Gastrohilfe

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09/09/2017

Wie eine Auswertung der Stadt München zeigt, war das Jahr 2016 für das Oktoberfest alles andere als gut. Mehrere Negativrekorde wurden gebrochen. In diesem Jahr hoffen die Veranstalter wieder auf einen Anstieg bei Besuchern und Verbrauch.

Einer der wichtigsten Faktoren ist natürlich jedes Jahr das Wetter. Das hat im vergangenen Jahr nicht wirklich mitgespielt. Es gab viel Regen und Kälte. Das bekamen vor allem die Schausteller der Buden und Fahrgeschäfte zu spüren. Ein gemütlicher Wiesnbummel macht durchnässt und durchgefroren eben nicht wirklich Spaß.
Im Statistikheft der Stadt München, das nun erschienen ist, werden erstmals offizielle Zahlen aus dem vergangenen Jahr veröffentlicht. Das Heft belegt: Das Oktoberfest war im vergangenen Jahr tatsächlich vergleichsweise schlecht besucht. Insgesamt kamen 5,6 Millionen Besucher zur Theresienwiese. In der langen Historie der Wiesn kamen nur im Jahr 2001 weniger Gäste zum größten Volksfest der Welt. Dazu kommt noch, dass die Wiesn im vergangenen Jahr sogar einen Tag länger dauerte, als in den Jahren zuvor. Das bedeutet für die Zahl der durchschnittlichen Tagesbesucher einen Wert von 329.000, das schlechteste Ergebnis sei 1985.
Doch nicht nur was die Besucherzahl angeht, war das Jahr 2016 ein Reinfall. Auch beim Bier blieb man mit 66.231 Hektolitern hinter den Erwartungen zurück. Hier musste man einen Rückgang um 15 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren hinnehmen. Besonders groß ist der Rückgang bei den gekauften Würsten. Wurden 2015 noch 536.174 Bratwürste verspeist, waren es 2016 noch gerade einmal 292.430.
Doch natürlich war auch nicht alles schlecht. So sank beispielsweise die Zahl der angezeigten Straftaten im Vergleich zu den fünf Vorjahren um rund 25 Prozent.

09/09/2017

Volkswirtschaft, Arbeitsmarkt, Regionen und Gesellschaft profitieren von Gastronomie und Hotellerie. Die neue IW-Köln-Studie unterstreicht die herausragende Bedeutung des Gastgewerbes.

