06/10/2026
Operation am offenen Grundwasser-Herz
Aktuell verfügt die Stadt Zürich über 3 Anreicherungsbecken für ihr Trinkwasser. Dort wird Wasser, zumeist aus der Limmat, in die Becken gepumpt und durch einen speziellen Filtersand dem Grundwasser zugeführt. Grundwasser wird dadurch angereichert, um Grundwasserstände zu sichern.
Diese Becken sind rund 50x80 m gross und ungedeckt. Entsprechend gross ist das Problem von Verunreinigungen. Derzeit prüft die Wasserversorgung der Stadt Zürich deshalb, ob ein kleinerer Filter-Streifen von nur einem Meter Breite, über den das Wasser anschliessend in den unterirdischen Sickerteppich fliesst, eine bessere Lösung wäre.
Projektleiter und Schnittstelle zwischen der Bauherrschaft und den Bauleuten war Raphael Bühler von der KIBAG Infra. «Eine grosse Herausforderung war der Bauplatz in einer sogenannten Schutzzone II, also im Umfeld dieser sensiblen Grundwasser-Reserven», erzählt er. Denn in diesen Bereich durften keinerlei Maschinen. Also: keine Hydraulik, kein Bagger, nicht mal ein Baggerarm dufte in den Beckenbereich hineinreichen. «Will heissen: Die Arbeiten im Becken selbst konnten nur von Hand oder via Saugbagger ausgeführt werden.» Vorne wurde geschaufelt, hinten saugte der Bagger das Material aus dem Sickerstreifen über 40 m in den Saugbagger. Nach Erreichen der Aushubkote wurde ein spezielles Quarzfilterkies eingebracht und auf Höhe gebracht. Anschliessend folgten die Winkelelemente. Hinzu kamen 56 Legoelemente, die für die Statik zur Beschwerung platziert wurden.
Die zweite grosse Herausforderung war, dass ein solches oder ähnliches Projekt noch nie durchgeführt wurde und somit von der Planung bis zur Ausführung alles auf Annahmen beruhte. Nun läuft das Pilotprojekt vorerst für ca. 1 Jahr, bis man ein erstes Zwischenfazit zieht. Nach einem weiteren Jahr wird die Wasserversorgung entscheiden, ob sich dieser 1-Meter-Streifen bewährt, um 30’000 m³ Wasser pro Tag ins Grundwasser zu filtrieren.
Die Wasserversorgung Zürich lobte die Zusammenarbeit zwischen den KIBAG Betrieben Infra, Entwässerungstechnologie und dem tollen Tief- und Rückbau-Team von der KIBAG Zürich.
Ausführlichere Infos zum Projekt auf kibag.ch/news