17/07/2026
Dilemmata und Paradoxien in der Führung – ein neuer Podcast mit Michael Quas
In dieser Folge begrüße ich erneut meinen Kollegen Michael Quas. Gemeinsam sprechen wir über ein Thema, das Führungskräften im Alltag ständig begegnet: widersprüchliche Anforderungen, zwischen denen sich nicht einfach eindeutig entscheiden lässt.
Zunächst unterscheiden wir zwischen Problemen, Dilemmata und Paradoxien.
Während Probleme grundsätzlich lösbar sind und Dilemmata eine Entscheidung zwischen zwei Alternativen verlangen, bleiben bei Paradoxien beide Seiten gleichzeitig relevant.
Das zeigt sich in typischen Spannungsfeldern von Führung:
– Vertrauen und Kontrolle
– Stabilität und Veränderung
– Leistung und Fürsorge
– klare Vorgaben und Eigenverantwortung
– kurzfristige Ergebnisse und langfristige Entwicklung
Im Gespräch gehen wir der Frage nach, warum der Versuch, solche Widersprüche eindeutig aufzulösen, nicht nur häufig erfolglos bleibt, sondern auch zu Überforderung, Entscheidungsblockaden oder einseitigen Lösungen führen kann. Der Anspruch, unbedingt Eindeutigkeit herstellen zu müssen, wird dabei mitunter selbst zur Belastung: Führungskräfte fesseln sich gewissermaßen durch die Erwartung, die eine richtige Lösung finden zu müssen.
Wir sprechen deshalb darüber, wie Führungskräfte Paradoxien frühzeitig erkennen, unterschiedliche Perspektiven einbeziehen und auch unter Unsicherheit handlungsfähig bleiben können.
Paradoxiebewusstheit bedeutet dabei nicht, jede Paradoxie jederzeit offenzulegen oder ausführlich zu thematisieren. Mitunter schafft bereits das Wissen, dass eine Spannung nicht endgültig auflösbar ist, mehr Gelassenheit im Umgang mit ihr.
Es geht nicht um beliebige Kompromisse, sondern um einen bewussten Umgang mit Spannungen, die unvermeidlich sind und zur Führungsaufgabe gehören.
Eine Folge über die Grenzen eindeutiger Lösungen, den produktiven Umgang mit Mehrdeutigkeit und die Fähigkeit, Führung stärker im „Sowohl-als-auch“ zu denken.
Gerne reinhören und kommentieren!