„Nur, wer die Zahlen und Fakten kennt, kann die Leistungen unserer Unternehmer und Beschäftigten richtig beurteilen“, das seien Anlass und Ziel der Studie, so Guido Zöllick, Präsident des Deutschen Hotel und Gaststättenverbandes (DEHOGA Bundesverband), bei der heutigen Pressekonferenz in Berlin. Es gehe um mehr Kenntnis und Wertschätzung für das, was die 221.000 Betriebe des Gastgewerbes tagtäglich leisten.
„Das Gastgewerbe trägt maßgeblich zur Lebensqualität und Standortattraktivität bei. Die Branche ist ein unverzichtbarer Teil des öffentlichen Lebens. Ihre Bedeutung speist sich nicht nur aus
ihrer Wirtschaftskraft und Dynamik. Sie leistet darüber hinaus wertvolle Beiträge zum sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft“, präsentierte Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln die neue, 70-seitige Studie.
Wirtschaftskraft und Jobmotor
2016 waren im Jahresdurchschnitt 1.873 Millionen Personen im Gastgewerbe beschäftigt. Der Branchenumsatz lag bei 80,9 Milliarden Euro netto. Mit einer Bruttowertschöpfung von fast 45 Milliarden Euro gehört das Gastgewerbe zu den größten Branchen des Landes. Über Einkäufe von Vorprodukten und Materialien ist die Branche stark mit anderen Wirtschaftsbereichen verbunden. Bei Berücksichtigung dieser Kreislaufeffekte ergibt sich eine Gesamt-Bruttowertschöpfung von 84,8 Milliarden Euro.
Gastronomie und Hotellerie wachsen in diesem Jahrzehnt dynamischer als die Gesamtwirtschaft. Die Bruttowertschöpfung hat von 2010 bis 2016 real um 14,4 Prozent zugelegt (Gesamtwirtschaft 9,9 Prozent), die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im gleichen Zeitraum um 23 Prozent (Gesamtwirtschaft +12 Prozent).
Branche der Chance
Knapp 60 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind Fachkräfte – die Quote ist genauso hoch wie im Durchschnitt der Gesamtwirtschaft. Mit einer Vielfalt an Anforderungsprofilen bietet die Branche Arbeitsplätze für alle Qualifikationen. Der Anteil der Beschäftigten ohne Berufsabschluss ist mit 19,5 Prozent höher als in der Gesamtwirtschaft (11,8 Prozent).
Mit Blick auf die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist das Gastgewerbe die internationalste Branche. Rund 310.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte aus 150 Nationen finden hier eine Anstellung. Das Gastgewerbe gehört zudem zu den ausbildungsstärksten Branchen. Im Schnitt wird ein Azubi je 23,8 Beschäftigte im Gastgewerbe ausgebildet (Gesamtwirtschaft je
58,9 Beschäftigte).
Hohe Bedeutung für Attraktivität der Region
In jeder Region (kreisfreie Stadt oder Landkreis) beträgt der Anteil des Gastgewerbes an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mindestens ein Prozent. In 342 von 402 Kreisen liegt der Anteil bei mindestens zwei Prozent. Das stützt die These der flächendeckenden Bedeutung. Die Branche ist andererseits stark auf touristische Zentren konzentriert. Dort liegt in sieben Regionen der Beschäftigungsanteil höher als zehn Prozent und in 23 Regionen über sechs Prozent. „Unsere Betriebe sind Begegnungsstätten und Orte, an denen Menschen zusammenkommen
und ihre Freizeit verbringen. Eine deutliche Mehrheit hat die Beiträge des Gastgewerbes zum sozialen Zusammenhalt erkannt, würdigt und wertschätzt diese“, so Zöllick.
Die Angebote des Gastgewerbes haben Bedeutung für die Wohnortentscheidung, gerade für jüngere Menschen. So ist das Restaurantangebot für mehr als ein Drittel der Menschen wichtig oder sehr wichtig. In der Gruppe der jüngeren Befragten liegt diese Quote bei knapp 55 Prozent.
Gründungs- und Digitalisierungsbranche
Mit neun Gründungen je Bestandsunternehmen gehört die Gastronomie zur Spitzengruppe. Zudem nutzt die Branche die Chancen der Digitalisierung, etwa durch Abrechnungssysteme oder digitale Bestell- und Buchungssysteme. Hier ist die Hotellerie der Studie zufolge die am stärksten digitalisierte Branche Deutschlands.
Politische Herausforderungen
Die Branche ist arbeits- und damit auch personalkostenintensiver als andere. DerKosten-, Preis-, und Wettbewerbsdruck ist groß. Zudem gibt es einen Verdrängungswettbewerb. So baut der Lebensmitteleinzelhandel sein Sortiment verzehrfertiger Essensangebote signifikant aus. Für diese Angebote zum Mitnehmen gelten sieben Prozent Mehrwertsteuer, für die Speisen im Restaurant
19 Prozent. „Genau deshalb kämpfen wir dafür, dass Essen in Deutschland steuerlich gleich behandelt wird. Das wäre ein Zukunftsprogramm für unsere Restaurants und Wirtshäuser“, so Zöllick.
„Wichtig ist zudem mehr Flexibilität beim Arbeitszeitgesetz und konsequenter Bürokratieabbau. Oberstes Ziel muss die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit unserer Branche sein.“

08/09/2017

Bei uns bekommt die Branche eine Stimme! Heute im Interview: Landesgeschäftsführer des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA Bayern, Dr. Thomas Geppert.

