09/01/2026
Heute hat die Schweiz (und sicher viele andere) um die Opfer der Ereignisse in Crans-Montana getrauert.
Trauern ist wichtig, Gedenken auch - aber insbesondere wichtig ist Lernen.
Lernen, aus dem, was da passiert ist - mit dem Ziel, dass sich solche Ereignisse nicht wiederholen.
Verfolgt man die öffentlichen Diskussionen ist das Problem gelöst durch besseren Brandschutz und bessere Kontrollen.
Und ja: beides ist wichtig.
Betrachtet man aber die Bilder und vor allem die Videos der Ereignisse, dann ergeben sich noch einige weitere Aspekte.
‼️Risikokompetenz. Es ist schwer, mit anzusehen, wie die Anwesenden das Feuer zwar gesehen (und gefilmt), die tatsächliche Ernsthaftigkeit der Situation aber nicht erkannt haben.
Wir haben mal ein Projekt in diese Richtung starten wollen, dabei ging es um den sicheren Aufenthalt auf Festivals - besonders für Erstbesucher (Sabine hat ja lange Jahre ein eintrittsfreies Open-Air Festival geleitet, auf dem klassischerweise viele junge festivalunerfarene Menschen ihre ersten Begegnungen mit einigen durchaus unangenehmen Themen gemacht haben). Wir wollten damit an die Schulen und mit jungen Menschen auf Augenhöhe sprechen. Gescheitert ist es daran, dass einige aufgeregte Eltern (und leider auch Lehrer) der Ansicht waren, dass wir keinesfalls über erste Drogen- und Alkoholerfahrungen auf Festivals sprechen sollten🫢.
So wird das aber natürlich nichts. Wenn wir auf das Alter der Getöteten und Verletzten schauen, dann ist klar, dass wir viel früher als damals noch gedacht beginnen müssen, den Kids zu erklären, was bei Veranstaltungen, beim Aufenthalt in Menschenmengen, in Clubs und Bars wichtig ist.
Unvergessen in diesem Zusammenhang ist auch der 16jährige Schüler in unserem "Wer ist unser Publikum" Panel (Hashtag ), der auf den für ihn super Gedanken kam, dass es doch gut wäre, wenn man "z.B. die Wege, wo's rausgeht, mit nem Schild versehen würde". Kein Scherz, 200 Menschen waren Zeuge dieser Aussage und haben gestaunt.
‼️Das andere Thema ist die Führung der Wege. In allen möglichen Stellungnahmen zum Thema war die Rede von Fluchtwegen, von Ausschilderungen und Mindestbreiten - alles richtig natürlich. Niemand hat aber mal so was gesagt wie "Und übrigens: es ist auch eine ganz schlechte Idee, die Leute von einem breiten in einen schmalen Flur zu führen (auch, wenn dieser noch die Mindestbreite hat) und dabei gehört das sicher zu den absoluten Grundlagen der Sicherheitsplanung. Also: es IST eine schlechte Idee, Menschen von einem breiten in einen sich plötzlich verengenden schmalen Flur zu führen (oder durch eine schmalere Tür). Hashtag
Es ist wichtig, dass wir bei solchen Ereignissen genau hinschauen, dass wir uns nicht mit griffigen Medienschlauheiten zufrieden geben (jaja, "Flashover" - is' klar, den Begriff kennen jetzt alle, was es bedeutet wissen sie damit aber noch lange nicht) und dass wir den Opfern den größten Respekt zollen, den wir zu vergeben haben: Lernen, Lehren und Verhindern. 💔