ebenso klar wurde: Gute Care-Räume entstehen nicht im Alleingang. Sie brauchen die enge Zusammenarbeit von Betreiber:innen, Architektur, Innenarchitektur, Fachplanung, technischem Dienst, Pflege, Beschaffung und Objekteinrichtung.
Für Meer ist Care deshalb nicht nur ein Spezialgebiet der Objektmöblierung, sondern eine Aufgabe mit Haltung: Räume so zu planen, zu gestalten und zu möblieren, dass sie im Alltag bestehen – und den Menschen dienen, die in ihnen wohnen, arbeiten, pflegen, begleiten und besuchen.
Herzlichen Dank an unsere Gesprächspartner, an Mike Jungi für die Moderation und an die tilia Stiftung für Langzeitpflege für die Gastfreundschaft in Ittigen.
Räume neu denken. Seit 1876.