Gerade in Bayern hat das Gastgewerbe einen wichtigen Stellenwert. Welchen Einfluss haben Gastronomie und Hotellerie auf die Lebensqualität?
Unser bayerischer Ministerpräsident spricht ja von Bayern immer als die Vorstufe des Paradieses. Wenn man sich dann mal fragt, warum dies so ist, kommt man ganz schnell auf das Gastgewerbe. Es trägt ganz klar maßgeblich zur Lebensqualität bei.
Einerseits sprechen harte Fakten für unsere Bedeutung: Jeder zwanzigste Erwerbstätige in Bayern ist im Gastgewerbe tätig, jeder zehnte Azubi wird hier ausgebildet, es gibt fast 40.000 Betriebe und wir machen einen Umsatz von knapp 16 Milliarden Euro, wodurch indirekt noch einmal rund 150.000 Arbeitsplätze geschaffen werden.Andererseits haben wir eine in meinen Augen unglaublich wichtige gesellschaftliche Funktion. Gerade im ländlichen Raum ist die Hotellerie und Gastronomie das Rückgrat der Wirtschaft und schafft dort mehr Arbeitsplätze als jeder andere Sektor. Kein anderer Sektor schafft dort mehr Arbeitsplätze. Außerdem gäbe es ohne Gastgewerbe keinen Tourismus. Ganz abgesehen davon, dass unsere Branche einen riesigen Anteil bei der Integration von Flüchtlingen leistet.
Wir haben eine Studie durchgeführt mit dem Titel „Stirbt das Wirtshaus, stirbt das Dorf“. Das Wirtshaus im Dorf bietet weit mehr als Speis und Trank, es ist ein sozialer Treffpunkt und oft der Mittelpunkt von Gemeinden. Gerade hier, im kleinen ländlichen Gasthof, liegt ja der bayerische Charme versteckt und eben nicht im Fast-Food-Laden in der Großstadt. Hier erfährt der Tourist noch traditionelle bayerische Gastlichkeit, die einen großen Teil der Lebensqualität der Menschen hier ausmacht.
Sie setzen sich stark für eine Senkung des Mehrwertsteuersatzes für Gastronomen auf sieben Prozent ein. Laut Bundesfinanzminister Schäuble sei diese aber nicht umsetzbar. Wie schätzen sie die Chancen für einen Erfolg ein?
Ich denke grundsätzlich positiv. Wir haben gute Sachargumente, die überzeugen. In der Hotellerie hatten wir ja bereits Erfolg, warum dann nicht auch in der Gastronomie?! Das Problem ist, dass mit der pauschalen Mehrwertsteuersenkung auf sieben Prozent in der gesamten Gastronomie, eine einzelne Branche zu sehr bevorzugt werden würde, auch wenn es berechtigte Gründe dafür gibt. Das würde unweigerlich zu Neid und Missgunst führen.
Realistischer und zwingend notwendig ist, dass man gleiche Steuern für Essen jeder Art einführt. Schließlich wollen wir das ruhige Essen im Restaurant fördern. Wenn Essen to go mit sieben Prozent besteuert wird, warum dann nicht auch das Essen im Lokal? Mehrweggeschirr bei Buffets wird mit 19 Prozent versteuert, Einweg- und Plastikgeschirr nur mit sieben Prozent. Genauso verhält es sich mit frischem und abgepacktem Salat aus dem Plastikkübel. Momentan wird also genau das gefördert, was wir eigentlich nicht wollen, nämlich das schnelle Essen unterwegs, während die Gastronomie draufzahlt. Erschwerend kommt ja noch hinzu, dass ein kleiner Straßenverkauf, der ohnehin schon steuerlich begünstigt ist, viel weniger Personalkosten aufbringen muss als ein klassisches Restaurant. Unser Ansatz ist daher: Es muss gleiche Steuern für Essen geben. Das sind natürlich keine einfachen Aufgaben, allerdings werden wir alles dafür tun, um hier faire Wettbewerbsbedingungen herzustellen.
Vor ca. drei Jahren gab es bereits die Initiative der BUHL Gruppe „7 statt 19 % auf alle Speisen“. Über 80.000 Befürworter hatten sich angeschlossen. Wie der Redaktion des HOGAPAGE Magazins zugetragen wurde, hatte der DEHOGA Bundesverband damals jedoch eine Empfehlung an all seine Landesverbände ausgesprochen, die Petition nicht zu unterstützen. Nur der DEHOGA Bayern unterstützte die Initiative tatkräftig. Warum nun doch der Sinneswandel beim DEHOGA Bundesverband, wenn man bereits eine Senkung des Mehrwertsteuersatzes hätte erreichen können?
Ich kann nur sagen, ich bin sehr froh, dass wir nun alle gemeinsam für dieses wichtige Ziel kämpfen. Denn wenn nicht alle Bundesländer an einem Strang ziehen und vor allem auch branchenübergreifend zusammenarbeiten, wird es enorm schwierig, etwas zu erreichen.
Wie sehen sie die Zukunft der deutschen Gastronomie, wenn es keine Änderung des Mehrwertsteuersatzes geben wird?
Hier sehe ich hauptsächlich zwei Probleme auf uns zukommen. Vor allem werden wir eine deutliche Abnahme des gastronomischen Angebots verzeichnen, insbesondere im ländlichen Raum – die negativen Auswirkungen wären immens. Zudem wird es eine spürbare Zunahme von Betrieben innerhalb der Systemgastronomie geben. Diese werden sich aber natürlich nur an stark frequentierten Standorten niederlassen, nämlich in den größeren Städten oder an Autobahnabfahrten. Auch Aldi und andere Ketten fangen bereits an Bistros und Lokale zu eröffnen. Wir müssen wirklich aufpassen, dass wir das, was Bayern wirklich ausmacht, nicht zerstören. Damit würde das typisch bayerische Lebensgefühl verloren gehen – und schließlich kommen die Touristen, aber auch die Bayern selber, genau deshalb so gern in den Freistaat Bayern.
