HERKUNFT SCHAFFT ZUKUNFT
Chronik von 109 Jahren Firma Jensch
Anno Mai 1910 wurde der Betrieb von meinem Ur-Großvater Emil Jensch gegründet,der zuvor als Schlossermeister u.a. Nach der Fertigstellung erwarb er das Haus Kaiserin-Augusta-Str. 80. Auf dem Hof befand sich ein Pferdestall, den er zu einer Schlosserei und Schmiede umbaute. In dieser Werkstatt werden jetzt sämtliche Metallbauarbeiten au
sgeführt. Mein Großvater, Franz Jensch, übernahm den Betrieb 1936 und leitete ihn bis 1939.Während seiner Einberufung und Gefangenschaft führte unser Ur-Großvater diesen bis 1949 weiter. Wie für alle Handwerksbetriebe war es in der Nachkriegszeit sehr schwer, geeignete Materialien zu bekommen. Mein Vater Franz-Michael und seine Brüder stöberten in den Ruinen nach allem Brauchbaren und trugen so dazu bei, dass der Betrieb bald erweitert werden konnte.
1952 erhielten wir den Auftrag von der Berliner Kindl-Brauerei, ein Festzelt herzustellen. Da die Maße bei weitem die räumliche Kapazität übertrafen, wurde die Fahrbahn der Kaiserin-Augusta-Straße benutzt, um die Konstruktion herstellen zu können. Die damals gängigsten Arbeiten waren die Herstellung von Markisen, Zeltkonstruktionen und Scherengittern und diverse andere Metallarbeiten. Auch Schmiedearbeiten waren keine Seltenheit. Um Schlüssel anfertigen zu können, wurden die Alu-Gusspfannen meines Ur-Großvaters benutzt, die jeweilige Form wurde nach dem Bleiabdruck in mühevoller Arbeit ausgefeilt. Sogar Zylinderschlüssel konnten so ohne Maschinen hergestellt werden.
1968 wurde der Betrieb von meinen Eltern Sigrid und Franz-Michael Jensch noch weiter ausgebaut, über die Jahre haben wir uns auf Sicherheitstechnik spezialisiert. Wir sind Mitglied der Innung für Metall- u. Kunststofftechnik und gehören der Handwerkskammer an. Mein Vater konnte nach seinem Tod Ende 2009 das 100-jährige Firmen- Bestehen am 29.05.2010 leider nicht mehr miterleben. Nachdem sich mein Bruder 2015 für einen anderen Weg entschieden hat, führe ich den Familienbetrieb mit meinem Mann und Betriebsleiter, Horst Gilbrich und den wunderbaren Mitarbeitern/innen in der 4. Generation mit viel Freude und Einsatzbereitschaft. Weiterhin haben wir, getreu dem Motto: „Leben ist Veränderung“ die Möglichkeiten genutzt, unsere Strukturen zu modernisieren, der ehemals lange Firmenname wurde angepasst und spiegelt mit dem neuen und zeitgemässen Logo unsere Spezialisierung wieder. Mittlerweile nutzen wir neue Werkzeuge im Rahmen der Digitalisierung und stellen kundenorientierte, individuelle Einzelstücke im 3-D-Druck her. Lassen Sie sich von unserem Handwerk begeistern! Andrea Jensch - geschäftsführende Gesellschafterin
Tempelhof- im September 2019