November - Kommunikation für AutorInnen

November - Kommunikation für AutorInnen Social Media-Kampagnen, Online-Auftritte, PR und Recherche für Autor*innen und ihre Bücher.

Die kurze Pause auf Bella Sicilia hat so gut getan! Das südliche Licht, Granita mit Brioche zum Frühstück, in den Tag hi...
06/05/2026

Die kurze Pause auf Bella Sicilia hat so gut getan! Das südliche Licht, Granita mit Brioche zum Frühstück, in den Tag hinein leben … Hier noch ein bisschen Sepia-Farbinspo von Anfang Mai, einfach, weil‘s so schön ist. 🏝️🍋🍊

Bilder können täuschen. Das Buch von Judith Hermann verweigert sich mir. Wie sich mir momentan alle Bücher verweigern. I...
19/03/2026

Bilder können täuschen. Das Buch von Judith Hermann verweigert sich mir. Wie sich mir momentan alle Bücher verweigern. Ich komme nicht hinein in die Geschichten dieses Frühjahrs – mögen es noch so großartige Autor*innen sein. Mögen die Cover und Klappentexte noch so locken. Ich nehme mir eins nach dem anderen vor, so sehr wünsche ich mir, wenigstens in einem von ihnen aufgehoben zu sein, für eine Weile einzutauchen in eine Geschichte … Doch wenn ich zu lesen beginne, merke ich nach wenigen Zeilen, wie die Worte an mir abperlen – als würde ein kaltschnäuziger Türsteher mich abweisen. Heute nicht. Morgen vielleicht. Irgendwann wieder.

Ich weiß, das ist kein Wunder. Sowas kommt vor in Zeiten, wo das Leben eine neue Wendung nimmt.

In “Ich möchte zurückgehen in der Zeit” schreibt Judith Hermann über ihren Großvater, der der Waffen-SS angehörte – über das Schweigen darüber in ihrer Familie. In einem taz-Interview lese ich, wie die Autorin sagt, dass dieses Buch scheitern musste: an der Leerstelle in seinem Zentrum. Ein gescheiterter Text – und dennoch ein Text. Das Scheitern gehört dazu, es ist ihm eingeschrieben. Kein Zugriff, keine Auflösung.

Vielleicht liegt genau darin die Kraft dieses Buches. Es zeigt, wie schwer das Schweigen in Familien wiegt – und wie man trotzdem weiterfragt, weiterdenkt, weiterfühlt. Ohne falsche Gewissheiten, ohne moralische Abkürzungen. Es ist kein Buch der Antworten, sondern eines über das Aushalten von Nichtwissen – und darüber, dass man trotzdem niemals aufhört zu fragen.

“Leere Räume. Paneele aus Sonnenstrahlen und Staub, ein Widerspruch, den zu überwinden mir fernliegt.” (Aus: ICH MÖCHTE ZURÜCKGEHEN IN DER ZEIT von Judith Hermann, S. 154)

Liebste Literaturbubble, wer von euch stürzt sich am 20. März ebenfalls ins Getümmel? Und wer hat Lust und Zeit auf eine...
13/03/2026

Liebste Literaturbubble, wer von euch stürzt sich am 20. März ebenfalls ins Getümmel? Und wer hat Lust und Zeit auf einen Buchmessen-Kaffee mit mir? 🫶🫶🫶

25/02/2026

✨ Release Day! ✨
Heute erscheinen „Die Riesinnen“, herzlichen Glückwunsch, liebe ! 💜

Der Roman erzählt die Geschichte von Liese, Cora und Eva: drei Frauen, drei Generationen, tief verwurzelt in einem Dorf im Schwarzwald – und doch allein wegen ihrer Körper(Größe) immer ein wenig außerhalb der Norm. Was diesen Roman so besonders macht, ist sein Ton: dunkel und satt, erdig und poetisch, dabei nie überladen. Die Sprache ist präzise und sinnlich, manchmal rau, manchmal zart, immer getragen von einer tiefen inneren Ruhe.

Hannah Häffners Sätze lassen Raum, wirken nach, legen Schichten frei. Der Wald, das Dorf und die Figuren werden spürbar in ihrem Geworfensein und ihrer Kraft.