Welche anderen Maßnahmen können zur Verbesserung der derzeitigen Situation im Gastgewerbe durchgeführt werden?
Unsere oberste Devise lautet: Verbesserung des Branchenimages. Das bedeutet natürlich, dass wir unsere Systemrelevanz darstellen müssen. Für viele Menschen sind die gastronomischen Dienstleistungen selbstverständlich. Wir müssen den Leuten klarmachen, dass das Gastgewerbe ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, eine Leitökonomie für Bayern ist. Ohne Gastgewerbe würde die Welt nämlich ziemlich dunkel aussehen, das müssen wir den Leuten vermitteln. Natürlich können wir das Image nur verbessern, wenn wir auch faire Wettbewerbsbedingungen schaffen. Dazu gehört auch, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das wieder mehr Raum für selbstverantwortliches Handeln zulässt. Das gilt vor allem für die Flexibilisierung der Arbeitszeit auf eine Wochenhöchstarbeitszeit. Ich möchte betonen, dass es hier nicht um unbezahlte Mehrarbeit oder Verstöße gegen den Arbeitsschutz geht. Nein! Es geht darum Mitarbeiter flexibel und situationsgerecht einsetzen zu können. Das wollen sowohl die Arbeitgeber, als auch die Arbeitnehmer. Desweiteren ist der Bürokratieabbau sehr wichtig, da die Wirte mittlerweile unzählige Dokumentationspflichten haben.
In diesem Punkt konnten wir bereits erste Erfolge erzielen, denn seit Kurzem gibt es in der bayerischen Staatsregierung einen Bürokratiebeauftragten. Der Landtagsabgeordnete Walter Nussel hat bereits verkündet, dass er sich drei Schwerpunkten widmen wird: Brandschutz, Gaststättenrecht und Landwirtschaft. Hier erhoffen wir uns eine klare Verbesserung der Arbeitsbedingungen hinsichtlich der zahllosen Dokumentationspflichten. Eine Umfrage zeigt, dass Wirte rund 13 Stunden pro Woche mit ihrer Dokumentation verbringen. Klar, ein Großbetrieb kann vielleicht extra jemanden dafür einstellen, aber was sollen denn die kleinen Familienbetriebe machen. Hier bleibt definitiv die Gastlichkeit auf der Strecke.
Haben sie konkretes Feedback von Gastronomen – egal ob Großbetrieb oder kleines Familienunternehmen – wie diese zum Punkt Änderung des Arbeitszeitgesetzes stehen?
Neben der Arbeitszeitkampagne des DEHOGA Bundesverbandes haben wir noch eine branchenübergreifende Kampagne über die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft laufen. Hier sind 32 Arbeitgeberverbände involviert. Diese Kampagne ist darauf ausgelegt, dass eben nicht der Arbeitgeber im Mittelpunkt steht, sondern der Arbeitnehmer. Hier kommen ausschließlich echte Arbeitnehmer mit ihren Antworten auf die Frage, „Wie möchte ich arbeiten?“, zu Wort. Jedem der an der Sinnhaftigkeit dieser Kampagne zweifelt kann ich nur sagen: Bitte fragen Sie den Arbeitnehmer, was er möchte. In den meisten Fällen wird er sich für eine Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes aussprechen. Schließlich geht es wie bereits erwähnt nicht darum mehr zu arbeiten, sondern sich einfach der Realität anzupassen.
Welche Ziele haben Sie sich hinsichtlich Ihrer Verbandsarbeit persönlich für die kommenden fünf Jahre gesetzt?
Alles was ich mache dient dazu, Antworten auf die Frage „Was macht die Branche sicher für die Zukunft?“ zu finden. Wir haben hier beim DEHOGA Bayern einen Gesamtplan bis 2020. Der zentrale Punkt dieses Plans ist, die Branche fit für die Zukunft zu machen. Natürlich kommen jeden Tag neue Punkte auf, die zu diesem Ziel beitragen können. Aber ich glaube, es ist wichtig gemeinsam an den wichtigsten Kernpunkten wie Arbeitszeitgesetz, Senkung des Mehrwertsteuersatzes, faire Wettbewerbsbedingungen und Entbürokratisierung zu arbeiten. Ich bin zuversichtlich, dass wir bis 2020 ein gutes Stück vorankommen und das Gastgewerbe stabilisieren können. (MJ)
Über Dr. Thomas Geppert
Dr. Thomas Geppert ist seit 1. August Landesgeschäftsführer des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA Bayern. 1981 in Marktredwitz geboren, studierte Geppert nach seinem Abitur Politikwissenschaften an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, wobei er die Studienschwerpunkte Finanzwissenschaft, Internationale und Europäische Politik sowie Politische Systeme wählte. Im Rahmen seines Studiums arbeitete er u.a. sowohl für das Büro des Bundestagsabgeordneten Dr. Hans-Peter Friedrich im Deutschen Bundestag, als auch im Brüsseler Büro des Europaabgeordneten Dr. Joachim Wuermeling im Europäischen Parlament. Nach seiner Promotion war er Landesgeschäftsführer des bayerischen Verbandes der privaten Wohnungs- und Immobilienunternehmer.

