07/08/2022
Ich stille nicht mehr, schon seit Dezember.
Ich hatte lange Zeit Angst vor dem Ende unserer Stillbeziehung. Immerhin habe ich über 10 Jahre lang praktisch ununterbrochen gestillt. Ich hab gerne gestillt, es war mir wichtig, ich hab viel dafür getan und für mich ist es auch politisch. Ich habe so gut wie immer überall gestillt, wo es gerade notwendig war und hab oft nur darauf gewartet, dass Kommentare kommen. Zum Glück war ich davon weitestgehend verschont geblieben.
Die Zwillinge zu stillen war, trotz Geschwister-Tandem-Stillen, nochmal eine neue Erfahrung. Ich wollte wieder lange stillen, das war mir von Anfang an klar. Nach zwei Jahren habe ich dann gemerkt, wie anstrengend es für mich ist und als die beiden knapp 2,5 Jahre alt waren, habe ich abgestillt. Natürlich mit Vorlauf. Ehrlich gesagt weiß ich nicht mehr, wie genau es eigentlich ablief. Ich weiß, dass ich erst nachts abgestillt hatte und dann kann ich mich erinnern, dass ich die Wochen gezählt habe, die ich schon nicht mehr stille. Und jetzt ist es schon lange total selbstverständlich. Ich vermisse es nicht. Ich trauere nicht. Ich bin aber sehr froh, dass ich nicht mehr stille und bin fasziniert davon, wie es mich nur positiv stimmt, dass ich nie wieder stillen werde.
Und: ich hab so viele Fotos und Videos davon, wie ich meine Kinder stille, so viele Erinnerungen, die Zeit und die Erfahrung kann mir nicht genommen werden. Und ich weiß, dass ich damit andere Menschen, die ihr Kind stillen wollen, unterstützen kann.