22/07/2021
Ich habe den Satz „Und was machst Du nach dem Abi“ damals sicher 250 Mal gehört. Es hat mich genervt, mich unter Druck gesetzt und vor allem, es hat mich nicht weitergebracht.
👩🎓Die Phase nach dem Schulabschluss ist für die meisten eine riesige Herausforderung. Ohne in der Schule gelernt zu haben, was einem wirklich liegt, worin man besonders talentiert ist, was einen motiviert und was das alles mit der Berufswelt zu tun hat ist gar nicht so einfach!
🌀In der systemischen Beratung sprechen wir von kleineren oder größeren Veränderungskrisen im Familienzyklus. Eine davon ist, wenn die Kinder nach dem Schulabschluss das Haus verlassen. Alle Familienmitglieder sind betroffen. Der/die Abiturient:in muss sich von den Eltern ablösen, jüngere Geschwister sind plötzlich ohne den großen Bruder/Schwester, die Eltern müssen den/die Abiturient:in ziehen lassen.
🌏Es ist also nicht so, dass diese Phase für uns Eltern leicht wäre. Ganz ehrlich, mir graut es jetzt schon davor, die Mäuse ziehen zu lassen- und sie sind erst 3,5 Jahre ;)
💙Bevor wir also Druck aufbauen (klar, wir wollen nur das Beste für unsere Kinder) um sie in einen, in unseren Augen "zukunftssicheren" Beruf zu begleiten, wärs viel hilfreicher inne zu halten, uns bewusst zu machen, dass diese Phase für alle Familienmitglieder Veränderung bedeutet und füreinander da zu sein.
💡Ideen für die Phase der Berufsorientierung:
- den Prozess verlangsamen bzw. früh genug starten anstatt rasch eine schnelle Lösungen zu suchen
- Zeit nehmen für Familiengespräche. Wer ist wie betroffen und wie fühlt sich jeder?
- Gibt es versteckte Erwartungen?
- Über Stärken, Talente und Ressourcen sprechen (nicht über Schwächen - darüber denkt jeder bereits ausreichend nach)
- Für Entlastung sorgen. (Wer hat Kontakte? Wer kann helfen?)
- Was würde im Worst-Case passieren, wenn z.B:. ein unpassender Studiengang ausgewählt wird oder z.B. die Mutter das Gefühl hat "nicht mehr gebraucht zu werden"
- Klären: wessen Krise ist es eigentlich? Die des Kindes oder mehr die der Eltern?
🙋♀️FRAGE:
Wie sprichst Du mit Deinem Kind über Berufsorientierung?