07/09/2017

Die Geiz-ist-geil-Mentalität stellt bereits seit einiger Zeit ein großes Problem für Wirte und ihre Betriebe dar. Auch Sternekoch Jean-Claude Bourgueil sieht hierzulande kaum eine Nachfrage nach hochwertigen Produkten.

Sternekoch Jean-Claude Bourgueil muss zum Einkaufen teils bis nach Japan und die USA ausweichen, weil Deutsche seiner Ansicht nach kein Geld für hochwertige Produkte ausgeben wollen. Weil es keine Nachfrage gebe, sei es auch für ihn schwer, gute regionale Produkte für seine Menüs zu finden, sagte der Inhaber des Düsseldorfer Restaurants „Im Schiffchen“ zum 40-jährigen Jubiläum am Dienstag. Seine Zutaten kaufe er vor allem in Japan, Amerika und Frankreich.
Bourgueil bedauert das. Die deutsche Küche sei nach der französischen die vielfältigste Küche der Welt, weil sie viele unterschiedliche regionale Einflüsse habe. Allerdings habe die Küche als Kulturgut verloren: „Einige meiner Lehrlinge kennen manche deutsche Gerichte gar nicht mehr“, bedauerte der Sternekoch. In seinem Zwei-Sterne-Haus „Im Schiffchen“ konzentriert er sich auf die französische Küche. 1977 übernahm er das Restaurant mit einem Startkapital von 20 000 Mark, ein paar Tischen und einer Küche, in der heute gespült wird. Ans Aufhören denkt der 70-Jährige aber noch nicht: „So lange ich Spaß dabei habe, mache ich weiter“. Bourgueil feiert in diesem Monat sein 40-jähriges Jubiläum in der Spitzengastronomie und hat in seiner Karriere neun Sterne erkocht.

