19/05/2026
Ihre Mitarbeiter nutzen KI wahrscheinlich längst. Die Frage ist nur: kontrolliert oder heimlich?
In meinem Gespräch mit Benedikt Stentrup wurde genau das sehr deutlich.
Benedikt führt ein mittelständisches Tiefbauunternehmen im Bereich Kanalsanierung mit rund 100 Mitarbeitern.
Und trotzdem war KI plötzlich ein echtes Thema.
Denn seine Mitarbeiter haben längst damit gearbeitet. Teilweise privat auf dem eigenen Handy. Teilweise mit Unternehmensinhalten.
Und genau das ist der Punkt, den viele Unternehmer unterschätzen.
Wenn Sie als Unternehmen keinen sicheren und klaren Rahmen schaffen, entsteht eine sogenannte Schatten-KI. Dann wird KI trotzdem genutzt, nur eben unkontrolliert.
Ohne Datenschutz. Ohne gemeinsames Wissen. Ohne Qualitätsmaßstab.
Aber Benedikt hat es deshalb anders gemacht.
Er hat sich selbst eingearbeitet, das Thema verstanden und dann sein Team eingeladen. Ohne „Der Chef befiehlt jetzt KI.", sondern freiwillig.
Die Mitarbeiter haben konkrete Anwendungsfälle gesammelt: E-Mails, Prozesse, Ausschreibungen, Preislisten, Richtlinien, Marketing, Wissensmanagement.
Und dann wurde sortiert:
Was bringt viel Wirkung bei wenig Aufwand?
Das Entscheidende war also nicht KI als Tool, sondern die (Unternehmens-)Führung.
Ein zentraler Wissenspool. Klar benannte Rollen. Sichere Datenumgebung. Mitarbeiter, die befähigt werden. Und ein Geschäftsführer, der nicht zum Flaschenhals oder Mikromanager wird.
Deshalb ist mein Eindruck auch, dass KI in vielen Unternehmen nur schonungslos aufdeckt, woran es vorher längst gekränkelt hat.
- Fehlende Prozesse
- Verstreutes Wissen
- Zu viel Abhängigkeit vom Chef
- Zu wenig echte Verantwortlichkeit im Team
Bevor Sie sich also mit coolen KI-Tools beschäftigen, sollten Sie als Erstes folgende Frage beantworten:
Funktioniert mein Unternehmen auch ohne mich oder hängt alles an mir?
Denn wenn nur Sie das Thema verstehen, wenn nur Sie die Richtung vorgeben, wenn nur Sie Wissen freigeben und wenn Mitarbeiter bei jeder Frage wieder zu Ihnen kommen, dann wird KI keinen entlastenden und produktiven Effekt haben.
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