01/09/2026
«America First» heisst für uns...
Probleme inklusive.
Trump ist zurück! Und mit ihm: Strafzölle, Wirtschaftsnationalismus und das Comeback der protektionistischen Keule.
Eisen, Aluminium, Maschinenbau – alles wird teurer, komplizierter, unplanbarer. Nicht für ihn, sondern für die, die tatsächlich etwas herstellen. Also: uns...
Was bedeutet das für das produzierende Gewerbe in der Schweiz?
1. Exporthölle light
Unsere Maschinen, Präzisionsteile und Hightech-Komponenten waren mal gern gesehen in den USA. Jetzt? Willkommen im Dschungel der Sonderzölle, Formulare und Unsicherheiten. Der Marktzugang wird zur Lotterie.
2. Planungssicherheit? Fehlanzeige.
Langfristige Aufträge? Investitionspläne? Strategie? Schwierig, wenn morgen per Tweet neue Zölle ausgerufen werden. Wer exportiert, braucht heute Nerven wie Drahtseile und Anwälte mit US-Erfahrung.
3. Das Märchen vom «Sicheren Werkplatz Schweiz»
Wenn Rohstoffe teurer werden, Margen schrumpfen und Absatzmärkte wegfallen, hilft auch kein Rütlischwur. Produktionsverlagerungen? Für viele plötzlich ein Thema – obwohl sie es nie wollten.
4. Der Mittelstand zahlt die Zeche
Die Grossen sichern sich mit Lobbyisten, juristischen Schlupflöchern und Volumenrabatten ab. Der Mittelständler? Schluckt, zahlt – und wird vom Einkauf des US-Kunden aussortiert, weil's plötzlich 5% günstiger aus Asien geht.
Und jetzt?
Jammern bringt nichts. Aber Realismus schon.
Wir müssen unabhängiger werden. Resilienter. Flexibler. Nicht im Denken – sondern in der Struktur...
Konkret:
– Vertriebsstrategien überdenken
– Abhängigkeiten reduzieren
– Preis- und Wertargumentation schärfen
– Organisation so aufstellen, dass man nicht bei jedem Zuckerschock in Washington in Schockstarre fällt
Denn eins ist sicher: Wenn der Sturm aus Übersee kommt, hilft keine PowerPoint-Folie. Sondern ein stabiles Fundament aus Prozessen, Klarheit und einem Team, das auch bei Gegenwind Kurs hält.
Protektionismus ist keine Ausnahme mehr. Es ist die neue Normalität.
Und wer als Schweizer Industriebetrieb bestehen will, braucht keine Romantik sondern robuste Systeme.
Trump kann Zölle verhängen.
Wir? Sorgen dafür, dass sie uns nicht aus der Bahn werfen.