06/09/2017

Die Hotellerie und Gastronomie sind vielseitige und lebendige Branchen. Jeden Tag lernt und entdeckt man Neues. Aufstiegsmöglichkeiten gibt es viele. Wir zeigen, welche Arten der Fortbildung es für Gastronomen gibt.

Nach einer bestandenen Ausbildung ist die Freude riesig. Endlich startet man in das Berufsleben und verdient eigenes Geld. Nach den ersten Berufsjahren stellt sich allerdings bei vielen der Wunsch ein sich weiterzuentwickeln und die Karriereleiter nach oben zu klettern. Je nachdem welches Berufsziel man anstrebt, sind Fort- und Weiterbildungen unerlässlich. Für den Karriereschub stehen Gastronomen zahlreiche Weiterbildungsinstitute zur Verfügung.
Gerade in der heutigen Zeit ist es immer ratsam sich fortzubilden. Schließlich weiß man mittlerweile nie, ob man morgen noch einen Job hat. Je mehr Zusatzqualifikationen jemand besitzt, umso besser sind auch die Chancen auf eine langfristige Anstellung und nachhaltigen Erfolg. Wer sich schon einmal durch eine Stellenbörse geklickt hat, kennt die teilweise aberwitzigen Ansprüche – selbst an Berufseinsteiger. Auslandsaufenthalt, mehrere Praktika, Bereitschaft zum Schichtdienst, mehrere Jahre Berufserfahrung und, und, und. Derartige Anforderungen lassen sich mit Fortbildungen kompensieren. In vielen Fällen werden derartige Maßnahmen sogar vom Betrieb unterstützt und finanziert. Welche Möglichkeiten haben Gastronomen:
Küchenmeister/in
Jeder Gastronom, der seine Brötchen in einer Küche verdient, hat sich bestimmt schon einmal vorgestellt, wie es wäre, selbst der Küchenchef zu sein. Küchenmeister und Küchenmeisterinnen übernehmen eine Führungsposition in Hotel- oder Restaurantküchen und sind verantwortlich für Menüpläne, Wareneinkauf und Personaleinteilung. Kurz: Sie sorgen für einen reibungslosen Ablauf und zufriedene Gäste. Bei ihnen liegt die Verantwortung.
Für die Fortbildung zum Küchenmeister kann man verschiedene Modelle wählen. Voll- und Teilzeitkurse werden angeboten, welche von drei Monaten bis hin zu zwei Jahren dauern können. Vermittelt werden grundlegende Kenntnisse in Betriebswirtschaftslehre, Recht und Steuern, Controlling, Rechnungswesen, Volkswirtschaftslehre, Personalwirtschaft und Kommunikation. Nach bestandener IHK-Prüfung können Küchenmeister in Hotels, Pensionen, Krankenhäusern, Restaurants und Kantinen arbeiten. Informationen über Weiterbildungsmöglichkeiten als Koch oder Köchin bietet der Verband der Köche Deutschlands e.V. (www.vdk.com)
Fachwirt im Gastgewerbe
Als Fachwirt im Gastgewerbe zählt man zu den Alleskönnern in Gastronomie, Catering und Hotellerie. Diese Art der Fortbildung bietet sich dann an, wenn bereits ein paar Jahre Berufserfahrung vorhanden sind, denn um eine abgeschlossen Berufsausbildung kommt man hier nicht herum. Die Weiterbildung zum Fachwirt im Gastgewerbe qualifiziert Teilnehmer später für führende und leitende Arbeiten, dauert zwischen drei und 24 Monaten und wird vor der IHK abgelegt. Nach erfolgreicher Prüfung organisieren Fachwirte im Gastgewerbe Events und Veranstaltungen, erstellen Konzepte für den Betrieb, kümmern sich um Vermarktung und Marktgeschehen sowie um Konkurrenzanalysen und Betriebsführung. Inhalte der Weiterbildung sind Marketing, Rechnungswesen, Betriebswirtschaftslehre, Recht und Steuern, gastronomische Angebotsformen und Service.
F&B Manager
Der Food und Beverage Manager ist für alles zuständig was mit Getränken und Speisen zu tun hat – von der Planung über Organisation bis hin zur Logistik. Anstellungsmöglichkeiten gibt es vor allem in Hotels oder größeren Restaurants. Im Idealfall ist bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung zum Hotel- oder Restaurantfachmann vorhanden. Größere Hotels bieten auch eigene Trainee-Programme für F&B Manager an. Wenn beispielsweise der Studiengang der Deutschen Hotelakademie (DHA) zum F&B Manager erfolgreich absolviert wurde, kann eine weitere Fortbildung zum Director of F&B angepeilt werden. Mit Fleiß und Know-how wartet als finale Karrierestufe der General Manager.
Das war Teil eins unserer Weiterbildungsreihe. In der kommenden Woche stellen wir weitere Möglichkeiten vor, wie sich Gastronomen fortbilden können.

