02/06/2026
Glücksernte
Ich will selbst prophezeien, was gut tut
Gestern hatte ich wieder einen Kurs im Wald. Ich spreche mit den Kindern über Gefühle und habe kürzlich Woche begonnen, vertrauensvoll mit jeder Klasse gemeinsam mit den Bäumen zu sprechen:
„Lieber Baum, bitte berühre mich.“
Und es geschehen Wunder. Oder wie soll man das nennen, wenn es funktioniert?
Ich habe schon einmal beschrieben, wie die Blätter langsam zu zittern beginnen, wie plötzlich ein Wi**en einsetzt. Und dann, obwohl jemand gesagt hat: „Jetzt wird ja wohl der Ast nicht runterkommen“, legt sich plötzlich ein Ast auf die Schulter. Blätter berühren den Hals und umarmen einen regelrecht.
„Und ich habe gedacht, das ist eher symbolisch gemeint, dass der Baum einen berührt. Mit den Gedanken halt.“
Ja, auch.
Eben beides.
In Gedanken und in echt.
Ich glaube, so ist das auch mit dem Glück. Wenn wir vertrauensvoll formulieren:
„Wundervolle Schöpfung, reiche mir täglich ein Quäntchen Glück“,
dann passiert das auch. Dann geschehen plötzlich Wunder. Weil der Glaube Berge versetzt, Äste bewegt und glückliche Fügungen schenkt.
Weil die Energie den Gedanken folgt.
Es braucht Mut, an das Gute zu glauben. Weil man sich über die Angst vor dem Gelächter der Mitmenschen hinwegsetzen muss. Weil wir Angst haben, uns zu blamieren. Weil wir gelernt haben, dass man nicht kindisch sein darf.
Weil es auch einfacher ist zu sagen: Ich habe kein Glück.
Dann braucht es keine Anstrengung mehr. Dann darf man sich sofort zurücklehnen.
Aber was bringt das denn?
Ich will selbst prophezeien, was gut tut.
Und wenn es sein muss, dann will ich Kind sein.
Dann will ich mich lächerlich machen.
Dann will ich es tun, wenn das der Schlüssel ist, um jeden Tag die Glücksquäntchen zu ernten.
Fang mich, du liebes Glück.
© Manuela Engel-Dahan
Waldphilosophin und Krisenwandlerin
Impulsgeberin für Mensch und Wirtschaft