01/09/2026
Anwender von KI haben in der Kommunikation so viel gekillt und checken einfach nicht, das es nicht überall eine Abkürzung geben kann, besonders nicht in der Kommunikation. Kinners, ich kann das alles nicht mehr, but cook with me.
Ist ja nicht neu, aber beispielsweise der Gedankenstrich ist halt tot. Er wird seit 2, 3 Jahren inflationär eingesetzt und keiner peilt, dass das Ding eigentlich FÜR EINSCHÜBE gedacht war und nicht als Komma-, Doppelpunkt-, Semikolon- oder Punktersatz.
KI versucht immer, den besten Text zu liefern, weil sie entsprechend trainiert und zusätzlich darauf optimiert wurde, Antworten zu produzieren, die wir als gut und hilfreich bewerten. Was sie also gelernt hat, ist, dass dieses Schema aus kurzen Sätzen, Dreiklängen, Kontrasten, Listen und Co. funktioniert. Deshalb ballert sie uns diese Muster zuverlässig immer wieder hin. Auch unsere direkten Eingaben können bei privaten Accounts ins Training zukünftiger Modelle einfließen (es sei denn, wir haben das Häkchen richtig gesetzt, but I doubt everyone does so). Sie lernt aber nicht akut aus jedem einzelnen Prompt nach dem Motto: „Ah, guck, zu den vielen Gedankenstrichen hat se nix gesagt, deshalb mach ich davon ab sofort mehr.“ Wenn ich ihr allerdings in meinem eigenen Chat nicht sage: „Freundchen, du bist aber einfältig mit immer derselben Technik, lass das bitte“, bleibt mir natürlich auch genau dieser Default-Output erhalten. Und viele Leute, die den Bums benutzen, sind eben keine Leute, die Text gelernt haben und genau solche Dinge erkennen und korrigieren. Da wird also oft (oder sogar meistens?) nicht sauber nachgearbeitet.
Kommunikator:innen haben schon lange mit all diesen Techniken gearbeitet, das ist unser Handwerkszeug. Zum Beispiel kurze Absätze, Dreiklänge, Doppelpunkte, Zuspitzungen, Listen, Kontraste. KI hat selbstverständlich davon gelernt; allerdings hat sie Textexpertise quasi ad absurdum geführt, weil sie so brutal optimiert. Mir wird übrigens auch von Professor:innen, promovierten Expert:innen, Berater:innen und Führungskräften der Feed mit gleichem Aufbau und Text-Techniken vollgeballert. Und, sorry to say, aber ich erwarte gerade von Akademikern, dass sie ihr eigenes Hirn einschalten und sich wenigstens die Mühe machen, den ausgespuckten Text als Grundlage für etwas Eigenes, Intellektuelles, zu nehmen und nicht einfach nur ein paar Kürzungen und vermeintliche Schönheitskorrekturen vorzunehmen.
Und natürlich kann ich nicht bei einem einzelnen Post sicher beweisen, ob er mit KI geschrieben wurde, aber es gibt inzwischen eine Reihe von Punkten, die mich (und angesichts der KI-Slop-Diskussion auch andere) echt nerven.
Und, keine Ahnung, ob jemand sowas schonmal zusammengefasst hat, aber ich geb dir hier mal ein paar Punkte mit, an denen du arbeiten kannst, wenn du a little bit of Textanspruch an dich selber hast und KI dir sowas “schenkt”:
- Gedankenstriche: Lass es einfach. Überleg dir, was du stattdessen benutzen kannst. Vielleicht wird es irgendwann wieder die Möglichkeit geben, ihn zu reaktivieren. But for now, no.
- Vorhersehbarkeit 1: Doppelpunkt → Aufzählung. Sowas wie„Drei Dinge sind entscheidend:“ gefolgt von eben diesen drei Dingen.
- Vorhersehbarkeit 2: Punch-Sätze:
Kurzer Satz.
Noch kürzer.
Nicht X.
Sondern Y.
Ich. Hab. Das. Eigentlich. Geliebt. Aber: Hell no! Lassen wa jetzt erstmal besser.
- Vorhersehbarkeit 3: Dreiklänge und Listen bis zum Umfallen. Es ist so, so überreizt, alles. Don’t.
- Viel zu viel Erklärung. Lass doch mal den Gedanken stehen und erklär/relativier nicht jedes Spannungsfeld!
(Und, ja, das war jetzt ne kurze Liste, weil aber ich hier ja auch Aspekte aufzähle, damit du sie prominenter wahr nimmst und das in Zukunft auf dem Schirm hast, menno.)
Wenn du KI benutzt, ist das wirklich komplett in Ordnung, aber danach beginnt die eigentliche Arbeit. Schmeiß rigoros Gedankenstriche, unnötige Wiederholungen in anderen Worten und Emojis raus, die nicht passen/ständig benutzt werden/immer hintereinander stehen. Fang an, Dreierlisten aufzulösen, verbinde wieder Gedanken zu harmonischen Sätzen, statt alles zur Punchline zu machen. Und bring rein, was KI einfach gar nicht kann: DEINE konkreten Beobachtungen, Gedankengänge, inneren Widersprüche, deine natürliche Sprache (auch, wenn’s mal nicht so elegant klingt).
Und, so doof das auch ist, das kostet Arbeit = Zeit = kommt from the bottom of your inner Überzeugungen = eventuell Verletzbarkeit, weil das ist immer noch Text. Mach’s halt bitte trotzdem.