06/09/2017

Es brodelt in Rheinland-Pfalz. Medienberichten zufolge will der dortige Dehoga-Landesverband seinem Ehrenpräsidenten Eberhard Barth den Titel abnehmen. Dieser soll sich gegen den Dehoga-Landespräsidenten ausgesprochen haben.

„Jeder kleine und große Gastronom muss die Gewissheit haben, dass seine Berufsvertretung absolut neutral ist“, wird der Hotelier Eberhard Barth von der Allgemeinen Zeitung zitiert. Barth habe dies in einem Brief bekannt gegeben, den er aufgrund des betriebenen Wahlkampfes des Dehoga-Präsidenten Gereon Haumann verschicken lies. „Ich bin seit 45 Jahren im Dehoga und möchte mich nicht in meiner Berufsorganisation von einem Präsidenten vertreten lassen, der einseitig Wahlkampf bestreitet.“ Eberhard hatte in der Vergangenheit selbst das Amt des Dehoga-Landespräsidenten inne. Aber was war eigentlich passiert?
SPD übte Kritik an Dehoga-Chef
Der derzeitige Dehoga-Chef in Rheinland-Pfalz, Gereon Haumann, wurde von der dortigen SPD hinsichtlich seiner parteipolitischen Neutralität kritisiert. Haumann sei Mitglied des CDU-Landesvorstands und Landesvorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereiniung (MIT) der CDU. Im Rahmen seiner Pressetour habe Haumann „einseitig nur Unions-Bundestagsabgeordnete eingeladen“, zitiert die Allgemeine Zeitung die Kritik der SPD.
Die Vorwürfe Barths, wies die rheinland-pfälzische SPD als „falsch“ zurück. Haumann hätte allen im Bundestag vertretenen Parteien Termine angeboten. Diese hätten auch stattgefunden, so die SPD, beispielsweise mit Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles oder dem pfälzischen Abgeordneten Gustav Herzog (beide SPD).
Zoff zwischen Barth und Haumann
Die beiden Dehoga-Mitglieder scheinen sich schon seit längerer Zeit gegenseitig anzufeinden. So behaupten die Dehoga-Vizepräsidenten Lothar Weinand und Alf Schulz nach AZ-Angaben, dass Barth in den vergangenen Monaten bereits „wiederholt und mehrfach unwahre Behauptungen über Herrn Präsidenten Gereon Haumann aufgestellt“ habe. Umgekehrt hätte Haumann und das Präsidium jedoch gegenüber Barth „als einem älteren und ehemaligen Kollegen eine mehr als wohlwollende Zurückhaltung geübt“. Allerdings hätte es bereits im Mai Forderungen nach einem Rücktritt Barths gegeben. Da dieser aber nicht abdanken wolle, werde man sich in den kommenden Sitzungen mit der Aberkennung seines Titels befassen.

Adresse

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Ankum
49577

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