04/09/2026
𝗠𝗲𝗿𝘇 𝗿𝗲𝗱𝗲𝘁 ü𝗯𝗲𝗿 𝗮𝗹𝘁𝗲 𝗞𝗲𝗿𝗻𝗸𝗿𝗮𝗳𝘁𝘄𝗲𝗿𝗸𝗲. 𝗖𝗵𝗶𝗻𝗮 𝘃𝗲𝗿𝗸𝗮𝘂𝗳𝘁 𝗱𝗶𝗲 𝗻𝗲𝘂𝗲 𝗘𝗻𝗲𝗿𝗴𝗶𝗲𝘄𝗲𝗹𝘁. ☀️
Deutschland hat die Welt gerettet. Na gut, zumindest haben wir mit dem EEG ab 2000 kräftig dabei geholfen, Solarenergie zum Massenmarkt zu machen. China erkannte die Chance und investierte in die ganze Lieferkette, vom Polysilizium bis zum fertigen Modul. Wir freuten uns über günstige Anlagen. China baute daraus ein gewaltiges Industriegeschäft.
Heute könnte das Land deshalb zu den industriellen Gewinnern des Iran-Kriegs gehören. China verbrauchte 2024 rund 20 Prozent weniger Öl als die USA: 16,4 statt 20,5 Millionen Barrel täglich. Immer mehr Elektroautos ersetzen die Verbrenner. Dadurch braucht das Land weniger Öl für den Straßenverkehr. Gleichzeitig verkauft China anderen Ländern die Solarmodule, Batterien und Elektroautos für denselben Umbau.
Im ersten Halbjahr 2026 lieferten Erneuerbare bereits 41,2 Prozent des chinesischen Stroms. Der Kohleanteil sank erstmals unter die Hälfte. China baut seine Energieversorgung um und verdient an der Veränderung weltweit.
Bei uns diskutiert Merz weiter über abgeschaltete Kernkraftwerke, während Solar längst den Börsenstrompreis drückt. Warum die Rechnung trotzdem hoch bleibt? Weil günstige Erzeugung nur ein Teil davon ist. Netze, Speicher, Steuern und Abgaben gehören ebenfalls dazu. Hohe Strompreise sind kein Beweis gegen Solar.
Und dann wäre da noch die Versorgungssicherheit. Öl und Gas brauchen ständig Nachschub über verwundbare Lieferketten. Nicht nur durch Hormuz, Suez und den Panamakanal: Auch Häfen, Terminals und Pipelines sind angreifbar.
Beim Anschlag auf Nord Stream soll laut deutscher Anklage eine gecharterte Segeljacht als Operationsbasis gedient haben. Wenn eine kleine Gruppe von einem Segelboot aus milliardenschwere Pipelines lahmlegen kann, steht unsere Energieversorgung auf wackligen Beinen. Resiliente Energieversorgung geht anders.
Eine Solaranlage braucht ebenfalls Rohstoffe, sichere Netze und ergänzende Versorgung. Aber keinen täglichen Brennstoffnachschub.
Die USA wollen inzwischen mehr als nur Abnehmer sein. Ab dem 4. Dezember 2026 sollen Mindestimportpreise und zusätzliche Zölle die eigene Solarindustrie stärken. Washington will die industrielle Wertschöpfung im Land halten und ausbauen.
Deutschland sollte diese Chance nicht noch einmal anderen überlassen. Wer mitziehen will, muss allerdings auch die Rohstoffversorgung vorbereiten. Auf dauerhaft günstige Preise und jederzeit verfügbare Lieferungen zu hoffen, reicht nicht.
Robert Friedland schätzte Anfang 2026, dass bei drei Prozent jährlichem Weltwirtschaftswachstum in den folgenden 18 Jahren so viel Kupfer gefördert werden müsste wie in den vergangenen 10.000 Jahren zusammen. Das ist seine Prognose. Der enorme Metallbedarf für Netze, Solaranlagen und Elektrifizierung ist dagegen keine Glaubensfrage.
Die Sonne schickt keine Rechnung. Wer ihre Energie nutzen will, braucht trotzdem die richtigen Metalle. Darum sollten wir uns kümmern, bevor alle gleichzeitig bestellen.