30/04/2026
Konflikte entstehen immer dann, wenn wir Interessen, Bedürfnisse, Meinungen, Werte usw. nicht mehr besprechen können, weil die Kommunikation gestört ist. Verstanden, zumindest aber gehört werden, scheint elementar für uns zu sein. Wir als Mediator:innen sind Unterstützer:innen und Übersetzer:innen für die Konfliktparteien. Wenn die Konfliktparteien das Gefühl haben, die andere Seite versteht sie nicht, sollten sie zumindest merken, dass wir sie verstehen. Verstehen heißt ja nicht einverstanden sein. Das Gefühl verstanden zu werden stellt sich ein, wenn uns gut, aufmerksam und interessiert zugehört wird.
Diese fünf Elemente des Verstehens wirken unterschiedlich:
Nachfragen signalisiert Interesse und ist notwendig um dem oder der anderen folgen zu können. Ein zuviel an nachfragen kann aber ein Gefühl erzeugen ausgefragt zu werden.
Das Gesagte wiederholen kann insbesondere die andere Konfliktpartei unterstützen, dass was gesagt wurde zu hören. Wir hören ja manchmal nur das, was wir hören wollen (oder können). Ein Zuviel davon kann aber auch so wirken, als würden wir unsere Parteien nicht ganz ernst nehmen.
Paraphrasieren, das Gesagte in andere Worte fassen, kann helfen es besser verstehen zu können.
Zusammenfassen hilft Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszuarbeiten und strukturiert das Gespräch.
Und schließlich Spiegeln. Das, was ich verstanden habe, was nicht gesagt wurde, evtl. aber gemeint wurde, mit der Bitte, um Zustimmung oder Korrektur zur Verfügung zu stellen. Wenn wir gut gespiegelt werden, stellt sich das Gefühl ein wirklich verstanden zu werden. Der oder die andere hat erfasst, um was es wirklich geht. Das ist es, was die Parteien brauchen. Und wenn wir es spiegeln konnten, hat auch die andere Seite die Chance es zu hören.