29/09/2026
𝗞𝗹𝗶𝗺𝗮 𝘄𝗶𝗿𝗱 𝘇𝘂𝗺 𝗠𝗮𝗰𝗵𝘁𝗳𝗮𝗸𝘁𝗼𝗿 𝗶𝗺 𝗥𝗼𝗵𝘀𝘁𝗼𝗳𝗳𝗸𝗮𝗺𝗽𝗳
In der Arktis schmilzt das Eis. In Papua Neuguinea fehlt Wasser, um Erz zu verarbeiten.
Zwei völlig unterschiedliche Situationen mit derselben Folge: Klima verändert zunehmend, wo Rohstoffe verfügbar sind, wie sie transportiert werden können und wer am Ende Zugriff darauf hat.
Beginnen wir im Norden.
Russland und China bauen ihre Präsenz in der Arktis aus. Auch die USA, Kanada sowie Dänemark und Grönland verfolgen dort strategische Interessen. Es geht um Sicherheit, Einfluss und neue Seewege.
Doch unter dem Eis rückt Stück für Stück ein weiterer Konfliktherd ins Blickfeld: In der Arktis liegen Vorkommen Seltener Erden, Titan und weiterer wichtiger Rohstoffe, die bislang nur schwer zugänglich sind.
Wenn Eisflächen zurückgehen und neue Seewege länger nutzbar werden, kann sich auch der Zugang zu diesen Lagerstätten verändern. Damit wächst die strategische Bedeutung der Region. Wer sich dort früh positioniert, sichert sich nicht nur Rohstoffe, sondern Einfluss auf künftige Lieferketten.
Im Südpazifik zeigt sich die andere Seite.
Der natürliche El Niño kann Trockenperioden verstärken. In Papua Neuguinea musste die Goldmine Porgera ihre Erzverarbeitung wegen Wassermangels zeitweise aussetzen. Bei der Kupfermine Ok Tedi erschweren niedrige Flusspegel die Logistik.
Das zeigt, wie empfindlich Rohstoffketten auf solche Veränderungen reagieren. Fehlt Wasser für die Verarbeitung oder werden Flüsse für den Transport zu flach, geraten selbst große Minen schnell unter Druck.
Solche Störungen bleiben nicht vor Ort. Wenn Produktion oder Transport stocken, kann sich das bis in die Metallmärkte hinein bemerkbar machen.
Klima beeinflusst also beides: den Zugang zu neuen Rohstoffquellen und die Stabilität bestehender Lieferketten.
Umso wichtiger wird die Frage, wer rechtzeitig Alternativen aufbaut. Kasachstan hat Deutschland eine engere Rohstoffpartnerschaft und gemeinsame Wertschöpfungsketten vorgeschlagen.
Denn entschieden wird der Wettbewerb längst nicht mehr nur an der Lagerstätte. Wichtig sind auch Partner, Verarbeitungskapazitäten und sichere Lieferwege.
Und die Energiewende?
Wind und Sonne verringern die Abhängigkeit von laufenden Brennstoffimporten. Gleichzeitig braucht ihr Ausbau große Mengen an Metallen und eine Versorgung, die mithalten kann.
Klimapolitik ist deshalb immer auch Rohstoffpolitik.
Wer das früh versteht, kann sich vorbereiten. Wer zu spät reagiert, muss nehmen, was auf dem Weltmarkt noch verfügbar ist.