31/08/2026
Der folgende Text ist in der männlichen Form und/oder im generischen Maskulinum verfasst, aber selbstverständlich sind alle Geschlechter mitgemeint.
Hat jemand aus eurem Team Grössenwahn? Denkt er oft gross und manchmal zu gross? Die Angestellten mit dem grössten Horizont sind nicht unbedingt unbeliebt, denn sie wollen nur das Beste für sich und für ihre Mitarbeiter nichts Schlechtes. Falls sie sich im Vornhinein mit dem potenziellen neuen Kunden befasst haben und er ebenso gross beziehungsweise übergross denkt, kann es sogar ein Vorteil sein, ein wenig über das Mögliche hinaus zu plaudern und zu fantasieren. Eventuell entsteht dadurch am Ende tatsächlich etwas Grosses.
In der Öffentlichkeit kommt Grössenwahn hingegen nicht immer gut an, wobei es einen Unterschied macht, auf welchem Kontinent man sich befindet. In den USA ist es nicht verpönt, (zu) gross zu denken. Vielfach motivieren sich die Leute gegenseitig zu Bestleistungen und streben gemeinsam nach Glück. Falls der Nachbar einen superteuren Sportwagen fährt, werden zahlreiche Amis nicht sofort neidisch, sondern sie sind bestrebt, sich das Gleiche zu erarbeiten, wohingegen viele Menschen in Europa auf Erfolge anderer vermehrt missgünstig reagieren.
Sofern eine Person in der Öffentlichkeit ohnehin bereits einen schlechten Ruf hat, wird ihr bei jedem ihrer Worte oder ihrer Taten Grössenwahn diagnostiziert und das nicht selten zu Recht. Wenn der Präsident eines Fussballverbands die Turniere immer noch mehr kommerzialisieren möchte und Investoren mit an Bord holen will, ist dies für die echten Fans und Verbände verständlicherweise ein No-Go und Rücktrittsforderungen werden laut. Selbstverständlich braucht es ein gewisses Mass an Sponsoring, aber wie so oft macht die Dosis das Gift. «Am ärgsten fällt der Grössenwahn die kleinen Kreaturen an.» (Deutsches Sprichwort).