Ein leiser, soghafter Roman über Freiheit und Verwurzelung, über Mütter und Töchter, über die Sehnsucht nach Zugehörigkeit, Selbstbestimmung und Verbundenheit. Sprachlich und atmosphärisch dicht – und genau deshalb so eindringlich. 🌲🌲🌲

01/02/2026
„Social Media ist kein Ort für Selbstprofilierung mit Buchcovern. Es ist ein System, das mit Inhalten gefüttert werden w...
19/01/2026

„Social Media ist kein Ort für Selbstprofilierung mit Buchcovern. Es ist ein System, das mit Inhalten gefüttert werden will, die für Nutzer:innen einen konkreten Mehrwert haben. Wer dort sichtbar sein möchte, muss aufhören, auf Aufmerksamkeit zu hoffen – und anfangen, Relevanz zu liefern.“ –

Ich habe gerade Josia Jourdans neue Kolumne „Social Media als Übersetzungsraum“ gelesen – und sie trifft einen Punkt, der viele Autor*innen umtreibt. Denn Social Media wird im Literaturbetrieb noch immer wie eine Verlängerung klassischer PR verstanden: mehr Posts, mehr Buchcover, mehr Hoffnung auf Aufmerksamkeit.

Doch wer öffnet schon Instagram, um Programme zu studieren oder Neuerscheinungen abzuhaken? Suchen wir nicht vielmehr nach Persönlichkeiten, die uns inspirieren mit ihrem einzigartigen Blick auf die Welt - auf Menschen mit Erfahrungen bezogen auf ein Thema, das uns beschäftigt, einer Frage oder Geschichte, die uns umtreibt, die etwas erklärt, einordnet oder eröffnet?

Autorinnen sind keine Werbeträger ihrer Bücher, sondern Übersetzerinnen genau dieser Themen in die Gegenwart. Social Media könnte ein Raum sein, in dem Person und Werk zusammenfinden dürfen. Ein Raum für Inhalte, die Beziehung aufbauen, Vertrauen schaffen und langfristig wirken. Josia Jourdan bringt diesen Perspektivwechsel in seiner Kolumne sehr klar auf den Punkt. „Beziehung entsteht nicht, weil ein Buch immer wieder gezeigt wird, sondern weil Menschen sich in dem wiederfinden, was erzählt wird.“ In diesem Sinne geht es nicht darum, mehr zu posten – sondern anders zu denken.

2016 war ein wunderbares JahrWir haben ein Haus gebaut, wo früher Wiese warDu kennst den Monat und verwechselt nur das J...
17/01/2026

2016 war ein wunderbares Jahr
Wir haben ein Haus gebaut, wo früher Wiese war
Du kennst den Monat und verwechselt nur das Jahr
Was das bedeutet, ist mir immer noch nicht klar
Und weil sonst alles sich verdreht
Sag ich, was in meinem Kopf
Ist so einfach, wie es geht
Ich ziehe in die Welt hinein und wieder raus
Und immer führt ein Weg von mir zu deinem Haus

©️The Düsseldorf Düsterboys

2016 begann meine Zeit mit all den wunderbaren Menschen rund um .annika bei .jetzt. Aus ersten Gesprächssalons und Begegnungsorten in Buchhandlungen entwickelte sich die Reihe „Meet your neighbours“. Weil Menschen in Buchhandlungen auf der Suche nach Geschichten anderer sind, organisierten wir über 60 Veranstaltungen mit neu angekommen Menschen aus Syrien, in ganz Deutschland. In Berlin immer wieder in der , aber auch bei und eine Kinderlesung auf dem Arnswalder Platz mit .
Fotos 2-4 ©️

Soviel ist sicher: das Lesen geht weiter in 2026! 3 Bücher von 3 meiner Lieblingsautorinnen, auf die ich mich irrsinnig ...
30/12/2025

Soviel ist sicher: das Lesen geht weiter in 2026! 3 Bücher von 3 meiner Lieblingsautorinnen, auf die ich mich irrsinnig freue:

NELKA von 💜
Lemberg, 1941. Die sechzehnjährige Nelka wird von Soldaten aufgegriffen und mit zahlreichen Mädchen und Frauen nach Westen verschleppt. Auf einem norddeutschen Gutshof werden sie zu schwerer Arbeit gezwungen. Ihr Vater hatte Nelka früh im Obstbau unterrichtet, und schon als Kind hatte sie ihm beim Veredeln der Apfelbäume geholfen. Dank dieses Wissens kann sie sich anfänglich der Zudringlichkeit des Gutsverwalters erwehren. Sie plant den Apfelanbau für ihn, und die Plantagen bescheren ihm nach dem Krieg ein Vermögen. Jahrzehnte später kehrt Nelka an den Ort ihres Leidens zurück. Sie will, dass Marten sich an das erinnert, wovon sie selbst sich endlich befreien muss.

WEIL ICH RUTH BIN von Julia Weber 💜
Welche Spuren die gewaltvolle Geschichte des 20. Jahrhunderts und Zwangsarbeit hinterlassen haben, bis in die Gegenwart und Landschaften hinein, das macht Svenja Leiber in ihrem neuen Roman sichtbar. Sie erzählt von Frauen, deren Wissen und Körper ausgebeutet wurden, die sich in Freundschaft verbanden und sich so gegen Erniedrigung und Brutalität stemmten. Nelka beleuchtet ihre Schicksale hellwach und sensibel – und bewahrt die Erinnerung an sie.

