20/04/2019
"Die Lügenpresse ... bla bla".
Eine häufige Parole, auch in unseren Seminaren.
Ziel der Parole ist eine Delegitimierung unserer gemeinsamen Presselandschaft. Gleichzeitig spielt es in dem Narrativ des Populismus mit homogenen Gruppen ("die Presse").
Hier ein guter Podcast zur Einordnung der Presselandschaft, die eben plural und vielfältig ist.
1. Das auflagenstärkste Magazin ist die Bild, auf Platz drei kommt die FAZ. Also das die Presselandschaft progressiv-links dominiert ist, stimmt nicht.
2. Rechtskonservative probieren mit dem bilden von homogenen Gruppen den Unterschied zwischen progressiv und liberal zu vermischen. Die FAZ oder das Handelsblatt ist nicht "links", sie sind liberal.
3. Zwar verortet sich ein größerer Teil der Journalist*innen eher im progressiven Lager. Aber: Journalist*innen weiter oben in der Hierarchie, also Richtung Chefredaktion, verorten sich vermehrt nicht mehr in diesem Lager und die geben den Kurs des Blattes vor.
4. Was viele vergessen: Presse, Medien, Journalismus, besteht nicht nur aus Zeitungen und dem gemeinsamen Rundfunk. Auch der kommerzielle Rundfunk ist Teil unserer Presse- und Medienlandschaft und RTL oder Sat1 sind Player mit extremer Reichweite. Wir erinnern und alle an Claus Strunz (sat1) im Kanzler*innen-Duell und auch Mario Barth erreicht mit seinen (dummen) Aussagen Millionen von Menschen, etwa bei Mario Barth deckt auf (wo er mit Suggestivfragen und unterkomplexen Antworten gemeinsam mit dem Lobbyverein "Bund der Steuerzahler e. V." klare Stimmung macht).
Die Berichterstattung in Deutschland sei zu links, meinen Konservative. Doch sie irren, sagt Sebastian Haupt vom Katapult-Magazin.