15/03/2020
„Bauen ist ein Kampf mit dem Wasser“,
nicht nur an Balkonen, Terrassen, oder Untergeschossen, sondern verstärkt immer mehr auch in den Badezimmern der Wohnungen sowie Schwimmbäder.
Es gibt eine Vielzahl von Veröffentlichungen die sich mit Wohnungs-Badezimmern bzw. „Badezimmerplanung“ oder Schwimmbädern beschäftigen, deren Autoren i.d.R. Innenarchitekten oder Designer sind.
In keiner der mir vorliegenden Literatur wird auf die Baukonstruktion, insbesondere auf die Abdichtung/Entwässerung und deren Folgeschäden ausgiebig eingegangen.
Aus meiner langjährigen Berufserfahrung als ö.b.u.v. Sachverständiger weiß ich, dass die Haftungsrisiken für Planungsfehler nicht weniger, sondern mehr werden.
Oftmals wird auf eine erforderliche Planung verzichtet und stattdessen wird diese den ausführenden Firmen überlassen.
Ich bin in einem Altbau „groß geworden“.
Da stand die Badewanne noch „freistehend“ auf Füßen vor der Wand.
Wenn wir Kinder in der Badewanne „planschten“, spritzte das Wasser auch schon einmal auf den Fußboden und man wischte es sofort weg. Der Fußboden bestand aus einem Terrazzo-Estrich und war „dicht“. Die Eltern beschwerten sich nicht, dass der Fußboden „schwamm“, im Gegenteil sie waren dankbar über ihre lebenslustigen, gesunden Kinder.
Erst als man begann,
• die Badewannen „einzufliesen“,
• feuchteempfindliche Baustoffe (u.a. Gipskartonplatten, Gipsestrich) verwendete,
• den Fußboden nicht mehr abdichtete und
• die Abdichtung den armen Silikon-Würstchen (elastische Verfugung) überlies,
nahmen die Feuchtigkeitsschäden zu.