ES IST HELL UND DRAUSSEN DREHT SICH DIE WELT von Dita Zipfel 💜
Ein kraftvoller und abgründiger Roman, ebenso wütend wie zart, über weibliche Selbstbestimmung, über Körper und wem sie gehören, über das Kinderhaben und die Sehnsucht danach.

Auf welche neuen Bücher freut ihr euch schon?

Einmal einen Bestseller zu landen - wer träumt nicht davon?Gerade habe ich die SZ-Recherche „Spiegel-Bestseller-Aufklebe...
07/12/2025

Einmal einen Bestseller zu landen - wer träumt nicht davon?

Gerade habe ich die SZ-Recherche „Spiegel-Bestseller-Aufkleber: Das Arschgeweih der Literatur“ von Werner Bartens, Bernhard Heckler und Sara Peschke gelesen. Sie deckt auf, wie brüchig und fragwürdig das System des Spiegel-Bestsellers geworden ist und wie durch bezahlte Rezensionen Sichtbarkeit im Buchmarkt immer mehr zur Ware wird und Resonanz zum reinen Marketingprodukt.

Doch was bedeutet Resonanz eigentlich noch, wenn Aufmerksamkeit manipulierbar ist?

Die Entwicklung hin zu bezahlten Buchempfehlungen à la 750-Euro-Posts, 5000-Euro-Sichtbarkeitspaketen und „Bestseller-Garantien“ mysteriöser Verlage für 25.000 € sind mehr als nur eine moderne Neuauflage der alt bekannten Zuschussverlage – es sind aggressive, noch stärker auf den schnellen Peak ausgerichtete digitale Modelle, bei der Reputation zur einer Preisfrage und zur Verhandlungsmasse zu werden droht. Kein Wunder also, dass manche Buchhändler*innen wie den Bestseller-Aufkleber inzwischen eigenhändig abknibbeln.

Da fiel mir Dorothee Elmiger ein und ihr Rat: „Lesen Sie auch abseits der Listen und Preise. Lesen Sie Abseitiges! Und das beste Buch gibt es nicht.“

„Ich fand sie zweimal mit geöffneten Pulsadern und stand zweimal verloren im Türeingang, als sie weggefahren wurde, nach...
05/10/2025

„Ich fand sie zweimal mit geöffneten Pulsadern und stand zweimal verloren im Türeingang, als sie weggefahren wurde, nachdem ich zweimal den Notarzt gerufen hatte. Ich putzte zweimal das Bad, versuchte zweimal meinen Vater zu erreichen. Ich erinnere mich nicht, ob er beide Male kam. Ich wollte ja gar nicht, dass er kommt, dachte nur, dass es wichtig war, dass er vom Unglück wusste.“

Ich will unbedingt etwas zu diesem Buch von Nora Gomringer sagen – aber ich fürchte, dies hier wird keine in Ton und Thema einführende Buchvorstellung.

Betrachtet man das Er(Lebte), dann scheinen diese verhinderten Suizide der Mutter – dieses in den eigenen Körper sich einschreibende Ausbluten des Mutterkörpers – das finstere, alles verschlingende und zugleich alles offenbarende Zentrum zu sein, um das Gomringers autofiktionales Erzählen in ihrem „Nachrough“ mit dem genialen Titel “Am Meerschwein übt das Kind den Tod” kreist.

Ich muss an Gravitas denken – an jene Anziehungskraft der Sterne, eines der fundamentalen Prinzipien der Astrologie, für die sich Nortraut Gomringer, die Mutter, um die es hier in erster Linie geht, wohl zeitlebens begeisterte. Vielleicht trifft es mich als Leserin umso härter – fährt es einem in Mark und Bein – dass diese traumatischen Ereignisse fast beiläufig, in einem einzigen Absatz auf S.136, benannt werden.

Was sich über Jahre andeutete: das fatale Unglück der Mutter, die neben dem berühmten. überlebensgroßen, zugleich fernen, weil notorisch untreuen Vater Eugen Gomringer zu verblassen drohte – wie kann man als Tochter in dieser Familienkonstellation (über-)leben? Vielleicht, indem man selbst Künstlerin wird. Vielleicht, indem man dieses raffinierte/„roughinierte“, mitnichten durchweg düstere, sondern auch sehr witzige, lebenspralle und -weise Toten-Buch schreibt. Allerwärmste Lektüreempfehlung! 💜

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