22/01/2023
Jetzt stehen sie in vielen Unternehmen wieder an – die Jahreszielgespräche. Was für ein Unfug! Bis auf wenige Ausnahmen wird hier wertvolle Arbeitszeit verschwendet. Business-Theater, Show, Maskentanz, reziproke Verarschung ... ach, mir würden noch ein paar mehr Begriffe für dieses unsägliche Schauspiel einfallen. Da bemühen sich beide Seiten darum, möglichst ernsthaft einander vorzugaukeln, was man denn für das neue Jahr so alles vor hat, wo man sich in 12 Monaten sieht und wie die langfristigen Pläne aussehen. Und jeder weiß: Wir machen das nur, um der Form Genüge zu tun, damit etwas protokolliert und das Formular ausgefüllt ist. Kaum hat man einander lächelnd „Tschüss“ gesagt, ist das Besprochene im Orkus des Irrelevanten verschwunden.
Führung heißt nicht, einmal im Jahr sinnentleerte, praxisferne Fragebögen durchzuhecheln. Führung heißt, echtes Interesse zeigen, fragen, wie es geht, wo Unterstützung erwünscht ist und welche Ressourcen erforderlich sind und vor allem: nicht im Wege stehen!
Wie wäre es, wenn wir es mal mit Melvilles Bartleby probieren und sagen: "I would prefer not to." ...