09/07/2018
Und es ist tatsächlich so, dass gemeinsam mit der Stadt Bernau bei Berlin und den Bernauer Braugenossen ein Stück Geschichte der heimischen Braukunst wiederbelebt wird.
Letze Woche zog es mich nach Bernau bei Berlin, ziemlich genau in die Breitscheidstraße.
In einem kleinen typisch Bernauer Altbau, dessen Fassade Mintgrün erstrahlt, traf ich ihn endlich, den Finanz Vorstand der Bernauer Braugenossen Herr Jörg Barthelmann. Schon der herzliche Empfang verriet ein langes Gespräch zu werden.
So plauderten wir über alltägliches, bis wir beim eigentlichen Thema Bier landeten.
"Bier, ein Getränk, was unzählige Sorten aufweist und es an jeder Ecke zu kaufen gibt...
Warum also 'Ein Bernauer', 'Kantor' und 'Rathaus'?"
Der Finanz Vorstand: "Was viele nicht wissen werden, gab es im Jahre 1560 in der mittelalterlichen Stadt bereits 146 Braustellen und diese Tradition ging im Laufe der Zeit immer weiter zurück. Daher kam die Idee, im Jahr 2016, die Erste Bernauer Braugenossenschaft e.G. zu gründen. Somit eröffnet die Genossenschaft, gemeinsam mit der Stadt Bernau im Frühjahr 2019 eine Brauerei im OT Börnicke."
Während des Dialogs merkte ich, mit welch einer Leidenschaft und Freude Herr Barthelmann mir die Geschichte der Bernauer Braukunst erzählte.
Und ganz nebenbei fand die Verkostung der ersten Biersorte statt.
Das Pils 'Ein Bernauer' schimmert goldgelb ist naturtrüb. Beim einschenken bildet sich eine feinschäumige, weiße Krone.
"Was hat es eigentlich mit den Namen der Biere aufsich?"
Herr Barthelmann erklärt: "Ein Bernauer sagen die Menschen in den lokalen Gaststätten. Das ist also unser Pils.
Die anderen beiden Sorten Dunkel und Pale Ale, wurden nach Stadtgebäude, das Rathaus und Kantor, genannt. Es soll den geschichtlichen Aspekt der Brauart widerspiegeln. Schließlich hatte früher fast jeder zweite Haushalt sein eigenes bier Bier."
Die zweite Biersorten wurde mir eingeschenkt.
Das Pale Ale Rathaus weist für mich die schönste Farbe auf. Ein Kupferschimmer mit fest sitzender Krone. Geschmacklich ist es mein Favorit. Einen Hauch von Zitrusfrucht, gefolgt vom herben Geschmack des Hopfen, der sich Sekunden später mit dem karamellig schmeckenden Malz den Platz auf meiner Zunge teilt. Das ist Genuss pur!
"Wo wird das Bier nun tatsächlich gebraut? Sicherlich nicht im Rathaus? Es gibt ja eine Vielfalt an Biersorten, dessen Herstellungsort abweichen"
Jörg Barthelmann musste lachen: "Zur Zeit wird das Bier aus dem Fass im 10 km entfernten Ort Altlandsberg handgebraut und abgefüllt. Die Flaschen lassen wir in einer kleinen Brauerei in Berlin füllen. Das wird sich aber im Frühjahr 2019 endlich ändern."
"Wenn ich als Bürger die Brauerei in Börnicke besuchen möchte, was erwartet mich dort?"
"Dem Bürger erwartet ein schöner alter Gutshof. Gastronomie wird es auch geben, aber nur, sofern der Bedarf an Festlichkeiten, wie das Storchenfest besteht.
In der Pipeline steckt aber noch mehr. Dem Bürger möchten wir einmal die Woche einen ganz besonderen Zutritt gewähren. So wird ihnen der Braumeister zur Verfügung stehen, um in einer Gruppe eigenen erdachtes Bier zu brauen."
Währenddessen wir uns unterhielten, wurde auch schon die Dritte und letzte Sorte angebrochen. Das Dunkle Bier Kontor erwies sich als das stärkste. Eine schwarz rot schimmernde Farbe, mit einer baigen feinschäumigen Krone, zierte das Bierglas der Bernauer Braugenossen.
Allmählich beendeten wir das Gespräch. Vorher präsentierte der Finanz Vorstand noch ein paar Merchandising Produkte, wie eine Brauschürze, T-Shirts und ein echtes Altenburger Skat Blatt.
Ich bedankte mich noch ein letztes mal für das tolle, wissenswerte Gespräch. Wir gingen Richtung Ausgang. Und als wir uns die Hand gaben wurde uns beiden klar, dass die nächste Bierverkostung besser nicht mehr am heißen Sommertag stattfinden sollte. ☺️