15/10/2014
So schützen Sie sich vor Einbrechern
Wer sein Zuhause vor ungebetenen Gästen schützen möchte, greift heutzutage nicht mehr (nur) zu vermeintlich besseren Schlössern, sondern vor allem zu elektronischen Hilfsmitteln. 2013 knackte laut Statista der Umsatz für elektronische Sicherungstechnik in Deutschland die 3-Milliarden-Euro-Grenze.
Einbrecher kommen vor allem bei Dunkelheit
Und dennoch – mehr als 400 Meldungen von Einbrüchen in Privatwohnungen und -häuser gehen im Durchschnitt pro Tag bundesweit bei der Polizei ein.
Gerade vor der Abreise in den Urlaub beschleicht viele Mieter und Hausbesitzer ein ungutes Gefühl. Dabei muss der Merksatz nicht „Urlaubszeit ist Einbruchszeit“ heißen, sondern „Winterzeit ist Einbruchszeit“. Das zumindest sagt Kriminalhauptkommissar Volker Schwätzler, Präventionsspezialist bei der Düsseldorfer Polizei.
Denn Einbrecher lieben die Dunkelheit: „Sind Profis ungestört, hebeln sie ein ungesichertes Fenster oder eine Balkontür in wenigen Sekunden mit einem großen Schraubendreher auf“.
Mechanische Fenstersicherung ist ein Muss
Fenster- oder Terrassentüren sollten Sie immer mechanisch sichern. Denn sind ungebetene Gäste erst einmal in der Wohnung, hält sie auch ein Alarm oft nicht davon ab, sich etwas genauer umzuschauen und diverse Wertgegenstände mitgehen zu lassen.
Eine der wirkungsvollsten Möglichkeiten ist die Nachrüstung neuer Beschläge mit sogenannten Pilzzapfen. Die gibt es für fast jedes neuere Fenster.
Zudem existieren viele weitere Möglichkeiten der mechanischen Sicherung:
Scharniersicherung:
Sicherungen für die Scharnierseite lassen sich zum Kippen des Fensters entriegeln. Diese Technik eignet sich auch, wenn nur wenig Platz am Fensterrahmen ist.
Doppelflügelschloss
Zweiflügelige Fenster sollen sich mit einer gemeinsamen Sicherung vom Typ DFS 95 schützen lassen. Den Riegel schrauben Sie einfach aus dem Rahmen.
Griffe mit Schloss
Fenstergriffe mit Schloss eignen sich als Kindersicherung und zusätzlich zu weiteren Maßnahmen. Das gängige Aufhebeln mit einem Schraubendreher verhindern sie aber nicht.
Schutzgitter
Vor allem kleinere Fenster im Erdgeschoss oder im Tiefparterre sichern Gitter. Mit gängigem Einbruchwerkzeug sind sie nahezu unüberwindbar.
Pilzkopfzapfen
Die fest in Schienen einrastenden Zapfen halten Aufhebelversuchen lange stand. Wir rüsten beinahe jedes Fenster ab Baujahr 1990 damit nach.
Intelligente Steuerung für Licht und Rollos
Zusätzlich kommt Elektronik ins Spiel: Über die gesamte Urlaubszeit geschlossene Rolläden signalisieren einem Einbrecher – hier stört niemand das kriminelle Treiben.
Selbst moderne Rollläden lassen sich recht flott aus der Führungsschiene heben. Die Schutzwirkung der meisten Rollläden tendiert daher gegen null. Werden Licht oder Rollos hingegen vom Smart Home gesteuert, schleichen Einbruchsbanden schon eher weiter zum nächsten potentiellen Opfer.
Der Grund: Es sieht so aus, als seien Sie zu Hause. Im ersten Schritt helfen auch schon zwei bis drei einfache Zeitschaltuhren, die in Zimmern das Licht steuern.
Noch sicherer ist die Alarmanlage
Einen Schritt weiter gehen Sie mit einer Alarmanlage. Die Fensterkontakte gängiger Smart-Home-Systeme lassen sich zwar ähnlich wie eine Alarmanlage einsetzen, sind aber wesentlich leichter zu umgehen.
Eine reine Innenraumüberwachung mit Benachrichtigungsfunktion per Smartphone gibt im Urlaub immerhin die Gewissheit, dass zu Hause alles in Ordnung ist. Allerdings: Eine abschreckende Wirkung gegenüber geübten Einbrechern ist nur bedingt gegeben.
Schickt die Anlage nur eine Nachricht auf Ihr Handy, merkt zunächst niemand etwas davon, und die von Ihnen alarmierte Hilfe kommt höchstwahrscheinlich zu spät. Zudem zerstören Einbrecher oft einfach kleine Funksirenen in der Wohnung: Ein gezielter Hieb mit Schraubendreher oder Brecheisen bringt sie in der Regel schnell zum Schweigen.