02/06/2023
„Die Briefmarke zeichnet sich durch ihre Hässlichkeit und die hässliche Ausführung aus“. Das schrieb der bekannte belgische Pionier des Briefmarkenhandels J.B. Moens (1833-1908) im Briefmarkenmagazin „Le Timbre-Poste“. Moens ging noch weiter mit „Kraftausdrücken“, nicht ohne sinngemäß hinzuzufügen: „Die Hässlichkeit spricht jedoch für Echtheit und verleiht ihr einen lokalen Charakter. Wir wären nicht abgeneigt, ihr die große Einbürgerung unter den echten Briefmarken zu geben“.
Soweit die zeitgenössischen Aussagen von Moens. Joaquim Leote nimmt in seinem 2006 erschienenen E-Book „The Native Stamps of Portuguese India“ darauf Bezug und führt weiter aus: „Die Zeit bestätigte Moens‘ Prophezeihung, denn die „NATIVES OF INDIA“, obwohl oder vielleicht gerade, weil sie hässlich sind, gehören sie zu den begehrtesten Stücken in der Philatelie. In der Tat sind die ersten Briefmarken aus Portugiesisch-Indien mit ihrem schlichten Design, der Wertangabe in der Mitte, dem ovalen Band und den Inschriften einfach, aber faszinierend, vor allem wenn man bedenkt, dass die Matrizen mehrfach nachgeschnitten und verschiedene Papiersorten für den Druck verwendet wurden.
Absolute Seltenheiten dieser Ausgaben sind Kehrdrucke (TÊTE-BÊCHE). Wir sind stolz darauf, ein solches Stück, von dem bisher nur 7 Exemplare bekannt geworden sind, in unserer 56. Auktion unter der Los-Nummer 2477 anbieten zu können.
Los 2477 / 56. Auktion / Ausruf: 17.500 €