15/11/2019
Selbstregulation als Schlüssel zum Lebensglück
Die Selbstregulation ist eine der wichtigsten Funktionen in unserem Leben. Sie entsteht in den ersten drei Lebensjahren. Wie gut wir diese Fähigkeit entwickeln können, hängt von der Qualität von Bindung und Kontakt mit unseren Bezugspersonen ab. Als Selbstregulation bezeichnet man u.a. die Fähigkeit:
- sich bei emotionaler Aufruhr selbst zu beruhigen
- sich zu erholen und zu entspannen
- die Aufmerksamkeit zu richten und zu halten
- Impulse zu fühlen, zu kontrollieren und ggf. zurückzustellen
- mit Frustrationen umzugehen
- Absichten zu verwirklichen und Ziele zu verfolgen
Je besser wir die Fähigkeit zur Selbstregulation entwickelt haben, desto glücklicher sind wir in allen Lebensbereichen, denn von der Stärke der Selbstregulation hängt ab, wie stressresistent wir sind, wie gut wir Impulse regulieren können und wie stark wir auf stressige Reize reagieren. Eine gute Selbstregulation zu haben bedeutet, mit einem Grundgefühl von Selbstbestimmtheit und Autonomie, Zuversicht, Neugier und Freude in die Welt zu gehen.
Um die Fähigkeit zur Selbstregulation gut auszubauen, benötigen Kinder besonders in den ersten drei Jahren und auch in den Jahren danach einen anderen Menschen, im besten Fall die engste Bezugsperson, die ihnen hilft, Erfahrungen mit sich zu machen und ein inneres Instrument zu entwickeln, welches zunächst durch die Bezugsperson, später dann durch das Kind selbst reguliert werden kann.
Kinder sind also zunächst darauf angewiesen, dass ihre Bindungspersonen sie bei der Regulation unterstützt und begleitet, also co-reguliert. Ziel bei der Co-Regulation durch die Eltern ist, dass Kinder vielfältige Erfahrungen mit Stresssituationen, Impulsen und Bedürfnissen machen können und die Fähigkeit zur gesunden Selbstregulation erlangen. Dafür braucht es Körperkontakt und einen feinfühligen und liebevollen Umgang und Kontakt.
Und so bleibt festzuhalten: Es ein wirklicher Irrtum, zu glauben, dass Kinder früh mit möglichst vielen Frustrationen konfrontiert werden sollten, um später gut mit Enttäuschungen umgehen zu können.Im Gegenteil. Wenn wir wollen, dass Kinder Frustrationserfahrungen in dieser Welt gut verarbeiten können, dann braucht es nicht möglichst viel Frustration in der Kindheit, sondern möglichst viel Geborgenheit und zugewandte Bindungs- und Beziehungspersonen in dieser Zeit und ganz viel Erfahrung mit Zufriedenheit und dem wunderbaren satten Gefühl, angenommen und geliebt zu sein, so wie man ist.
Für eine Kindheit ohne Strafen