08/09/2026
Jugendliche, Schlaf und Lernen 🧠💤
Viele Teenager werden in der Pubertät abends später müde, müssen morgens aber trotzdem früh aufstehen. Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren brauchen meist 8 bis 10 Stunden Schlaf. Dauerhafter Schlafmangel kann Konzentration, Stimmung und Lernleistung beeinträchtigen.
Studien mit Studierenden zeigen zudem, dass bereits einige Nächte mit deutlich verkürztem Schlaf die Aufmerksamkeit, das Arbeitsgedächtnis und die Leistung in Tests merklich verschlechtern können. Schlechte Noten bedeuten deshalb nicht automatisch, dass ein Kind zu wenig lernt. Auch Schlafmangel sollte als mögliche Ursache betrachtet werden.
Eine Schlafenszeit von 20:30 Uhr ist für viele Teenager unrealistisch. Entscheidend ist, wann sie tatsächlich einschlafen und wie viel Schlaf sie über die Woche bekommen.
Was Eltern tun können:
• Schlafenszeiten, Aufstehen und Tagesmüdigkeit ein bis zwei Wochen beobachten.
• An normalen Wochenenden darf etwas länger geschlafen werden, z.B. bis 9:30 oder 10 Uhr, um Schlafmangel auszugleichen.
• Nach dem Ausgang und Zubettgehen weit nach Mitternacht, kann ein Jugendlicher auch etwas länger als bis Mittag ruhen. Das sollte jedoch die Ausnahme bleiben, weil sich sonst die innere Uhr weiter nach hinten verschiebt. Es entsteht leicht ein Kreislauf:
spät einschlafen → früh aufstehen → müde sein → lange ausschlafen → am Abend wieder spät müde werden.
• Ein Powernap von 10 bis 20 Minuten kann bei Müdigkeit helfen – auch zwischen 17 und 19 Uhr. Längere Nickerchen am späten Nachmittag erschweren das Einschlafen aber meist.
• Abends gedimmtes Licht, eine reizfreie und ruhige Routine und ein Smartphone ausserhalb des Betts fördern das Einschlafen.
• Bei nachlassenden Leistungen nicht nur zusätzliche Lernzeit oder Nachhilfe verlangen, sondern auch Schlafdauer und Tagesmüdigkeit prüfen.
Schlaf hilft beim Lernen
Im Schlaf werden neue Informationen verarbeitet und stabilisiert. Sinnvoll sind deshalb:
• kurze Lerneinheiten über mehrere Tage,
• aktives und freies Abrufen von Vokabeln und Formeln,
• eine kurze Wiederholung am Abend vor dem Schlafen,
• ausreichend Schlaf statt regelmässigem Lernen bis spät in die Nacht.
Gelegentliche lange Nächte sind meist kein Problem. Wenn ein Jugendlicher jedoch regelmässig im Unterricht sehr müde ist oder einschläft, dauerhaft erschöpft wirkt, stark schnarcht oder trotz ausreichender Schlafenszeit nicht erholt wirkt, sollte die Situation ärztlich abgeklärt werden.
Die wichtigste Botschaft lautet: Bei schlechten Leistungen nicht nur mehr lernen lassen – sondern auch den Schlaf im Blick behalten.