19/10/2017
Die Beziehungs-Kommunikation
Jetzt reden wir doch ein Leben lang schon und doch tun wir uns in unseren Beziehungen immer wieder mal schwer, unsere Gefühle und Bedürfnisse auszudrücken. Wie kommt das?
Die Kommunikation ist einfach nur das Mittel, um uns mitzuteilen und um in Kontakt zu treten mit unserem Gegenüber. Wenn allerdings schwierige Emotionen mit im Spiel sind, reden wir anders, sind wir ängstlich, trotzig, misstrauisch, voreingenommen und fürchten uns selbst verletzt zu werden. Das ist ziemlich komplex. Oft haben wir in unseren Beziehungen schon ein festgesetztes Muster: Er/sie versteht mich ja doch nicht. Er/sie hört mir nicht richtig zu. Er/sie wird sowieso grad einschnappen usw. Und doch möchten wir uns mitteilen, öffnen und auch verstanden werden.
Eine hilfreiche Art, ein klärendes Gespräch zu führen, kann sein:
• Vereinbaren Sie einen Zeitpunkt für ein Gespräch. Legen Sie einen begrenzten und grosszügigen Zeitrahmen fest. Schaffen Sie Ruhe und Atmosphäre.
• Legen Sie das Thema vorher fest und bereiten Sie sich vor.
• Reden Sie nacheinander. Bestimmen Sie, wer beginnen darf. Jeder darf eingangs gleich viel Zeit zum Reden haben.
• Redner/in:
- Erklären Sie den Ist-Zustand aus der eigenen Sichtweise. Lassen Sie Vorwürfe möglichst weg. Beschreiben Sie mehr die Situation.
- Erzählen Sie, was diese Situation mit Ihnen macht – wie die eigenen Gefühle sind, was das eigene Missbehagen ist. (Ich-Botschaften).
- Benennen Sie das Bedürfnis dahinter (z.B. ich möchte dir nahe sein)
- Wenn möglich, bitten Sie Ihre/n Partner/in um eine sehr konkrete Veränderung.
• Zuhörer/in:
- Hört nur zu.
- Probiert den Standpunkt des Anderen zu verstehen und wahrzunehmen, wie sich der andere fühlt. Die eigenen Gefühle etwas zurückstecken, wenn möglich.
- Fasst am Ende evt. zusammen, wie der andere sich fühlt und was der andere von ihm möchte.
• Wechsel der Rollen. Redner/in wiederholt nun das Prozedere, wie oben beschrieben, und darf seine Reaktion auf das Gehörte mit einbringen.
• Halten Sie sich an die Anleitung. Sonst droht Gefahr des im Kreise-Drehens und ein Abrutschen in die Vorwürfe.
• Wenn die Situation aufgeladen ist, machen Sie nach diesen zwei Blöcken Pause und lassen Sie das Gehörte wirken.
• Ansonsten können Sie jetzt frei diskutieren – mit dem Bemühen, dem Anderen gut zuzuhören. Was sagt sie/er mir? Wie fühlt er/sie sich dabei?