21/03/2015
Südzucker – Illegale Preisabsprachen,
Die Firmen Südzucker, Nordzucker und Pfeifer & Langen müssen sich wegen illegalen Preisabsprachen um Schadenersatzklagen in Milliardenhöhe einstellen. Bereits im Jahre 2014 hatte Südzucker an das Bundeskartellamt ein Bußgeld in Höhe von 195 Millionen Euro überweisen müssen und insgeheim gehofft, die Anlegenheit damit aus der Welt geschafft zu haben. Nun drohen allerdings auch noch zahlreiche Klagen von Seiten der Einzelhändler und Firmen der Süßwarenindustrie. Wie bekannt wurde, sind es insgesamt 94 Firmen, die Akteneinsicht beim Bundeskartellamt beantragt haben: ein fürwahr schlechtes Omen für die drei am Zuckerkartell beteiligten Unternehmen, bedeutet dieser Schritt, dass man Forderungen geltend machen oder den Klageweg gehen will.
Für den MDax-Konzern Südzucker würde eine Schadenersatzklage in der geschätzten Höhe schlichtweg eine Katastrophe bedeuten: im Jahr 2014 hat das Unternehmen 7,7 Milliarden Euro umgesetzt und damit einen Gewinn von ca. 282 Millionen erzielt. Aus der letzten Bilanz wurde jedoch offengelegt, dass nur 133 Millionen Euro für Rechtsrisiken zurückgestellt wurden, ein Betrag, der sich nun im Nachhinein als deutlich zu gering erweisen könnte. Von den drei beteiligten Unternehmen des Kartells ist Südzucker mit Abstand der umsatzstärkste, zum Vergleich: Nordzucker erzielte im Jahr 2013/2014 einen Umsatz von 2,36 Milliarden Euro, bei Pfeifer & Langen waren es 1,47 Milliarden Euro (2013). Der geschätzte Gesamtschaden, den die drei Unternehmen des Kartells den Klägern verursacht haben, errechnet sich wie folgt: der jährliche Zuckerumsatz in Deutschland beträgt rund zwei Milliarden Euro. Der Vorwurf lautet, dass sich das Kartell mit einem Anteil von 10 Prozent durch illegale Preisabprachen daran beteiligt hat, und das über einen Zeitraum von 15 Jahren, also rund 200 Millionen Euro pro Jahr.
Einer der ersten Kläger in diesem Zusammenhang in der Süßwarenhersteller Vivil, der bereits in einem im Juli 2015 beginnenden Prozess vor das Landgericht Mannheim gezogen ist.
Wie zu erfahren war, werden die Zuckerhersteller alles daran setzen, sich mit den Klägern außergerichtlich zu einigen, um teure Prozesskosten zu vermeiden. Obwohl ein Desaster für die Firmen, ist dieser Weg doch die einzig vernünftige Lösung. Das wird interessante Verhandlungen geben und lange Nächte :-)