09/11/2015
Die Geschichte der Werkstatt Ebinger in Bad Ems
Im Jahre 1960 wurde die Werkstatt Ebinger von Lies und Heinz Ebinger gegründet.
Lies Ebinger hatte nach ihrem Studium an der Werkkunstschule Offenbach eine Ausbildung zur Keramikmalerin absolviert und in Keramikmanufakturen in Höhr-Grenzhausen gearbeitet. Heinz Ebinger hatte während Ausgrabungsarbeiten in Verbindung mit seinem Archäologiestudium persische Baukeramiken kennen gelernt, die zwischen 5000 und 8000 Jahre alt waren. Es faszinierte ihn, dass diese Keramiken, selbst nach so langer Zeit, noch bestens erhalten und vor allem noch immer farbig waren. Er sattelte um und studierte Keramikingenieur in Arzberg.
1962 kauften Lies und Heinz Ebinger das ehemalige Grubenhaus, mit dazu gehörigem Gelände in der Lindenbach 2 in Bad Ems und bauten zuerst das Hauptgebäude aus und in den siebziger - und achtziger Jahren nach und nach weitere Produktionshallen hinzu. So entstand eine Produktionsfläche die ganz auf die individuellen Bedürfnisse der Firma zu geschnitten ist.
Nach anfänglicher Gefäßproduktion realisierte Heinz Ebinger, Anfang der siebziger Jahre, angeregt durch die frühgeschichtlichen persischen Baukeramiken, der italienischen, spanischen und arabischen Handformplatten und der mittlerweile auf dem deutschen Fliesenmarkt immer stärker werdenden Nachfrage nach individuellen Kunst – und Baukeramiken, seinen Traum einer Herstellung von Boden – und Wandplatten in reiner Handarbeit.
So entwickelte sich aus dem kleinen Familienbetrieb innerhalb von ca. 10 Jahren, durch die Kombination von hohem künstlerischem Schaffen und fundierter keramischen Technologie, eine Werkstatt die, weltweit einzigartig, die gesamte Bandbreite der Baukeramik herstellt.
Diese Bandbreite ist bis heute erhalten und umfasst die Branchenzweige:
Künstlerische Wand – und Bodengestaltungen für den privaten, öffentlichen und sakralen Raum
Handform - Boden – und Wandfliesen
Denkmalpflege und Rekonstruktion von historischen Keramiken
Kachelöfen und Kaminöfen
Mosaiken
Säulen und Brunnen
Gartenkeramik
Sitze, Sessel und Bänke aus Keramik
Keramische Pflastersteine und farbig glasiertes Natursteinpflaster
Handbemalte Dekorfliesen und individuelle Formteile
Individuallösungen für Architekten und Planungsbüros
Im Jahre 1983 kam, mit der Realisierung des ersten Hundertwasserhauses in Wien, die enge Zusammenarbeit mit Friedensreich Hundertwasser und nach dessen Tod im Jahr 2000 mit dessen Management und Nachfolger Joram Harel, zustande. Neben, auch heute noch,
zahlreichen Aufträgen für Hundertwasserbauten entwickelte sich eine ständig steigende Zusammenarbeit mit namhaften Künstlern, wie z.B. Arik Brauer, Moriz Götze, Wolfgang Thiel, Georg Meistermann, Hermine Antoine, Gottfried Kumpf und zahlreiche mehr, die entweder ihre Entwürfe in der Werkstatt umsetzen lassen oder in den Räumen selbst arbeiten. Diese Entwicklung wird heute bewusst durch eine enge Verbindung zum „Künstlerhaus – Schloss Balmoral“, in dem Stipendiaten der rheinland-pfälzischen Stiftung für Bildende Kunst leben und arbeiten, gefördert.
Durch die große Vielfalt an Produkten und Vermarktungsbereichen ist es der Firma gelungen, sich vollständig von der konjunkturellen Situation im Bausektor zu lösen.
Produkte, wie z.B. Licht - und Leuchtsteine im Wintergarten oder Freiraumbereich, - ornamentale, großformatige, keramische, farbige Pflasterelemente für den Stadtsanierungs- – und Freizeitbereich, - farbige, beheizbare, innovative Möbel und Gestaltungselemente aus Keramik für den Wellnessbereich sind 2009 neu entwickelt und zur Marktreife gebracht worden.
Mit einer jungen, flexiblen, fachlich qualifizierten und hoch motivierten Mannschaft, einem gefüllten Auftragsbuch, zahlreichen interessanten Großprojekten in der Planungsphase und einer Fülle von neuen Produkten in der Planungsschublade, ist die Firma Ebinger-Schnass-Keramik auf dem guten Weg die große Tradition der „besten Keramiker der Welt“ (Friedensreich Hundertwasser) fortzuführen.