13/04/2016
Fünf Regeln für mehr rhetorische Wirkung Reden Sie weiblicher!
Eine Meinungsmache von Stefan Wachtel
Meine Damen, was halten sie hiervon? Und meine Herren, wann beginnen wir zu reden?
Prototyp der "weiblichen" Redekunst: US-Präsident Barack Obama
Das wussten Sie ganz bestimmt: unsere westliche Redekultur ist männlich. Speziell in Deutschland. Rosa Luxemburg war in ihrer Zeit die einzige große Rednerin deutscher Sprache. Ansonsten: Männer, Männer, Männer. Entsprechend ist die Führungsrhetorik: faktisch, sachlich, konfrontativ.
Aber wussten Sie das? Wir stehen vor einem großen Paradigmenwechsel. Wir leben in einer Zeit, in der unsere Redekunst weiblich zu werden scheint. Ausnahmslos alle Männer der oberen Führungsebene, die ich beriet, wünschen sich rhetorische Eigenschaften, die wir mit den Weiblichem assoziieren: > mehr Emotion, Zugang, mehr Anschaulichkeit.
Weibliche Redekunst erscheint attraktiv. Der Grund vor allem ist, da sind wir pragmatisch: sie verspricht mehr Wirkung. Die Betriebswirtschaftslehre ist zweckorientiert: Was sie gebrauchen kann, integriert sie.
Dennoch wäre es falsch, diesen merkbaren Trend zu pauschalisieren, so wie "Frauen kommunizieren besser“, "Männer fahren besser Auto". Fakt ist, Frauen sind kommunikativer und geübter - seit der Steinzeit eben. Deutliche Richtung der letzten 2 Jahrzent: weg von der "männlichen", hin zu der "weiblichen" Redekunst.
Und niemand Geringerer als der US-Präsident Barack Obama muss her. Seine Reden – und gar die Anfänge seiner Antworten - sprechen direkt an. Er redet wenig von sich selbst, nennt stets andere zuerst und verwendet zahlreiche Verknüpfungen. Er geht nicht in erster Linie logisch, eher psychologisch vor – Und Obama ist ein story teller. Er erzählt Geschichten, von seinem Großvater, von früher, immer von anderen.
Aber vorsicht, wie auch anderes möglich, jeder Trend ist umkehrbar. Die Gegenbewegung soll bereits eingesetzt haben. Ich sage nur den Namen Donald Trump. Der Gegenpol. Er mischt alles auf, was uns lieb und teuer ist - Zugang, Respekt, Rücksichtnahme, auf Gemeinschaft setzen, das Zuhören. ber ob sich diese Form von Ansprache langfristig durchsetzt? Wir werden schon sehen… SKOBIS.mediation